Panaiia & Crausaz

Erneutes Seilziehen um die SWG-Baufirma in Grenchen zeichnet sich ab

Baustelle der Panaiia & Crausaz AG

Baustelle der Panaiia & Crausaz AG

Die Gemeindeversammlung vom kommenden Dienstag entscheidet über die Motion eines Einwohners. Die SWG müsse ihre Tochterfirma Panaiia & Crausaz verkaufen fordert Dominik Aerni.

An der Grenchner Gemeindeversammlung von kommendem Dienstag bahnt sich ein weiterer Showdown zum Dauerbrenner «Panaiia & Crausaz» (P & C) an. Seit die SWG die einheimische Baufirma, Hauptauftragsnehmerin ihrer Pikettaufträge, 2013 übernommen hat, will die Kritik nicht abebben. Zur Debatte steht diesmal eine Motion eines Einwohners, der erwirken will, dass die SWG P & C wieder verkaufen muss.

Motionär Dominik Aerni kritisiert, dass die SWG das Baugewerbe konkurrenziere. «Mit der Kombination Wasserversorger und Baufirma hat man einen klassischen Fehlanreiz produziert», schreibt Aerni in seiner Motion. Um die Baufirma auszulasten, diagnostiziere der Wasserversorger eher zu viel als zu wenig Rohrbrüche. «Ein Indiz dafür haben wir im Flickwerk unserer Grenchner Stadtstrassen», schreibt der Zahnarzt. Auf einem Flugblatt wirbt Aerni mit prominenter Unterstützung, darunter der Präsident des kantonalen Baumeisterverbandes und der Geschäftsführer des Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbandes.

Gemeinderat mehrheitlich gegen Verkauf

Im Gemeinderat selber wurden schon ähnliche Vorstösse behandelt. Dieser kam aber (mehrheitlich) zur Überzeugung, dass die eigene Baufirma eher ein Vorteil als ein Nachteil ist. Sie stärke die Ertragslage der SWG in Hinblick auf weitere Marktöffnungen bei Strom und Gas. Es gehe in dieser Situation nicht an, dass die SWG strengere Regeln befolgen müsse als die Konkurrenz. Der Gemeinderat empfahl am 12. Mai mit neun gegen vier Stimmen zwei Enthaltungen, die Motion Aerni abzulehnen.

Inzwischen macht auch P&C auf einem Flugblatt darauf aufmerksam, dass man 2019 Dividenden in der Höhe von 500'000 Fr. an die SWG abgeliefert habe (2018: 300'000 Franken). 45 Prozent des Umsatzes erziele man mit Aufträgen ausserhalb Grenchens. Um den Pikettauftrag der Stadt zu erfüllen, wohnten zudem 15 der 29 Angestellten in Grenchen und bezahlten hier ihre Steuern. Man bilde auch drei Lehrlinge aus. Der Bevölkerung empfiehlt P&C, die Motion abzulehnen.

Die Gemeindeversammlung findet am kommenden Dienstag um 19.30 Uhr im Parktheater statt. Weiter traktandiert sind die Rechnung 2019 und die Eintretensdebatte zur Neuge­staltung des Bahnhofplatzes (Urnenabstimmung).

Maskenpflicht ab 100 Personen

Wegen der Coronamassnahmen müssen die Kontaktdaten der teilnehmenden Personen erfasst werden, was einige Zeit erfordern dürfte (Türöffnung: 18.45 Uhr). Kommen mehr als 100 Personen ins Parktheater, gilt Maskenpflicht. Diese Grenze dürfte je nach Mobilisierung zum P & C-Traktandum rasch erreicht sein. Masken werden von der Stadt beim Eingang zur Verfügung gestellt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1