Gault Millau

Gaumenfreuden mit Auszeichnung im Kanton Bern

Gaststube des «Gheimtipp Essbahnhof» Leuzigen, der erneut 13 Punkte erhielt. Bild: Oliver Menge

Gaststube des «Gheimtipp Essbahnhof» Leuzigen, der erneut 13 Punkte erhielt. Bild: Oliver Menge

In der näheren Umgebung im Kanton Bern wurden einige Restaurants mit «Gault&Millau-Kochmützen» ausgezeichnet.

Ausgezeichnete im Bürenamt

Wie auch in früheren Jahren führt im neuen «Gault&Millau Guide 2020» das Restaurant «Sonne» Scheunenberg in Wengi b. Büren mit 17 Punkten die Liste der ausgezeichneten Restaurants an – gleich viel, wie im Vorjahr. «Gault&Millau» schreibt: «Die Hektik des Alltags ist weit weg im gemütlichen Landgasthof im Berner Seeland, in dem Iris und Kurt Mösching seit bald zwanzig Jahren wirten. Umso besser kann man sich auf die hervorragenden Gerichte des Chefs konzentrieren.»

Das Restaurant Il Grano in Büren a. A. wurde erneut mit 14 Punkten ausgezeichnet. Im Guide heisst es dazu: «Im eleganten ‹Il Grano› im historischen Kornhaus setzt Hausherr Gianclaudio De Luigi auf eine schlanke Karte mit traditionellen italienischen und Tessiner Gerichten, zubereitet aus naturnahen und biologischen Produkten. Für die Umsetzung am Herd ist seit gut einem Jahr Monika Gysin verantwortlich, die 2007 von ‹Gault&Millau› als Entdeckung des Jahres in der Deutschschweiz› ausgezeichnet worden ist.»

Den Einstieg vor einem Jahr bestätigt hat das Restaurant «Gheimtipp – der Essbahnhof», über das diese Zeitung bereits vor einem Jahr berichtet hat. Das Lokal im stillgelegten Bahnhof Leuzigen wurde erneut mit 13 Punkten ausgezeichnet. «Gault&Millau»: «Das Konzept ‹Dîner surprise› hat eingeschlagen. Der lange Tisch mit vierzehn Plätzen im alten Bahnhofgebäude ist oft weit im Voraus ausgebucht. In ungezwungenem Ambiente gibts hier am Mittwoch- und Donnerstagabend einen Viergänger, am Freitag und Samstag wird ein Siebengänger serviert. Nach dem im Preis inbegriffenen Apéro steigt man in den Weinkeller und sucht, kompetent beraten von Gastgeber Beat ‹Bidu› Wyss, was Passendes aus. Die hochstehenden einzelnen Gänge stellt der talentierte Alleinkoch Steven Moy dann am Tisch vor.»

Restaurants in der Region Lyss-Biel

In Schüpfen wurde das «Schüpbärg-Beizli» wiederum mit 13 Punkten ausgezeichnet: «Im Beizli auf dem Schüpberg ist Christoph Hunziker mit Herzblut bei der Sache und will – so sein Motto – ‹Einfaches besonders gut machen›. Dabei ist das Prädikat ‹hausgemacht› für ihn Ehrensache.»

Auch das Hardern Pintli in Lyss erreicht wie im Vorjahr 13 Punkte: «Es herrschte ordentlich viel Betrieb bei unserem Besuch im ‹Pintli›. Fast im Minutentakt trug das Serviceteam von Judith Estermann Teller in die Gaststube. Von Hektik war trotzdem nichts zu spüren. Und auch André Freudiger in der Küche liess sich nicht beirren. Zuverlässig wie eh und je schickte er seine gepflegte Hausmannskost mit einem Schuss Exotik durch den Pass.» Die beiden übergeben nach 13 erfolgreichen Jahren das Zepter an Silva und Falk Fleischhauer.

Die «Waldschenke» in Bellmund gewinnt einen Punkt dazu und erreicht 13 Punkte. «Gault&Millau»: «Wer sich zu Henri Scheibli in die ‹Waldschenke› bei Biel aufmacht, muss Traditionen mögen. Im urchigen Lokal liegt seit je eine Karte mit provenzalischem Touch auf, die Weinkarte führt immer noch eine ganze Seite mit Crus aus dem Libanon. Und die Hausspezialität – das Entrecôte ‹Chez Nous› – wurde schon von Henri Scheiblis Vater zelebriert.»

Ausgezeichnete Gasthöfe am See

Etwas weiter auf der südlichen Seeseite in Lüscherz wurde zum wiederholten Mal das Restaurant «3 Fische» ausgezeichnet – mit 14 Punkten. «Gault&Millau»: «Der traditionsreiche Gasthof unter der Leitung von Sven Rindlisbacher in der Küche und Patrizia Rindlisbacher-Girsberger an der Front liegt zwar nicht direkt am Bielersee, wird aber trotzdem weitherum als renommiertes Fischrestaurant geschätzt.»

Ebenfalls in Lüscherz befindet sich das Restaurant «Zum goldenen Sternen», das neu mit guten 15 Punkten ausgezeichnet wurde. «Gault&Millau» schreibt zum Einsteiger: «Sie stammt aus einer Wirtefamilie, ist im Nachbardorf aufgewachsen, hat Ehrgeiz und den kongenialen Partner gefunden, um in der Haute Gastronomie Fuss zu fassen. Die ehemalige Bankerin Patrizia Peer hat mit ihrem Mann den ‹Gasthof zum Goldenen Sternen› im Dörfchen Lüscherz am Bielersee gekauft, aufgemöbelt und will ihn zusammen mit Spitzenkoch Erik Schröter kulinarisch in neue Höhen führen. Schröter ist ein alter Hase und hat schon in Basel im ‹Matisse› auf 17-Punkte-Niveau gekocht. Der Norddeutsche zeigt sich selten an der Front und arbeitet lieber im Hintergrund – das dafür umso besser.»

Neueinsteiger und Bewährte in Biel

In Biel schliesslich sind gleich zwei Neueinsteiger in die Gilde der Ausgezeichneten aufgenommen worden: Das Restaurant «Maruzzella» an der Solothurnstrasse und das Restaurant «Union» im Zentrum. Zum «Maruzzella» mit 13 Punkten schreibt «Gault&Millau»: «Seit Oktober 2016 führen Isabel Johner und Wilfried Köster das Restaurant ‹Maruzzella›. Sie sind bedacht darauf, den Gast mit saisongerechten, frischen Produkten zu verwöhnen. Das kleine Restaurant in Biel ist von aussen eher unscheinbar, es beeindruckt durch die schlichte Einrichtung, die dank Naturstein und Holz eine warme Atmosphäre ausstrahlt.

Das «Union» unter der Leitung von Davide Invernizzi erhielt 12 Punkte zum Einstieg. «Gault&Millau» schreibt dazu: «Slow Food auf hohem Niveau» und ‹Sharing Plates› – dem elegant eingerichteten ‹Union› in der Nähe der Altstadt kann man nicht absprechen, voll im Trend zu liegen. Und die Küchenbrigade hält, was sie verspricht: Die Qualität der Produkte ist einwandfrei, die Zubereitung auch und das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt.»

Erneut 13 Punkte erhalten hat auch das «Café Perroquet Vert» mit Küchenchef Christian Albrecht an der Zentralstrasse: «Das ‹Perroquet Vert› ist als Pariser Brasserie konzipiert. Schwarz gekleidete Garçons begleiten den Gast zu Tisch. Auf der Weinkarte stehen Crus aus jeder Preisklasse und allen Regionen Frankreichs vom qualitativ sehr guten Landwein bis zum Pétrus. Die klassischen Vor- und Hauptspeisen und das grosse Dessert-Angebot werden auf Schiefertafeln empfohlen.»

Schliesslich wurde auch das «Palace» beim Bahnhof Biel wiederum mit 13 Punkten ausgezeichnet. «Gault&Millau» meint dazu: «Im ‹Palace› sitzt man in der grossen, belebten Brasserie oder etwas intimer im Gourmetlokal Style. Hier bietet Küchenchef Daniel Odermatt mehrere vielseitige Menüs (auch ein vegetarisches) an.»

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