Donnschtig-Jass

Grenchner Jasser trainieren fürs TV

Im Training der «Donnschtig-Jasser» von links: Monika Dietschi, Adrian Schleiss, Thomas Huser, Hans Ulrich Brugger und Nathalie Schindler.

Im Training der «Donnschtig-Jasser» von links: Monika Dietschi, Adrian Schleiss, Thomas Huser, Hans Ulrich Brugger und Nathalie Schindler.

Am 8. August jassen die Grenchner in Flums oder Walenstadt gegen ihre Konkurrenten aus Balsthal. Die Gewinner-Gemeinde hat eine Woche später die Gelegenheit, die Live-Sendung des Donnschtig-Jass zu beherbergen. Das Grenchner Jassteam ist energisch am trainieren.

Bereits zum sechsten Mal seit ihrer Qualifikation trafen sich die auserwählten Grenchner zum Jasstraining. Die fünf Jasserinnen und Jasser wollen die Konkurrenz aus Balsthal hinter sich lassen, wenn sie am 8. August anlässlich des «Donnschtig-Jass mit einer grossen Fangemeinde nach Flums oder Walenstadt fahren, um sich dort im Differenzler live am TV zu messen. Jeweils vier Stunden jassen vier der Grenchner Jasser, der fünfte schreibt.

Diese Woche traf man sich bei Thomas Huser auf der Veranda. Um ein Haar hätte Nathalie Schindler, die sich mit dem besten Resultat im Qualiturnier als Telefonjasserin qualifiziert hatte, absagen müssen. Sie musste sich in der Klinik Obach in Solothurn einem kleineren chirurgischen Eingriff unterziehen und sollte die nächsten paar Nächte zur Überwachung dort bleiben. Die Ärzte erlaubten ihr aber den Ausflug nach Grenchen, um beim Jasstraining dabei zu sein. Ihr Partner übernahm die Rolle des Chauffeurs und Pflegers.

Die französischen Karten kennt man besser

Gespielt wurde mit deutschen Karten – diejenigen, welche die Mehrheit des Teams vorher am wenigsten gut kannten. Schon beim ersten Spiel verwechselt Monika Dietschi bei ihrer Einschätzung zunächst den Trumpf, bemerkt ihren Fehler aber und schliesst mit sehr guten 2 Punkten Differenz ab. Adrian Schleiss, Grenchens Junior-Jasser – er beherrschte vor dem Qualiturnier bloss den Schieber mit französischen Karten – sagt zu wenig an und macht 14 Punkte zu viel. Es sollte sein einziger «Ausrutscher» des Abends bleiben. «Keiner von uns hat so viele Fortschritte gemacht wie er», sagt Thomas Huser, der heute als Schreiber fungiert. «Aber besser geworden sind wir alle», sagt Hans Ulrich Brugger, der mit 4 Differenzpunkten ein gutes Spiel macht.

Tatsächlich zeigt sich in den nächsten Runden: Die Differenzen liegen in der Regel im niedrigen, einstelligen Bereich. Nur selten verhaut sich jemand komplett, meist liegt es an einem kleinen Fehler zu Beginn des jeweiligen Spiels: den falschen Trumpf gezogen, die falsche Karte verworfen. Wenn so etwas passiert, sprechen die Jasserinnen und Jasser darüber, denn nur aus Fehlern lerne man. Wie auch durch die Beobachtung der Jasser am TV, wenn am Donnerstagabend die Livesendung «Donnschtig-Jass» über die Bühne geht. «Der hat komplett falsch begonnen. Ob der wohl den Trumpf verwechselt hat?» «Ja, der hat sein Spiel komplett vergeigt!», ist man sich einig.

Sorgen bereitet der Runde die Ablenkung, für die Moderator Rainer Maria Salzgeber sorgen könnte: «Fragen wie ‹wie viele Kinder hast Du?› könnte wohl keiner von uns gebrauchen zum falschen Zeitpunkt.» Aber das habe sich ja von der ersten zur zweiten Sendung schon sehr gebessert. Auch der Moderator erhalte wahrscheinlich Manöverkritik bei dieser ernsten Sache.

Ernsthaftigkeit und Konzentration sind gefragt

Ernst nehmen es auch die Grenchner Jasserinnen und Jasser. Von Runde zu Runde werden sie besser. Nach sieben Runden ist die gebotene Punktzahl 150, 157 Punkte werden total gespielt. «Wir hatten auch schon sozusagen perfekte Runden in den Trainings, mit einer Gesamt-Differenz unter 5», sagt Nathalie Schindler, die vor ihrer Qualifikation als Telefonjasserin die deutschen Karten nur sehr schlecht kannte. «Jetzt spiele ich erstaunlicherweise sogar besser mit diesen als mit den französischen. Vielleicht auch, weil ich mich mehr konzentrieren muss.» Jeder von ihnen habe gute Phasen, sagt Thomas Huser. «Aber es kann auch jeden mal komplett verschneien», dann «verschneie» es meist auch gleich noch einen zweiten Spieler, eine zweite Spielerin.

Aber, so viel steht fest für die Jasserinnen und Jasser: Sie seien besser, wenn sie etwas warmgelaufen seien. «Daher werden wir sicher im Bus noch einen oder zwei Jass klopfen, wenn wir nach Flums oder Walenstadt fahren.» Und ausserdem gebe es am Nachmittag ja schon einen Testdurchlauf, ein ideales Training unter realen Bedingungen. So oder so: Die fünf freuen sich auf die Herausforderung.

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