Grenchen

«Komödie im Dunkeln»: Parktheater eröffnet mit Theater Zürich

Theater für den Kanton Zürich eröffnete die Theatersaison mit einem Stück von Peter Shaffer.

Brindsley Miller, ein junger erfolgloser Bildhauer, lädt den russischen Kunstsammler Godunow gemeinsam mit seinem zukünftigen Schwiegervater in seine Wohnung ein. Grosse Erwartungen sind mit diesem Abend verbunden. Godunow soll ihm ein Kunstwerk abkaufen und der Vater seiner Verlobten Carol soll sein Einverständnis zur Hochzeit geben. Um seinen Schwiegervater in spe zu beeindrucken, hat sich Brindsley die wertvollen Möbel seines Nachbarn Harold, der gerade in den Ferien weilt, heimlich ausgeliehen.

Dies alles erfahren die Zuschauenden im Dialog zwischen Brindsley und seiner Verlobten, während Bühne und Saal vollkommen im Dunkeln liegen. Dann plopp: Das Licht geht an. Die Diagnose: Stromausfall. Autor Peter Shaffer arbeitet mit einem genialen Einfall: der Umkehr von Licht und Dunkel. Die Bühne ist nun hellbeleuchtet, die Zuschauenden bekommen alles mit, während die Schauspieler agieren müssen, als ob sie im Dunkeln tappen würden. Das gut aufgelegte Ensemble des «Theaters für den Kanton Zürich» meistert die anspruchsvolle Aufgabe mit Bravour.

Nun geht es aber erst richtig los. Spätesten als der Nachbar zu früh zurückkehrt, ist Brindsley endgültig in der Zwickmühle. Er hat nun ein Interesse daran, dass es dunkel bleibt. Alle Versuche mit Kerzen, Streichhölzern oder Feuerzeug etwas Licht ins Geschehen zu bringen, muss er vereiteln. Gleichzeitig versucht er im Schutze der Dunkelheit, die ausgeliehenen Möbelstücke einzeln zurückzuschaffen. Für zusätzliche Verwirrung sorgt ein russischer Emigrant, der bei den Städtischen Werken arbeitet, allerdings für den erwarteten Kunstmäzen gehalten wird. Viel Situationskomik und einige treffliche Wortgefechte erheitern das Publikum im gut gefüllten Parktheater. Und natürlich die spannende Frage, ob und wann das Lügengebilde des Protagonisten in sich zusammenfallen wird. Als dann auch noch dessen ehemalige Geliebte auftaucht, gibt es kein Entrinnen mehr. Die Handlung treibt unaufhaltsam seinem Höhepunkt entgegen, der sich in einem «Klapf» entlädt. Wahrlich ein amüsanter Theaterabend, kurzweilig und im besten Sinne ungewöhnlich.

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