Grenchen

Elite auf vier Pfoten kürt ihre Schweizer Meister

Hundert Hunde kämpfen im Stadion Brühl in Grenchen um die Titel in vier Sparten. Das Niveau ist hoch – das zeigt sich auch bei den Namen der Tiere: Bellos oder Lumpis gibt es nicht.

Hundert Hunde an einem Anlass, und doch wird weit weniger gebellt als in einem Wohnquartier mit zwei Hunden. Die Tiere blicken aufmerksam zum Halter, warten gebannt aufs nächste Kommando. Es sind Teilnehmer der Schweizer Meisterschaften der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG).

Hunde 17 verschiedener Rassen wetteiferten am Wochenende in vier Sparten: Begleithund, Vielseitigkeitsprüfung, Sanitätshund und internationale Prüfungsordnung. Die Vierbeiner zeigten im Stadion Brühl ihr Können.

Der Geländewettkampf für Sanitätshunde fand im Subinger Wald statt, die Fährtensuche in Prêles. Teils bei nasskaltem Wetter. «Würde Schnee liegen, hätten wir Probleme mit den Fährten, aber der Anlass hätte gleichwohl stattgefunden», sagte Martina Preiser vom Organisationskomitee.

OK-Präsident ist Ueli Luginbühl aus Büren an der Aare. Wer hier mitmacht, ist einem Verein angeschlossen. Eine Startnummer erhält man nur mit einem gewissen Leistungsniveau. Die elitäre Klasse zeigt sich auch bei den meist langen und exquisiten Namen: Da gibt es keine Lumpis und Bellos.

Wachsame Augen der Richter

Viel Disziplin ist überall im Spiel. Einige Minuten hoch konzentriert sein. Dicht neben dem Führer gehen, auf leise Zeichen warten. Die Hunde überspringen ein Hindernis oder apportieren einen Holzklotz. Manche rennen wie der Wind, laufen slalomförmig um Menschen herum. Oder stellen wie ein Polizeihund einen Helfer fest. Alles unter wachsamen Richteraugen.

Freude trotz Disziplin

Mit ihrem belgischen Schäferhund trainiere sie zweimal wöchentlich, so Kappeler. «Ich betreibe Hundesport, weil es schön ist, mit dem Hund zu arbeiten. Es ist auch gut für unsere Teambeziehung.» Dass die Hunde bei all den gezeigten Disziplinen dennoch freudig ausgefüllt wirken, erklärte Martina Preiser auch mit dem Umgang: «Der Hundesport hat sich verändert. Man arbeitet mit positiver Verstärkung.»

Die Vierbeiner scheinen dankbar für die Herausforderung. Preiser strich hervor: «Sinn des Hundesports ist eine artgerechte Beschäftigung von Tieren dieser Grösse. Sie müssen sich ausleben können. Und es ist wichtig, dass sie sozial eingebettet sind.»

Das fand auch Mike Greub, Präsident der technischen Kommission des Gebrauchs- und Sporthundewesens. Zudem könne man sich auch sportlich messen. Greub zeigte sich zufrieden mit der Leistung: «Das Niveau ist gut. Ich sehe eine sehr schöne Arbeit mit den Tieren. Doch man merkt die unterschiedliche Trainingsintensität.» Für Durchhänger hat er Verständnis: «Der Hund ist keine Maschine.»

So macht es nichts, wenn der eine oder andere Begleithund sich vor ihm hinsetzt – statt das Hindernis zu überspringen. Trotz Punkteabzug ist die Enttäuschung der Halter rasch vergessen, ein Blick in die Hundeaugen genügt. Hundefreude ist ansteckend.

Die Sieger: Ursula Fischer / Pico mit «Krassos de Orelav» (IPO); Ernst Huser mit «Hendrix vom Kistenstein» (BH); Franziska Blickenstorfer mit «Paganini zum Chasseralblick» (VPG): Theres Jans mit «Merek von der Bromen» (SanH).

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1