Lindenhaus Grenchen

«Nur noch Zigaretten im Kopf»: So sollen Jugendliche gar nicht erst mit Rauchen anfangen

Larissa (12) hat sich für das  Foto «umgestylt».

Larissa (12) hat sich für das Foto «umgestylt».

Kinder und Jugendliche haben im Grenchner Lindenhaus ein Rauchpräventionsprojekt abgeschlossen. Die Kinder suchten für die Kampagne passende Slogans und bastelten verschiedene Gegenstände.

Das Lindenhaus führt regelmässig Projekte mit Kindern und Jugendlichen durch zu bestimmten Themen. Bei diesem Projekt ging es um die Realisierung einer Rauchpräventionskampagne, die sich etwas von den üblichen Kampagnen abheben sollte, welche Kindern und Jugendlichen näher bringen soll, dass Rauchen per se keine gute Idee ist, erklärt Jugendarbeiterin und Projektleiterin Melanie Stoller anlässlich der Vernissage letzte Woche. Das Projekt hätte ursprünglich im Mai innerhalb einer Woche durchgeführt werden sollen, aber das Lindenhaus musste wegen Corona schliessen. Also wurden die Kinder und Jugendlichen erst vor wenigen Wochen aktiv.

Prägnante Anti- Raucher-Slogans gesucht

Sieben Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren nahmen am Projekt teil. «Wir haben uns zuerst überlegt, welche Slogans zu den negativen Folgen des Rauchens uns in den Sinn kommen.» Es bringe wenig, Kindern und Jugendlichen Zahlen um die Ohren zu schlagen, wie viele Menschen wegen des Rauchens erkranken oder sterben. Viel wirksamer als die nackten Tatsachen seien Dinge, die im Gedächtnis haften bleiben, die man selber erarbeitet habe, meinte die Jugendarbeiterin. Die Slogans wurden mit Mindmaps brainstormmässig gesucht und entwickelt. «Rauchen macht arm», «Raucher haben schlechten Atem», «Rauchen macht alt», «Rauchen tötet», «Rauchen stoppt das Wachstum», «Rauchen zerstört Leben», «Nur noch Zigaretten im Kopf» – das waren die erarbeiteten Slogans. Anschliessend suchten die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer passende Outfits und Sujets, die zu den Slogans passten. Sie bastelten und kreierten auch passende Gegenstände, wie zum Beispiel eine überdimensionale Zigarette samt übergrossem Aschenbecher.

Fotograf setzte die Ideen in Szene

Der Berner Fotograf Bielo Vasquez war für ein halbes Jahr im Lindenhaus als Aushilfe tätig – ein Glücksfall. Denn das Ziel des Projekts war es, zu den Slogans passende Fotos zu realisieren, mit den Kids, die selber als Models figurierten. «Es war nicht einfach, denn wir mussten beim Schminken zum Beispiel darauf achten, die notwendigen Sicherheitsabstände und Hygiene- Massnahmen einzuhalten. Jedes der Models erhielt beispielsweise sein eigenes Schminkschwämmli», erzählt die Jugendarbeiterin.

Mithilfe einer professionellen Blitzanlage wurden die Jugendlichen ins rechte Licht gerückt und abgelichtet. Aus diesem Material wurden einerseits grossformatige Fotos mit dem Slogan gedruckt als auch kleine Sticker, die man anstelle der herkömmlichen Bilder auf die Zigarettenpäckli kleben könnte. «Es hat mega Spass ­gemacht, als Fotomodell zu posieren und Grimassen schneiden zu dürfen», sagt die 12-jährige Larissa. Sie sei schon vor der Rauchpräventionskampagne davon überzeugt gewesen, nie mit dem Rauchen anzufangen. «Jetzt werde ich erst recht nicht rauchen».

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