Grenchen Süd

Solothurner und Berner Regierung setzen sich für Halbstundentakt ein

Der Bahnhof Grenchen Süd soll nicht vom Fernverkehr abgeschnitten werden.

Der Bahnhof Grenchen Süd soll nicht vom Fernverkehr abgeschnitten werden.

Die Verkehrsdirektoren Roland Fürst und Christoph Neuhaus setzen sich für Bahnhof Grenchen Süd ein.

Schon 2016 musste Grenchen für den Erhalt des (einzigen) Schnellzugshaltes am Bahnhof Grenchen Süd kämpfen, den die SBB und das Bundesamt für Verkehr BAV ab 2025 aus dem Angebot streichen wollten. Jetzt, wo es darum geht, im Rahmen des Ausbaukonzepts STEP 35 den Schnellzugsfahrplan auf lange Sicht hinaus zu verdichten, guckt Grenchen wieder in die Röhre.

Während andernorts in 15 Jahren die Schnellzugshalte im 15-Minuten-Takt erfolgen sollen, wird Grenchen nicht einmal mehr der Halbstundentakt zugestanden, der nach der Jahrtausendwende in Grenchen Süd einige Jahre lang eine Tatsache war. Im April hatte das BAV den aktuellen Stand des Angebotskonzeptes 2035 publiziert. Obwohl auch hier klar ist, dass es sich um eine rollenden Planung handelt, rief diese umgehend Reaktionen hervor. So haben sich der Solothurner und der Berner Regierungsrat mit einem Brief ans BAV gewandt. Denn auch für die Region Lengnau mit dem neuen Pharmawerk von CSL Behring ist der ÖV über den Bahnhof Grenchen Süd von grosser Bedeutung.

Sogar Verschlechterung für Grenchen

«Entgegen unseren Erwartungen soll Grenchen Süd gemäss diesem Konzept auf der Jurasüdfuss-Achse lediglich stündlich mit dem Fernverkehr bedient werden», schreiben die Regierungsräte Roland Fürst (SO) und Christoph Neuhaus (BE) in einem gemeinsamen Brief. «Das Konzept bringt in der Morgenspitze sogar eine Verschlechterung, wo Grenchen Süd heute halbstündlich bedient wird.»

Vorgängig hätten sich die Kantone in den entsprechenden Gremien mit zahlreichen Argumenten eingebracht und auch eine alternative Lösung mit einem Regio Express vorgeschlagen. «Darauf haben wir leider keine Antwort erhalten.»

Die beiden kantonalen Verkehrsdirektoren führen auch einen Vergleich mit anderen Fernverkehrshalten ins Feld: «Im Quervergleich stellen wir zudem fest, dass zahlreiche Fernverkehrshalte mit ähnlich grosser oder sogar geringerer Nachfrage über einen Halbstundentakt verfügen.» So etwa die Bahnhöfe Flawil, Frick, Herzogenbuchsee, Siders/Sierre, Rolle oder Uzwil.

«Folglich bitten wir Sie dringend, den Entscheid bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit zu korrigieren», schreiben Roland Fürst und Christoph Neuhaus.

Weil Grenchen Süd diesen Sommer über einen Monat lang keinen Fernverkehr mehr hat, hat sich auch Stadtpräsident François Scheidegger mit einem Brief an SBB-Direktor Vincent Ducrot gewandt. «Von Ihrem Vorhaben, infolge Bauarbeiten ab 21. Juni 2020 während fünf Wochen keine IC Züge mehr in Grenchen Süd halten zu lassen, haben wir mit Konsternation Kenntnis genommen», schreibt Scheidegger. Diese Massnahme sei «schlichtweg inakzeptabel». Scheidegger bittet Ducrot, das Vorgehen zu überprüfen.

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