Grenchen

Es lockt die Brockenstube mit gediegenem Ambiente

Gerard Drees, Alice Dürig und Greti Kocher (von links) präsentieren ausgewählte Secondhand-Ware. atg

Gerard Drees, Alice Dürig und Greti Kocher (von links) präsentieren ausgewählte Secondhand-Ware. atg

Die Brocante der Gemeinnützigen Gesellschaft behauptet sich mitten in der Stadt Grenchen. In fünf Räumen werden sorgfältig ausgesuchte Stücke angeboten.

Die Brocante an der Bündengasse hat aus der Not eine Tugend gemacht. Mitten im Wohnquartier stehen ihr nur das Erdgeschoss des Hauses Nummer fünf mit fünf Räumen und ein Garagenplatz zur Verfügung. Das ist weit weniger Volumen, als die meisten Brockenhäuser beanspruchen. Aus diesem Grund kommt die Versuchung, Ausschussware zu horten, gar nicht erst auf.

Die Gemeinnützige Gesellschaft Grenchen (GGG) sucht sich sorgfältig aus, welche Stücke sie in ihre Brocante aufnehmen will. Das Team freut sich, wenn es zu Wohnungsräumungen eingeladen wird, und übernimmt durchaus ganze Zimmereinrichtungen, wenn die Qualität stimmt. Diese werden in der Brocante dann von Vereinsmitglied Doris Rieger von der besten Seite präsentiert. Gestapeltes Mobiliar sucht man hier vergebens, doch Wühlmäuse kommen bei den Platten und Kleidern auf ihre Rechnung. Büchern gegenüber ist die Brocante zurückhaltend. «Mundartliteratur ist sehr gesucht, und auch moderne Autoren nehmen wir gern», sagt Präsidentin Anne-Lise Widmer.

Zusammenarbeit mit Wohnheim

Die Frauen der GGG betreuen die Brocante im Turnus und ehrenamtlich. Nur das «Mädchen für alles», Gerard Drees, ist keine Frau. «Seit der Gründung vor 19 Jahren ist er mit dabei. Er ist eine grosse Hilfe», so Anne-Lise Widmer. Zum Abholen und Ausliefern von Möbeln arbeitet die Brocante mit dem Wohnheim Schmelzi zusammen. «Am Montag besprechen wir jeweils mit dem Schmelzi-Team, welche Lieferungen innerhalb der Woche anstehen. Das klappt wunderbar.»

Beim Besuch in der Brocante fühlt man sich, als betrete man eine gemütliche Wohnung. Im Gespräch mit Helferin Greti Kocher zeigt sich ihre Begeisterung: «Seit ich aufgehört habe zu arbeiten, gibt mir die Brocante eine sinnvolle Beschäftigung und schöne Begegnungen mit den Leuten.» Zwischendurch gesellt sich Gerard Drees dazu, um für einen Kunden den Preis eines Tennisschlägers festzulegen. Denn über die Preise entscheidet das anwesende Team gemeinsam. Bei Bildern habe man früher Toni Brechbühl gelegentlich als Experten beigezogen, wenn er auf dem Weg zum Künstlerarchiv vorbeikam. Inzwischen verlasse sich das Team hauptsächlich auf die eigene Erfahrung, erklärt Präsidentin Anne-Lise Widmer nach dem Brocante-Besuch am Telefon.

Konkurrenz durch Online-Börsen

In Grenchen und den umliegenden Dörfern sind mehrere Brockenstuben beheimatet. Ausserdem blüht in den Wohnsiedlungen ein reger Austausch von Einrichtungsgegenständen. Angesprochen auf die fühlbare Konkurrenz nennt die Präsidentin aber besonders die Internetbörsen. «Unser Erlös ist nicht mehr so gross wie in den ersten Jahren. Aber die Aufgabe sinnvolle Projekte zu unterstützen, können wir weiterhin erfüllen.» Viermal pro Jahr setzen sich die Vereinsmitglieder zusammen und entscheiden über die Anträge. So kommen zum Beispiel Spielplätze zu neuen Geräten und behinderte Menschen zu Ausflügen im Töffseitenwagen.

Öffnungszeiten der Brocante an der Bündengasse 5: Mittwoch 14 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis 12 Uhr, Tel.: 032 652 74 47.

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