Schachklub Grenchen

Rapidopen-Turnier des Schachklubs feiert Jubiläum mit Spielern aus der ganzen Schweiz

Helmut Löffler (links) und Andreas Ehrsam vom Schachklub Grenchen freuen sich auf das 20. Rapidopen-Turnie

Helmut Löffler (links) und Andreas Ehrsam vom Schachklub Grenchen freuen sich auf das 20. Rapidopen-Turnie

Am 19. Janiar findet das Rapidopen-Turnier des Grenchner Schachklubs bereits zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum wurde das Preisgeld erhöht.

Taktik, Strategie und psychologische «Kampfführung» mit dem Kaffeelöffeli. Dazu der Basiliskenblick ins Gesicht des Gegners, von dem sich besonders die Junioren Aufschluss über den Spielverlauf erhoffen. All das macht die Vereinstätigkeit des Schachklubs spannend. Am 19. Januar führt der Grenchner Verein das «Baloise Bank SoBa Rapidopen-Turnier» bereits zum 20. Mal durch. Zur Feier des Jubiläums, wurde das einerseits das Preisgeld um ein Drittel erhöht und andererseits der Kreis der Spieler deutlich erweitert, die Preise erhalten.

Für dieses Turnier kommen Schachspieler aus der ganzen Schweiz und den grenznahen Gebieten Deutschlands und Frankreichs jeweils ins Parktheater. «Ein Grund dafür sind sicher unsere attraktiven Preisgelder», ist sich Klubpräsident Helmut Löffler bewusst. Bis 500 Franken lassen sich hier an einem Tag gewinnen.

Erwachsene und Kinder messen ihre Kräfte

Im Gegenzug profitieren die Mitglieder des Schachklubs Grenchen von der Möglichkeit, gegen Grossmeister anzutreten. «Vor ein paar Jahren hatten wir die Nummer drei der Schweizer Schachszene dabei. Übrigens wurde er bloss 7. und war am Schluss ein bisschen deprimiert», erinnert sich der Präsident.

Da es sich um ein offenes Turnier handelt, spielen 8-Jährige gegen 80-Jährige, Vereinsmitglieder und Auswärtige bunt durcheinander, wobei nach Stärkeklassen resp. Juniorenkategorie gesonderte Ranglisten geführt werden. Eine weitere Spezialität des Turniers liegt in der langjährigen Verbindung mit dem Hauptsponsor. «Es ist heutzutage aussergewöhnlich, dass eine Bank einem Turnier zwei Jahrzehnte die Treue hält, so wie die SoBa dem Rapidopen», sagt Löffler stolz. Neben dem Rapidopen veranstaltet der Verein jährlich die Grenchner Stadtmeisterschaft und das Blitzopen für die Öffentlichkeit. Intern kommen die Klubmeisterschaft und der Cup hinzu.

Zur Weiterbildung der Mitglieder hat der Klub in den letzten zwei Jahren einen Schachgrossmeister aus der Nähe von Kiew als Theorielehrer engagiert, Sergey Ovseyevych. «Er hat uns zu verschiedenen Themen: Taktik, Strategie, Eröffnung, Mittel- und Endspiel zum Beispiel, Lektionen gegeben», erklärt der Präsident.

Theorieunterricht vom Grossmeister

Der Schachklub Grenchen zählt 50 Aktive, darunter 19 Junioren. Das Einzugsgebiet reicht von der Uhrenstadt bis in die Stadt Solothurn und ins Bürenamt. Die beiden Frauen, die sich in der Männerdomäne behaupten, sind aus dem Vereinsleben nicht wegzudenken.

«Die eine hat hier eine richtiggehende Schachdynastie begründet, die andere hat früher auf nationaler Ebene die Damenmannschaft gecoacht», erzählt Andreas Ehrsam. Er fungiert im Verein als Webmaster und Turnierleiter der Stadtmeisterschaft. Zusammen mit dem Präsidenten hat er sich vor der Vorstandssitzung die Zeit genommen den Klub vorzustellen. Dieser vereinigt Hobbyspieler und stellt zwei Mannschaften in den Schweizer Mannschaftsmeisterschaften, in der 2. und 3. Liga. «Bei aller Liebe zum Spiel, ich könnte nicht acht bis zehn Stunden am Tag am Schachbrett sitzen und professionell spielen. Das wäre mir zu monoton und zu anstrengend», sagt Präsident Löffler. Er ist beruflich als Elektrotechnikingenieur tätig. Webmaster Ehrsam legt ebenso Wert darauf, Schach als Freizeitbeschäftigung zu haben.

Den Gegner aus dem Konzept bringen

Dennoch, das Spiel erfordert dermassen viel Konzentration, «dass es einen in eine komplett andere Welt versetzt. Schachspielen ist wie Meditation – eine vollkommene schweigende Versenkung», umschreibt Ehrsam das Gefühl. Dass nach einem verlorenen Spiel gelegentlich die Emotionen hochkochen, überrascht da nicht weiter. «Ich habe auch schon eine Figur abbekommen, die jemand im Frust durch den Saal gepfeffert hat», sagt Löffler und lacht. Dann beschreibt er die Zermürbungstaktik durch das stete Rühren im Kaffee, das dem Gegner den letzten Nerv kosten kann.

«Die Junioren haben ihre ganz eigene Strategie. Nach jedem Zug starren sie einem konzentriert in die Augen. So versuchen sie zu erkennen, wie wir erfahrenen Spieler auf ihre Manöver reagieren», erklärt der Klubpräsident. Inzwischen hat sich der Rest des Vorstands im Restaurant Parktheater versammelt. Es ist Zeit, die Details für das Turnier vom 19. Januar zu besprechen.

Hinweis
Alle weiteren Informationen zum Rapidopen-Turnier und Anmeldung: www.skgrenchen.ch.

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