Beim Veranstalter hat man die Schwachstellen des Red Bull Race Day vom Wochenende erkannt. So sei es aufgrund der hohen Anzahl von Besucherinnen und Besuchern am Sonntag auf den umliegenden Strassen und Parkplätzen zu längeren Wartezeiten gekommen, räumt eine Red-Bull-Sprecherin ein. «Das Verkehrskonzept wurde in enger und in beidseitig geschätzter Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei Grenchen und der Kantonspolizei ausgearbeitet und beinhaltete alle erforderlichen Aspekte der möglichen und erforderten Verkehrsführung auf den umliegenden Strassen», heisst es in der schriftlichen Stellungnahme.

Veranstalter Red Bull gelobt Besserung

«Wir bedauern die langen Wartezeiten bei den Essens- und Getränkeständen sowie den Toiletten.» In Absprache mit den verantwortlichen Stellen werde man den Red Bull Race Day analysieren und sicherstellen, «dass unsere Besucherinnen und Besucher in Zukunft wieder uneingeschränkt in den Genuss solch spektakulärer Events kommen».

Was manche als Überforderung der Organisatoren taxieren, verlief aus deren Sicht als für einen Event dieses Kalibers eher reibungslos. Als Chef der Catering-Firma Fotra, die am Red Bull Race Day vom Sonntag am Flughafen Grenchen für die Verpflegung zuständig war, hat Peter Traub Erfahrung mit Grossanlässen. «Ja, es hatte extrem viele Leute», stellt er fest, «im Vergleich etwa mit der Air Show in Payerne 2014 glaube ich aber, dass wir einen guten Job gemacht haben», nimmt Traub seine 140 Mitarbeiter in Schutz, die am Sonntag vor Ort waren.

Es sei schlicht nicht möglich, in einer halben Stunde 20'000 Menschen zu verpflegen. Denn als diese Menge Besucher nach der Türöffnung um 10 Uhr bis zum Beginn des Programms um 12 Uhr aufs Gelände strömte, hatten viele nach einer womöglich langen Autofahrt samt Stau zuerst mal Lust auf eine Bratwurst und ein Mineral. Letzteres erschien offenbar vielen Westschweizern mit 5 Fr. pro Fläschli teuer, wie Traub einräumt.

«Wenn von 30'000 Besuchern hundert in den sozialen Medien motzen, scheint dies viel», meint Traub, «Ich selber habe am Nachmittag mal schnell 1000 Bier gezapft und kein Einziger hat reklamiert.»

Transportwege immer wieder unterbrochen

Anspruchsvoll sei die Logistik auf dem Flughafengelände gewesen, wo die Versorgung der Verpflegungsstationen immer wieder durch die Flug- und Renndemonstrationen unterbrochen worden sei. Die Zusammenarbeit mit Organisator Red Bull lobt Traub aber. «Die Leute waren professionell, da gibt es nicht zu bemängeln.»

Seitens des Flughafens ist Ernest Oggier mit dem unfallfreien Verlauf des Mega Events zufrieden. «Die Leute von Red Bull haben kompetent gearbeitet», zieht der Flughafenchef am Montag Bilanz. Die Federführung des Anlasses lag bei Red Bull, d. h. seiner Schweizer Event-Abteilung. «Sie haben das ganze Gelände von Freitagabend bis Sonntagabend gemietet unter der Rahmenbedingung, dass die Ausgangssituation bis Montag früh wieder erstellt ist und wir den Flughafen um 8 Uhr öffnen können. Das hat so weit bestens geklappt.»

Zahlreiche Auflagen mussten erfüllt werden

Damit der Anlass überhaupt durchgeführt werden durfte, musste eine grosse Menge von Auflagen erfüllt werden. Seitens des Organisators seien 73 Sicherheitskräfte im Einsatz gewesen. Jedes Display eines Flugzeugs musste mit der genauen Flugroute und den Figuren beim Bazl eingereicht werden. «Es sassen drei Bazl-Leute im Tower, die sofort eingeschritten wären, hätte man sich nicht daran gehalten», erklärt der Flughafendirektor.

Oggier bezeichnet den Grossanlass mit einem Budget von 1,5 Mio. Fr. als gut gelungen. Mit der Durchführung in Grenchen sei es möglich geworden, auch das Westschweizer Publikum anzusprechen. In der Tat war am Sonntag auf dem Flughafengelände viel Französisch zu hören – nebst allen möglichen Schweizer Dialekten und weiteren Sprachen.

Klimabelastung wurde kompensiert

Es sei schade, wenn jetzt negative Aspekte in den Vordergrund gerückt werden, meint Oggier weiter. «Beispielsweise, dass die Immissionen über My Climate kompensiert werden, hat bis jetzt niemand erwähnt.» Dem Publikum von Flugshows müsste sodann eigentlich auch klar sein, dass im Pistenbereich keine WC-Häuschen aufgestellt werden dürfen und so mit längeren Fusswegen bis zum «Geschäft» gerechnet werden muss.

Red Bull Race Day: So spektakulär waren die Shows in der Luft

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