Thomas Hägeli, Präsident des Projektausschusses und Tino Buchs, Vertreter von bbz Landschaftsarchitekten, orientierten vergangenen Freitag über die geplante Umgebungsgestaltung bei der katholischen Kirche.

Das präsentierte Projekt sieht eine Stützmauer entlang der Robert-Luterbacher-Strasse sowie eine symmetrische Ausrichtung der Zugangstreppe auf das Hauptportal der Kirche vor. Dadurch wird die Präsenz der Kirche verstärkt und der Vorplatz gewinnt an Grösse. Die überalterten Bäume im Westen werden durch neue Baumgruppen ersetzt und der Südhof zwischen Taufkappelle und Absyte wird durch die Entfernung der Betonmauer geöffnet und der Blick auf die Kapelle freigegeben.

Zudem werden der Osthof zugänglich gemacht und die ursprüngliche Baumreihe aus Rosskastanien wieder hergestellt. Die Rabatten vor dem Eusebiushof werden entfernt und durch eine frei auslaufende Treppe ersetzt, der Eingangsbereich wird dadurch geöffnet und gewinnt an Raum.

Mit der Umgestaltung wird ein freier Rundgang um die Kirche möglich, Baumgruppen und Sitzbänke sollen zum Aufhalten und Verweilen einladen. Im Dreieck der Schul-, Kirch- und Robert-Luterbacher-Strasse wird durch das Pflanzen eines Lindenbaumes mit Rundbank ein Ankunftsplatz geschaffen. Der Kirchenplatz soll generell autofrei werden, dafür sind an der Schulstrasse sieben neue Parkplätze geplant.

Denkmalpflege mit im Boot

Die kantonale Denkmalpflege wurde bei der Planung beigezogen und begrüsst die geplanten Massnahmen. Sie führen zu einer Stärkung der Kirchenumgebung als Aufenthaltsort und als gestalteter Aussenraum. Beigezogen wurde ebenfalls die Behindertenfachstelle procap. Die ganze Umgebungsgestaltung wird barrierefrei und kann mit Rollstühlen befahren werden. Für den Zugang zur Taufkapelle wurde die Anschaffung einer mobilen Rampe empfohlen.

Das vorliegende Projekt wird mit Gesamtkosten von rund 750'000 Franken veranschlagt. Der Kredit wird anlässlich der kommenden Kirchgemeindeversammlung beantragt. Nach einer Genehmigung des Projekts können dem kantonalen Denkmalschutz, dem Lotteriefonds und der röm.-kath. Synode Beitragsgesuche gestellt werden, die Höhe allfälliger Beiträge ist noch nicht bekannt.

Angeregte Diskussionen

Nach der Projektvorstellung folgte eine rege Diskussionsrunde. Bedenken wurden bezüglich der Öffnung der Ostseite angemeldet, dort wird die Bildung einer «Szene» befürchtet. Man sei sich dieser Angst bewusst und bei Problemen würde rasch gehandelt entgegnete Thomas Hägeli. Auch die künftige Parkplatzsituation, Behinderungen während der Bauzeit sowie die finanzielle Tragbarkeit der Investition und des künftigen Unterhalts wurden kritisch hinterfragt. Dem gegenüber wurde die durch das Projekt symbolisierte Öffnung der Kirche und die Aufwertung dieses wichtigen städtischen Raumes gelobt.

Die Neugestaltung sei ein Gewinn für die Stadt Grenchen, die Kirche werde aufgewertet und bekomme einen würdigen Rahmen. Aus der Runde wurde der Projektgruppe für ihre wertvolle und gute Arbeit gedankt.

Eine angeregte Konsultativabstimmung wollten die Anwesenden nicht durchführen, in welche Richtung sich die Meinungen gebildet haben, bleibt somit offen. Auf den Entscheid der Stimmberechtigten anlässlich der Kirchgemeindeversammlung vom 27. November 2018 kann man also gespannt sein.