Als «Lucky Loser» hatte sich Grenchen vor einer Woche den Platz in der letzten «Donnschtig-Jass»-Sendung gesichert. Und mit dem überlegenen Sieg gegen Hildisrieden – 57 gegen 81 Differenzpunkte – holten die Jasser auch noch die Sendung selbst in die Uhrenstadt. Am 2. oder 9. Juli 2020 werden zwei Gemeinden auf dem Marktplatz um den Sieg jassen. Welchen Donnerstag es trifft, entscheidet sich im nächsten Jahr. 

Beim «Donnschtig-Jass» in Balsthal war Dagobert Cahannes mittendrin. Mit über 30 Jahren Fernseherfahrung ist er ein alter Hase im Business, kennt viele Moderatoren und Leute hinter der Kamera. Deshalb war für ihn klar, früh vor Ort zu sein, um Moderator Rainer Maria Salzgeber «zum Geburtstag zu gratulieren und in aller Ruhe das eine oder andere Gespräch zu führen». Auch Aufnahmeleiter Rob Lutz ist ihm bestens bekannt. Mit ihm zusammen hat er am CSI Zürich gearbeitet. «Da weiss man, wie der andere tickt.» 

«Wir wären parat gewesen, auf den Knopf zu drücken»

Mit beiden wird der Speaker von Schwingfesten, Pferdeanlässen und Fussballspielen als Mitglied des Grenchner Organisationskomitees im nächsten Jahr wieder zu tun haben. Bereits jetzt hat die Stadt Grenchen ein Konzept in der Schublade. Das muss auch sein, denn bei einem Sieg gegen Balsthal letzte Woche hätte die ganze Sendung schon jetzt am Jurasüdfuss stattgefunden. Deshalb überrascht es nicht, wenn Dagobert Cahannes sagt: «Wir wären am Montag parat gewesen, auf den Knopf zu drücken.»

Sicherheitskonzept, Hotelzimmer, Garderoben, ein bewachter Platz für die sieben Lastwagen vom Fernsehen, Catering usw. Alles war organisiert. Auch Ideen für den dreiminütigen Imagefilm wurden schon bei der Produktionsfirma deponiert. Ein Besuch bei den Kanuten, auf dem Flughafen und in einer Uhrenfabrik, abends in der Sternwarte... Inhalte gäbe es genug. «Es gibt viel Interessantes in Grenchen», so Cahannes, der dem Fernsehen Ideen lieferte und Kontakte herstellte. Ideen, die im nächsten Jahr vielleicht umgesetzt werden.

Abschluss und Ausblick

Im September wird das OK eine Schlusssitzung abhalten. «Da werden wir die Operation 19 abschliessen. Wir werden sicher auch in die Zukunft blicken.» Dazu gehört auch, das Pflichtenheft genauestens zu studieren. «Wenn man dieses aufmerksam durchliest, hat man sehr gute Vorgaben», meint Cahannes. Auch die Ressourcen im OK wolle man anschauen. An der Zusammensetzung etwas zu ändern, dafür gibt es für den Medienexperten keinen Grund. «Wir haben alle sehr gut zusammengearbeitet.» 

Zum Nachschauen: Der "Donnschtig-Jass" aus Balsthal:

Die Organisation fiel auch nicht aus dem Ruder, als Cahannes kurz vor dem ersten Jass-Duell wegen eines Herzinfarkts ausfiel. In Flums konnte er deshalb nicht dabei sein. Jetzt geht es ihm wieder gut. «Einen Marathon laufen sollte ich nicht, aber das hätte ich ja auch vorher nicht getan», witzelt er.

Dem OK ist es wichtig, dass die Jasser auf jeden Fall bei der Sendung mithelfen, oder zumindest als Gast anwesend sein werden. «Die haben die Kohlen für uns aus dem Feuer geholt», betont Cahannes. Dann werden wohl auch sie die roten Polo-Shirts mit dem kreativen Aufdruck und die dazu passenden Hüte tragen.