An der Löwenkreuzung gibt es endlich Hoffnung für eine bauliche Aufwertung der südwestlichen Ecke. Das frühere Warenhaus ist sanierungsbedürftig, mehrere Abschnitte der Fassade sind vernachlässigt. Ein Teil des Volumens von rund 6000 Kubikmetern des markanten Gebäudekomplexes steht seit Jahren leer. Am 18. Juli hat die Architekturfirma Atelierbau die Hausnummern Bielstrasse 1, 3 und 5 nun verkauft. Die neue Besitzerin ist die Granges 135 SA mit Sitz in Lausanne. Wie am Namen unschwer zu erkennen ist, wurde die Firma extra für den Unterhalt der Häuserzeile gegründet.

Geheimer Besitzer

Gemäss Handelsregister zeichnet der Kontaktmann der Granges 135 SA in der Romandie für mehrere ähnlich gelagerte Immobilienfirmen verantwortlich, eine davon in Moutier. Für Auskünfte ist er nicht zu erreichen. «Der Besitzer will im Hintergrund bleiben», sagt Peter Büchli. Seine Firma Büchli Liegenschaften in Bern verwaltet die Häuserzeile seit dem Sommer. «Für die bestehenden Mieter bleibt alles beim Alten», versichert er. «Es bestehen Pläne, hauptsächlich im Bereich der Hausnummern 3 und 5, die bisher kaum genutzte Rückseite (Seite Breitengasse) aufzustocken und besonders das Dachgeschoss auszubauen. Dort sollen Wohnungen entstehen.»

Rössli-Pub bleibt bestehen

Das sind gute Nachrichten, für die Mieter (u. a. Elektronikgeschäft Digirama, Boutique Rosalba, Fitnesscenter City Fit, Architekturfirmen, Tanzschulen) wie auch für die zentral gelegene Löwenkreuzung. Wie es scheint, will die neue Besitzerin der Häuserzeile mit der grossen Kelle anrichten. So haben die Mieter der benachbarten Liegenschaft Bielstrasse 7 (Rössli-Pub) ein Gerücht gehört, wonach auch ihr Haus für einen Verkauf angefragt worden sei.

Heinz Bühlmann als Vertreter der Hauseigentümerin der Bielstrasse 7 verneint das: «Ich wurde in diesem Zusammenhang nie angegangen. Dass das Nachbarhaus verkauft wurde, habe ich erst nachträglich erfahren.»

Ein Zwischenschritt?

Bühlmann ist froh um die Veränderung an der Löwenkreuzung. Dabei vermutet er, dass die aktuellen Besitzverhältnisse möglicherweise nur einen Zwischenschritt zu einem dauerhaften Projekt darstellen. «Jahrelang war das eine Art Abbruchobjekt, ein grosser Klotz an prominenter Lage, zerbrochene Fenster, eine schäbige Fassade.» Er habe sein Gebäude vor Jahren in einem ähnlichen Zustand übernommen und wisse daher, dass sich an der Bielstrasse mit vernünftigem Aufwand durchaus etwas Gutes machen lasse. Er sei auch gern bereit zu helfen, sollte der neue Nachbar Durchleitungsrechte oder etwas Ähnliches benötigen.

Der Stapi weiss es ...

P.S. Weiss man wirklich nicht, wer hinter der Societé Anonyme (SA) mit Sitz in Lausanne steckt, welche die Häuserzeile gekauft hat? Stadtpräsident François Scheidegger wüsste es jedenfalls, wie er durchblicken lässt. Er hat sich aber gegenüber dem Investor zum Schweigen verpflichtet: «Der Käufer ist ein Solothurner. Meinem Eindruck nach kein Spekulant, sondern jemand mit ernstzunehmenden Plänen. Ich habe ein gutes Gefühl.»