Kunsthaus Grenchen

Eine Oase der Farben und Formen

Am Sonntag eröffnet im Kunsthaus Grenchen eine Ausstellung mit neuen Werken von Rosina Kuhn. Aber auch Bilder ihres Vaters und ihres Sohnes sind zu sehen.

Wer den Neubau des Kunsthauses betritt, taucht ein in eine Oase von harmonischen Pastellfarben. Die Formen zeigen manchmal klare Kontur, meist aber sind sie Andeutungen, die aber zum Erkennen genügen. Die grossflächigen Ölbilder von Rosina Kuhn versetzen in kontemplative Stimmung.

Sie zeigen Landschaften, die Eindrücke der Künstlerin davon. Auch der nach einem Venedig-Aufenthalt entstandene Zyklus «Venezianische Himmel» zieht die Blicke nach oben, entrückt den Betrachter aus einem hektischen Alltag in die Welt der Deckenmalerein Tiepolos. Sujets des französischen Barockmalers Jean-Antoine Watteau dienten sodann als Vorbild für einen weiteren Zyklus. Ab 2003 erkundete Rosina Kuhn die anspruchsvolle Technik der Monotypie, bei der eine Druckplatte mit Walze und Pinsel «bemalt» wird und somit Unikate entstehen: von Hunden, Mädchen und Landschaften.

Vier Künstler, eine Familie, zwei Museen

Zu sehen sind ab Sonntag aktuelle Werke der 1940 in Zürich geborenen Künstlerin. «Beim neusten Werk, einem Triptychon, war die Farbe kaum trocken, als es hier aufgehängt wurde», erklärt Kunsthaus-Leiterin Eva Inversini. Eigentlich ist die Ausstellung «Von Generation zu Generation» der ganzen Familie Kuhns gewidmet mit Bildern auch ihres Vaters Adolf Funk (1903–1996) und ihres Sohnes Cyril Kuhn (*1970).

Eindrücklich als Gesamtheit ist beispielsweise eine schön gehängte Sammlung von Familienporträts von Adolf Funk, während die Bilder von Cyril Kuhn mit ihrer Symbolik auf originelle Weise zu irritieren vermögen. Personen der Zeitgeschichte (zum Beispiel Diktator Kim Jong Un) werden in ein überraschendes Umfeld gestellt, das zum Nachdenken und Schmunzeln anregt.

Das Neue Museum Biel eröffnet übrigens am 17. September seine Ausstellung mit Arbeiten von Lissy Funk, Rosina Kuhns Mutter, sowie weiteren Werken von Rosina Kuhn und Adolf Funk. Zu den Ausstellungen erscheint ein Kartenset der vier Künstler.

Unter dem Motto «20 m2 – Fenster ins Atelier» wird im Marti-Schenk-Kabinett der Villa Girard (Kunsthaus Altbau) ein kleiner Einblick ins aktuelle Schaffen der Solothurner Künstlerin Dimitra Charamandas gewährt. «Auch sie pendelt in ihren Bildern zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit» erklärt Anna Leibbrandt, Projektleiterin im Kunsthaus.

Bis 23. Oktober. Öffentliche Vernissage am Sonntag, 21. August, 11.30 Uhr.

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