Obergrenchenberg

Regierungsrat Ankli baut mit an der interkulturellen Brücke

Der Solothurner Bildungs- und Kulturdirektor Remo Ankli besuchte am Freitag das internationale Trockenmauerlager auf dem Obergrenchenberg, das zum zweiten Mal stattfindet.

«Angesichts der vielen Unruhen, die gerade stattfinden überall auf der Welt, ist es wichtig, interkulturelle und interreligiöse Projekte zu fördern», so Remo Ankli. Dass ihm das zweite interkulturelle Trockenmauerlager ein Anliegen ist, drückte der Solothurner Bildungs- und Kulturdirektor am Freitag mit seinem Besuch auf dem nebligen und kühlen Obergrenchenberg aus – trotz Erkältung und Heiserkeit.

«Mauern bauen – Brücken bilden», dieser Leitsatz gilt auf dem Obergrenchenberg: Beim gemeinsamen Bau an einer Trockenmauer bauen 16 Jugendliche aus Irland, der Schweiz, Israel und Palästina interkulturelle Spannungen ab.

«Schon nach zwei Tagen dachten die Jugendlichen ganz anders über den Israel-Palästina-Konflikt», so Yael-Lee Weiss, Gruppenleiterin aus Israel. «Die Mauer zwischen uns beruht auf der Angst vor dem Unbekannten.» Hier lernen wir uns kennen und merken, dass wir uns mit ähnlichen Themen beschäftigen.»

Bayan Dehaidl aus Palästina ergänzt, dass der persönliche Austausch zentral sei. «Wir haben Spass miteinander, bringen einander unsere Sprachen bei und erzählen von unseren Leben. Das Individuum steht im Zentrum, zugleich lernen wir aber etwas über die anderen Kulturen.»

Dass die Jugendlichen neben interkulturellen Workshops und Gesprächen auch die praktische Arbeit an den Mauern leisten, sei besonders konstruktiv. «Wir verbinden interkulturelle, interkonfessionelle und interreligiöse Arbeit mit Naturarbeit und dem Schweizer Kulturerbe», erklärt Oliver Schneitter, Präsident des Vereins Naturkultur.

Dieser organisiert das Trockenmauerlager vom 10. bis 18. August in Kooperation mit der Bürgergemeinde Grenchen. Dem professionellen Trockenmaurer Manuel Lienhard gefällt die Arbeit mit der interkulturellen Gruppe. «Dass die Mauern richtig gebaut werden und die Jugendlichen zugleich Spass haben an der Sache, ist herausfordernd», so Lienhard.

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