Die St. Klemenz-Kirche ist ein denkmalgeschützter Betonbau aus dem Jahr 1969, der vor fünf Jahren aufwendig saniert wurde. Jetzt wird in einer nächsten Renovationsphase das Pfarrhaus saniert, das Teil der Anlage ist. Der Zeitpunkt bietet sich an, da das Gebäude nach der Pensionierung des langjährigen Pfarreileiter-Ehepaars Günter jetzt leer steht.

Laut Kirchgemeinderatspräsident Theo Sury war das Eintreten auf die Vorlage weitgehend unbestritten. «Eine Person, welche auf Nichteintreten plädierte, hat am Ende dem Gesamtkredit ebenfalls zugestimmt», berichtet Sury vom Verlauf der Versammlung. Somit hätten alle 37 anwesenden Kirchenmitglieder der Sanierung zugestimmt.

Thomas Varrin, Präsident der Baukommission, stellte das Projekt mit Innen- und Aussensanierung im Detail vor. Wichtigste Änderung ist die räumliche Trennung der Arbeitsplätze vom Wohnteil. Nebst dem Büro der Gemeindeleitung umfasst der Umbau einen Arbeitsplatz für Sekretariat/Administration, Besprechungszimmer (Seelsorge) und Arbeitsplätze für die Katechese. Zur Renovation gehört auch die Sanierung der zwei Balkone, die Restaurierung der hölzernen Inneneinrichtung (Einbauschränke) und eine neue Holztreppe.

Wohnung und Büros trennen

Für das «Seelsorgezentrum» werden gemäss Sury rund 400 000 Fr. investiert, der übrige Kredit ist für die Renovation der Wohnung vorgesehen. Wie schon bei der Kirche wird die Denkmalpflege einen Beitrag leisten, hier in der Höhe von 137 000 Fr. Da die Kirchgemeinde schuldenfrei sei und Eigenkapital aufweise, rechne man mit einer Fremdverschuldung in der Höhe von 300 000 Fr. Im Finanzplan sei zwar eine Steuererhöhung vorgesehen. Man hoffe aber, dass man wie bereits bei der Kirchensanierung darauf verzichten könne.

In einer nächsten Etappe soll dann auch noch der Kirchturm des markanten Betonbaus renoviert werden. Diese Etappierung sei möglich geworden, da für Pfarrhaus und Turm normaler Beton verwendet wurde und nicht der sogenannte Leca-Beton, der poröser ist und eine frühere Sanierung des Kirchenbaus nötig gemacht hatte. Die Arbeiten am Pfarrhaus sollen etwa bis Mitte 2020 andauern.

Kooperation mit Grenchen?

An der Kirchgemeindeversammlung orientierte Sury ferner über das weitere Vorgehen hinsichtlich der Vakanz der Gemeindeleitung. Da gleichzeitig die Pfarrstelle in Grenchen neu zu besetzen ist, habe man zusammen mit den Verantwortlichen der Bistumsregion das Gespräch mit der Pfarrei Eusebius (Grenchen) gesucht und sich entschieden eine gemeinsame Stellenausschreibung zu machen.

Der allseits bekannte Priestermangel in der katholischen Kirche veranlasst die Bistumsregion, weiter auf die Errichtung von Pastoralräumen zu setzen, eine Struktur, bei der sich Pfarreien einen Priester teilen. Eine verantwortliche Gemeindeleitung bleibt dabei vor Ort. In welcher Form Bettlach und Grenchen künftig zusammen arbeiten werden, sei zurzeit noch offen, meint Sury. «Wie sich die Zusammenarbeit im Detail gestalten lässt, hängt weitgehend von den Personen ab, die wir für diese Aufgaben finden werden.» Ziel sei die Errichtung eines «Pastoralraums mit Eigenständigkeit».