Grenchner Wirtschaftsforum

«Influencer» – was das ist und was es nicht ist

Mit von links Thierry Moser und Vasco Branschi ("Artworth Brothers"), Fachhochschuldozent Bruno Bucher und Podiumsleiter Reto Kohli vom IHVG

Podiumsdiskussion zum Thema "Influencer"

Mit von links Thierry Moser und Vasco Branschi ("Artworth Brothers"), Fachhochschuldozent Bruno Bucher und Podiumsleiter Reto Kohli vom IHVG

Influencer sind im Internet zunehmend wichtig. Es gibt aber viele Missverständnisse und Halbwissen, wie Experten am Grenchner Wirtschaftsforum erläuterten. Ein Beruf sei es definitiv nicht.

Das Wirtschaftsforum Grenchen, organisiert von Handel- und Industrieverband und Gewerbeverband, begab sich am Donnerstag auf die Spur eines Phänomens der digitalen Welt – des sogenannten «Influencers», auf Deutsch Beeinflussers. «Man hört das schon oft als Berufswunsch von Jugendlichen», meinte Stadtpräsident François Scheidegger anlässlich der Begrüssung im Parktheater.

Bruno Bucher, Dozent für Digital-Marketing an der Berner Fachhochschule, lüftete in seinem Vortrag etwas den Nimbus dieses Begriffes, der vor allem in Gratis-Gazetten den jungen Menschen eine Welt vorgaukelt, in der man rasch berühmt und von Herstellern mit begehrten Produkten eingedeckt wird. Die Forschung zeichne hier ein etwas differenzierteres Bild, meint Bucher. «Influencer ist jedenfalls kein Beruf.» Eher sei es die Einflussphäre von mehr oder weniger bekannten Leuten, die sich durch soziale Autorität und konsistentes Verhalten einen Namen in der Gefolgschaft von sozialen Medien schaffen.

Trump: DER Influencer

Dort nämlich ist die Welt, in der sich Influencer bewegen. Typisches Beispiel gemäss Bucher: Donald Trump. In der Schweiz gebe es eher «Micro-Influencer», respektierte Autoritäten aufgrund von Fachwissen oder Status, die eine Rolle in einem definierten Umfeld spielen. Wer beim Marketing auf Influencer setzen wolle, müsse aber wissen, wo die Musik spielt: zurzeit primär auf Instagram, einer Plattform des Facebook-Konzerns. Facebook selber verzeichne seit 2014 sinkende Nutzerzahlen, sei aber aufgrund der schieren Grösse fürs Marketing wichtig. «Facebook und Google saugen mit einem Umsatz von 2,7 Mrd. Franken den Schweizer Werbemarkt ziemlich leer.»

Klar definierte Zielgruppen

Vasco Branschi und Thierry Moser zeigten anhand ihrer Firma beziehungsweise ihres Instagram-Accounts «Artworth Brothers», wie Influencing in der Praxis funktioniert. Ein Vorteil sei, dass gewisse Zielgruppen auf der ganzen Welt gut fokussiert werden können. Beispielsweise für Fortis Uhren oder Läderach Schokolade. Unter der Leitung von IHVG-Vorstandsmitglied Reto Kohli diskutierte man anschliessend im Podium über weitere Aspekte. Beispielsweise, dass man sich nicht ahnungslos auf Influencer verlassen könne, welche oft mit gekauften Followern arbeiten.

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