Grenchen

Soll die Schwimmhalle länger fürs Publikum geöffnet werden?

Schwimmhalle Grenchen beim Schulhaus III.

Schwimmhalle Grenchen beim Schulhaus III.

Am kommenden Dienstag wird im Grenchner Gemeinderat darüber verhandelt, ob die Schwimmhalle öfters geöffnet sein soll. Es ist – wie so oft – eine Kostenfrage.

SP-Gemeinderätin Angela Kummer hat im vergangenen November ein Postulat eingereicht, zu welchem nun die Stellungnahme der Stadt vorliegt. Diese beantragt weder Annahme noch Ablehnung, sondern zeigt die Kostenfolgen auf: Eine Öffnung von zusätzlichen vier Wochen (Herbstferien und Weihnachtsferien) während einer Zeit von täglich fünf Stunden wird das geschätzte Defizit um gut 16' 000 Franken erhöhen. Gerechnet wird mit zusätzlichen 35 Eintritten täglich (15 Erwachsene à 6.50 Fr. und 20 Kinder à 2.50 Fr.)

Im Vorstoss «Schwimmhalle für alle» wünscht Kummer, dass die Stadt beauftragt wird, eine verlängerte Öffnung der Schulschwimmhalle an den Abenden, an den Wochenenden und in den Sportferien zu prüfen, damit die Bevölkerung die Schwimmhalle im Winterhalbjahr als Sport- und Freizeitort nutzen kann, wie im Sommer das Freibad.

Die Schulschwimmhalle bei der Doppelturnhalle Zentrum dient in erster Linie den Grenchner Schulen, für die sie jeweils vormittags reserviert ist, sowie nachmittags teilweise für den Schulsport. Zusätzlich nutzen der Schwimmclub Blue Star und die Lebensrettungsgesellschaft SLRG Grenchen das Bassin für ihre Aktivitäten und Wettkämpfe samstags und am Vorabend. Für die Öffentlichkeit ist die Schwimmhalle momentan an vier Abenden pro Woche von 18.30 Uhr bis 21 Uhr und im Wintersemester samstags von 13–17 Uhr und sonntags von 10–16 Uhr geöffnet.

«Attraktiver Ausflugsort»

Kummer verweist in ihrem Vorstoss darauf, dass der Betriebsaufwand für die Schwimmhalle ohnehin beträchtlich sei. Es gebe zwar höhere Kosten, doch gewinne man dadurch auch einen «attraktiven Ausflugsort» speziell für Familien. Gemäss Erläuterungen der Schuldirektion geht die Stadt davon aus, dass es möglich wäre, die Schwimmhalle während drei bis vier Wochen in den Ferien zu öffnen sowie im Frühling und Herbst an rund 8 zusätzlichen Tagen für einen nahtloseren Übergang zur Freibad-Saison.

Da der Hauswart den grössten Teil seiner Ferien während der Schulferien beziehe, müsste für die Reinigung und die Wasserqualitätsmessungen eine 100-Prozent-Stellvertretung engagiert werden. Dazu komme zusätzliches Personal für die Badeaufsicht. Die Baudirektion merkt dazu in ihrem Mitbericht an, dass die Badmeister des Gartenbades dafür grundsätzlich im Winter mit einem 25-Prozent-Pensum zur Verfügung stehen würden.

Die Finanzverwaltung schliesslich hält fest, dass sie die Mehrkosten von 4500 Franken pro Woche als hoch erachte. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Erträge aufgrund der bestehenden Abos nicht im gleichen Verhältnis ansteigen.

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