Bettlach

«Null Ahnung»: Bettlacher wird ganz nebenbei Domino-Weltmeister

Thomas Caflisch ist gut gelaunt – als absoluter Neuling hat er sich den Domino-Weltmeistertitel geholt. FUP

Thomas Caflisch ist gut gelaunt – als absoluter Neuling hat er sich den Domino-Weltmeistertitel geholt. FUP

Normalerweise spielt Thomas Caflisch Ego-Shooter auf der X-Box oder Fussball beim FC Rüti. Von Domino hatte der 22-Jährige bislang keine Ahnung. Jetzt ist er plötzlich Weltmeister; in einem Spiel, bei dem Glück und Rechentalent gefragt sind.

«Dabei bin ich nicht mal gut in Mathe», sagt der sympathische Bettlacher selbst. Caflischs Weg zum Titel war kurz und zufällig. Freunde von ihm spielen seit längerem Domino, und als eine Teilnehmerin kurzfristig ausfiel, sagte er spontan als Ersatz zu.

Mit ein wenig Anfängerglück

Die Domino-WM wird dezentral gespielt. Insgesamt 65 Spielerinnen und Spieler kämpften in Norwegen, Deutschland und in der Schweiz um den WM-Titel. Man legt Steine und zählt die Augenzahlen zusammen. Austragungsort in der Schweiz war das Haus der Familie Bader an der Dählenstrasse in Grenchen. Walter und Irène Bader sind beide alte Haudegen in der Szene, spielen seit vielen Jahren Domino. Beide waren in den vergangenen Jahren auch schon einmal Weltmeister. Thomas Caflisch spielte für Baders Tochter. Deren Bruder, ein Kollege, fragte ihn kurzfristig an.

Caflisch hat zu Hause nicht einmal ein eigenes Dominospiel. Die Regeln lernte er noch kurz vor der Meisterschaft. «Ich hatte zuerst null Ahnung», gibt er freimütig zu. «Aber so kompliziert ist es nicht, und ich hatte auch sehr viel Glück an diesem Abend.» Glück nämlich, weil er gute Steine erhielt. Wie eine gute Hand beim Jass – damit waren die Voraussetzungen für den Debütanten von Anfang an gut.

Gemütliche Runde unter Freunden

«Ich war nicht nervös. Das Ganze war eine lockere Spielrunde, schliesslich kannten wir uns alle. Wie ein gemütlicher Abend unter Freunden», beschreibt Caflisch. Seinen neuen Titel nimmt er nicht allzu ernst, schliesslich sei Domino «ja nicht so bekannt». Bis vor ein paar Tagen wussten nicht einmal seine Eltern, bei denen der 22-Jährige noch wohnt, von seinem Erfolg. «Es ist schon noch cool, aber nichts Grossartiges», meint er bescheiden.

Caflisch hatte Glück, spielte gut, gewann. Und wurde so ganz nebenbei Weltmeister. Er hatte mehr Punkte erreicht, als alle anderen Teilnehmer auch in Norwegen und Deutschland. Diese Woche erhielt er in einer kleinen Feierstunde bei Baders den Pokal. In Zukunft aber regelmässig Domino zu spielen, sei nicht seine Absicht. «Total angefressen bin ich nicht», sagt er. Doch eines sei sicher. Bei der nächsten WM werde er trotzdem alles daran setzen, seinen Titel zu verteidigen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1