Bundesfeiern

Herzliche Glückwünsche zum 724. Geburtstag, liebe Schweiz!

In den verschiedenen Gemeinden beging man den Nationalfeiertag unterschiedlich. In Oberwil redete eine gestandene Bäuerin, in Rüti ein Grossrat und in Büren die Schriftstellerin Stefanie Grob.

In Oberwil bei Büren gratulierte Christine Gerber (Radelfingen) zum 724. Geburtstag der Eidgenossenschaft. Die gestandene Bäuerin und sechsfache Mutter ist Vizepräsidentin des bernischen Bauernverbandes und ihrer Wohngemeinde.

Entsprechend geerdet und «praxisorientiert» kam denn auch ihre Ansprache an die Oberwiler daher. Sie habe die Gemeinde als Präsidentin des bernischen Landfrauenvereins schon kennen gelernt und sei wohl deshalb als Referentin eingeladen worden, erläutert sie auf Anfrage.

«Ich habe immer wieder gestaunt, was die Frauen und Männer ehrenamtlich für die ländliche Region alles leisten, wie sie Traditionen bewahren und weiterführen», gabs zunächst einmal Lob. Gerber gab aber auch zu bedenken, dass in der modernen Zeit viel praktisches Wissen verloren gegangen sei.

«Zwar kennt sich heute jeder mit dem Handy aus, aber die Organisation des Alltags stellt die Familien vor immer grössere Herausforderungen. In diesem Sinne ermutigte sie, althergebrachtes Wissen an die junge Generation weiterzugeben.

Patriotismus kennt kein Parteibuch

In Rüti wandte sich der Berner Grossrat Jan Gnägi als Festredner an die Bevölkerung und stellte seine Gedanken unter das Motto Gemeinsames und Trennendes. Wer im Ausland über die Schweiz um Auskunft gebeten werde, betone meistens die Vielfalt des Landes.

Diese Vielfalt bedeute aber auch verschiedene Herausforderungen und könne auch Trennendes beinhalten: den Stadt-Land-Graben, die Sprache, das unterschiedliche Bildungsniveau. Die Stärke der Schweiz sei deshalb vom Willen zur Gemeinsamkeit abhängig.

Auch der anstehende Wahlkampf biete viel Potenzial, Trennendes zu betonen. Auseinandersetzung müsse zwar sein. «Doch am Ende muss immer eine Lösung im Zentrum stehen, nicht die Profilierung», betonte Gnägi. «Patriotismus kennt kein Parteibuch.»

Amt als Bereicherung erlebt

In Leuzigen ergriff Vizegemeindepräsident Daniel Baumann das Wort. Als Gemeindeschreiber in Roggwil und vorher in anderen Gemeinden kann er auf 28 Jahre Tätigkeit für bernische Gemeinden zurückblicken.

«Ich habe es in meiner gesamten Zeit als sehr spannend, gewinnend und abwechslungsreich erlebt.» Die Ansprechgruppen seien sehr vielschichtig. «Sie reichen von kantonalen Behörden, Politikern, Verwaltungen, Medien/Presse bis zur gesamten Dorfbevölkerung, von jung und alt, reich und arm, still und laut, Landwirt und Lehrer, Gemeinderat und Burgerrat und so weiter.»

Ein öffentliches Amt sei also eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht und Baumann verwies deshalb auch auf die anstehenden Gemeindewahlen.

In Büren an der Aare gabs ab 19 Uhr an der Ländte den traditionellen Risotto. Als Rednerin amtete die Schriftstellerin und Satirikerin Stefanie Grob. Die Feier wurde mit den «archaischen Feuern» auf der Aare abgeschlossen.

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