Wer gewinnt die Oberhand? Die chaotische Karrierefrau Olivia oder die perfekte Hausfrau Florence – eine WG, die ungeahnte Formen annimmt? Zum Auftakt ihres Jubiläumsjahres setzt die Schopfbühne auf Frauenpower. Die amerikanische Komödie «Ein ungleiches Paar» von Neil Simon verspricht eine geballte Ladung Gefühle und Sprachwitz.

Frauen – alles andere ist Beilage: So lässt sich das Stück zusammenfassen, mit dem Brigitte Bissegger als Regisseurin den Einstand in der Grenchner Theaterszene gibt. Was könnte da passender sein, als die Premiere am internationalen Frauentag. Für die Laienbühne stellt sich damit eine anspruchsvolle Aufgabe, vor allem für die Hauptpersonen Olivia (Lilian Jeannerat) und Florence (Stefanie Taboada), die ungeheure Mengen an rasantem Text und gleichzeitig eine Achterbahn der Emotionen zu bewältigen haben. Beide sind der Aufgabe problemlos gewachsen, gehen in ihren Rollen auf und bieten dem Publikum vom Identifikationsfaktor (für die Frauen) bis zur Projektionsfläche (für die Männer).

Sprachwitz und Pfannen

Apropos Männer: Auf der Bühne erscheint das starke Geschlecht in Gestalt von zwei spanischen Brüdern Manolo (Beat Jeannerat) und Jesus (Robert Koch) eher dezent. Dennoch sind es gerade diese Rollen, die neben den Lachern auch Stoff zum Nachdenken geben. Denn wer hätte kein Verständnis für Nachbarn, die in den Brüdern ein Schwulenpaar wittern, in der Frauen-WG samt allen Freundinnen, die sich wöchentlich zum Spielabend einfinden, aber nichts als platonische Freundschaft sehen?

Die gescheiterten Ehen und die gegensätzlichen Charaktere von Olivia und Florence geben reichlich Stoff für Situationskomik. Obwohl die Aufführung über weite Teile vom Sprachwitz und nicht von der Handlung lebt, gibt es keine langweilige Minute. Drohgebärden in Form von Pfefferspray versus WC-Bürste harmonieren in diesem Setting durchaus. Dass plötzlich Pfannen fliegen, rückt hingegen schon in die Nähe eines (willkommenen) Stilbruchs.

Amerika, wie es einst war

Schliesslich bleibt die Erkenntnis von Olivia zur Emanzipation der Frau vom Mann: «Geld ist das einzige Gebiet, in dem das mit der Selbstachtung nicht funktioniert.» Doch das heisst noch lange nicht, dass die streitbaren Frauen die Segel streichen und erneut in den Hafen der Ehe einfahren wollen. Zum Glück funktionieren auch andere Dinge nicht auf Dauer, zum Beispiel das Verbreiten von Schuldgefühlen zwischen Freundinnen.

Eine besondere Würze erhält die Komödie durch ihr Alter (Uraufführung 1966). Referenzen zum Versand von Telegrammen und «flimmerfreien zweiten Fernsehprogrammen» in Kombination mit Frank Sinatras «New York, New York» entführen die Zuschauer in die goldene Zeit, als das Image der Vereinigten Staaten hierzulande aus dem Stoff war, aus dem die Träume sind.

Agenda und Vorverkauf: www.schopfbuehne.ch. Schalterverkauf: Coop Vitality Apotheke, Abendkasse eine Stunde vor Beginn geöffnet, Tel. 079 837 18 65.