«Ganz unger üs»

Gäste aus Zauberei und Rock'n'Roll vermittelten viele «Weisch no»-Erinnerungen

Ueli Schmutz und Urs Saner, links Kurt Gilomen, rechts Dagobert Cahannes.

Ueli Schmutz und Urs Saner, links Kurt Gilomen, rechts Dagobert Cahannes.

In ihrem Feierabend-Talk empfingen Dagobert Cahannes und Kurt Gilomen das Rock’n’Roll-Urgestein «Jacky» alias Ueli Schmutz und den Zauberer «Orsani» – Urs Saner.

Vielleicht lag es daran, dass sich die beiden illustren Gäste schon lange kennen und sogar etliche Male auf der gleichen Bühne aufgetreten sind. Die zweite Ausgabe des Feierabendtalks «ganz unger üs» verlief zeitweise nicht ganz so flüssig wie die Premiere vor Monatsfrist.

Die Wege von Ueli Schmutz, oft «Mister Rock’n’Roll» oder «Jerry Lee Lewis der Schweiz» genannt und Urs Saner, der als bekannter Illusionist und Zauberer in ganz Europa unterwegs war, haben sich des Öfteren gekreuzt.

Die Beiden waren gar zusammen auf Kreuzfahrt und erzählten einige Müsterchen. Doch für ein Publikum, das die beiden nicht oder nur oberflächlich kennt, ging der Talk zeitweise zu wenig in die Tiefe. Anekdoten wurden zwar angerissen, da die zwei die Erlebnisse oft geteilt haben, wurden sie dem Publikum aber manchmal nur als «Weisch no»-Erinnerungen vermittelt.

Ueli Schmutz alias Jacky, mittlerweile 73 Jahre alt, hat sich das Klavierspiel autodidaktisch beigebracht. Für ihn war rasch klar, dass er Rock’n’Roll spielen würde, und bereits mit 15 stand er ein erstes Mal auf der Bühne. Dieser ist er ein Leben lang treu geblieben und tritt noch jetzt regelmässig mit seiner Band auf – «seit 25 Jahren mit denselben Musikern». 45 Jahre ist er nun verheiratet, hat drei erwachsene Kinder, von denen leider keines eine Musikerkarriere eingeschlagen habe. «Kann man leben von Rock’n’Roll?». Ja, er habe gut gelebt und auch über 300'000 Platten verkauft.

Höhepunkte seiner Musikerlaufbahn seien die Begegnung mit dem echten Jerry Lee Lewis gewesen, aber auch Auftritte in Bali mit John Zürcher oder im Volkshaus Zürich als Vorgruppe von AC/DC. Vor 14 Jahren habe er dann ein grosses Musikfest organisiert, an dem Namen wie Polo Hofer, Bill Haley and the Comets und viele andere aufgetreten seien.

Dass die «richtige Frau» matchentscheidend sei für den beruflichen Erfolg, bestätigte auch der Grenchner Urs Saner, der seine Gattin drei Mal auf der Bühne «abgeschossen» hat – mit Pfeil und Bogen. 1983 wurde Orsani Europameister der Gross-Illusionisten. Heute ist er oft als Instruktor für Prävention für diverse Polizeikorps der Schweiz tätig, zeigt an Messen und internen Weiterbildungsveranstaltungen die Tricks, mit denen Taschendiebe arbeiten.

Er machte seinem Namen als Trickdieb auch im Rahmen der Veranstaltung alle Ehre, entwendete beinahe unbemerkt Handys, Handaschen und Portemonnaies. Seine Tipps, wo und wie man sich gegen Gauner schützen kann, kamen in der vollbesetzten Centro-Lounge sehr gut an. Das Publikum quittierte den Talk mit lang anhaltendem Applaus.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1