Parktheater
Furbaz legen in Grenchen einen fulminanten Tourneestart hin

«Furbaz» hatte in Grenchen schon fast ein Heimspiel: Die Bündner Formation konzertierte mit Bravour. Bekanntes und Überraschendes gefiel dem Publikum.

Daniel Trummer
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Tourneestart von Furbaz im Grenchner Parktheater
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Tourneestart von Furbaz im Grenchner Parktheater

Tourneestart von Furbaz im Grenchner Parktheater

Michel Lüthi

Die Soiree im ausverkauften Grenchner Parktheater am Sonntag gelang. Ein Heimspiel sozusagen. Zum wiederholten Male gastierte das Quartett nämlich auf der Bühne des Parktheaters und eröffnete hier die Weihnachts-Tournee. «Erneut eine Premiere vor unserem heissgeliebten Grenchner Publikum», rief Marie Louise Werth in den Konzertsaal und versteckte ihre Freude an dieser Tatsache keineswegs.

Im ersten Lied wurde die Weihnachtsgeschichte in englischer Sprache besungen. Der A capella-Gesang liess bereits die Qualität der vier Stimmen erahnen, die sich rasch in den Herzen des Publikums verwurzelten. Vorweihnachtliche Stimmung verschaffte sich Raum. Wie die Formation die Stücke gestaltet, nuanciert und stimmlich präsentiert, gilt als Meisterleistung in der Schweizer Musikszene.

Ob im sakralen Gesang, bei der Wiedergabe des beliebten Kirchenliedes «Amazing Grace», bei Eigenkompositionen oder bei Ausflügen in Rock n› Roll und Swing, die vier Stimmen, Marie Louise Werth, auch als Lady am Piano, Giusep Quinter (Bass), Gion Andrea Casanova (Bariton) und Ursin Defuns (Tenor), boten Grossartiges. Unterstützt wurden die Sänger von Profimusikern, die mit manchen Solis glänzten. Die zu Konzertbeginn mangelhafte tonliche Abstimmung wurde von den Tontechnikern rasch korrigiert.

Überraschender Besuch

Ein rockiges Weihnachts-Medley mit dem Energiebündel am Piano und einem umwerfenden Schlagzeug-Solo von Charlie Weibel sorgte für Furore. Besonders ein neues Lied aus der Feder von Marie Louise Werth, in rätoromanischer Sprache vorgetragen, wusste zu begeistern. Als vor der Pause «The Little Drummer Boy», ein bekannter Ohrwurm erklang, war plötzlich aus dem Foyer des Parktheaters ein Echo auszumachen. Zur Freude des Publikums und der Musiker marschierte eine 10-köpfige Tambouren-Gruppe des Tambourenvereins Laupersdorf-Thal in den Saal. Die zu den besten Trommlern Gehörenden, überraschten so und zauberten ein Glanzlicht ins Konzert.

Die Seitenwände der Bühne waren mit schwarzem Tuch bespannt. Sternlichter prangten und auf der Rückseite wurden stimmige Bilder projiziert. Ein Glück, dass Furbaz von allerlei comicartigen Weihnachtsmännern und Rentieren, die packetbeladene Schlitten ziehen, abgekommen ist. Die Landschaftsaufnahmen von Bergen und Seen oder Kindergesichter wollten so viel besser zur Stimmung passen.

Stehende Ovation

«Jede Weihnacht seh’n wir Bilder von den Kindern dieser Welt, die im Schatten steh’n», heisst es im Liedanfang von Udo Jürgens «Es werde Licht». Die Interpretation dieses Titels am ersten Advent gelang Furbaz grandios und ihre Wiedergabe war eines der vielen Highlights des Konzertabends. Dass Weihnacht eine emotionale Brücke für Hoffnung und Kraft bedeuten kann, wie das Credo von Werth lautet, kam in diesem Lied zur Geltung. Mit «Es werde Licht! Es werde Menschlichkeit, nicht nur zur Weihnachtszeit», schliesst Jürgens Apell, der 2003 auf einem Weihnachtsalbum erschienen ist.

Dass sich das Publikum am Schluss des Konzertes zu einer stehenden Ovation erhob, war eine klare Aussage zu der Leistung der Protagonisten auf der Bühne. Die geforderten Zugaben erreichten die Konzertbesucher mit dieser Demonstration der Zufriedenheit und Begeisterung. Klar, sangen viele am Schluss mit, als die Melodie vom Furbaz-Hit «Viver Senza Tei» den Konzertsaal erfüllte. Das lustvolle und gleichzeitig besinnliche Konzert war beste Vorbereitung auf die Weihnachtstage.