Noch dauert es einen Monat bis zur Internationalen Musikwoche Grenchen, die vom 14. bis 22. April stattfindet. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: In den vergangenen Wochen wurden Flyer in alle Haushaltungen verteilt, Beilagen mit dem Programm diversen Publikationen beigelegt, so auch dieser Zeitung – das az Grenchner Tagblatt und der Azeiger sind Medienpartner des Musikfestivals.

Aldo Bigolin, der Präsident des Vereins Kuratorium IMG Grenchen ist zufrieden. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten ist nun fast alles auf dem Schlitten, wie er sagt. Die Orchester sind für die Wiederaufnahme nach 13 Jahren gebucht, die diversen Jurys mit kompetenten Fachleuten besetzt, die Finanzierung ist gesichert: Hauptsponsor ist die Regiobank, weitere Sponsoren sind der Instrumentenbauer Buffet Crampon und der Grenchner Hof, die Stadt Grenchen und der Kanton.

Die Zusammenarbeit mit der Familie Obrecht und ihrer Firma Obrasso Classic Events habe Früchte getragen. Deren Inhaber Manfred und Werner Obrecht sind seit zwei Jahrzehnten erfolgreiche Konzertveranstalter und konnten ihre Erfahrung sowie die internationalen Kontakte einbringen – Manfred Obrecht ist international anerkannter und begehrter Dirigent. Nur dank seiner Verbindungen habe man zum Beispiel das London Concert Symphony Orchestra engagieren können, welches das Festival mit dem renommierten Trompeter Gabor Boldoczki eröffnen – mit Manfred Obrecht als Dirigent. Auch das Engagement der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg, welche das Finalkonzert des Klarinettenwettbewerbs bestreiten, kam aufgrund der guten Beziehungen zustande, so Bigolin.

Grosses Interesse für Wettbewerb

Dieser Instrumentalwettbewerb für Klarinette «Dimitri Ashkenazy» bildet das Kernstück der Internationalen Musikwoche Grenchen vom 14. bis 22. April. Und da könne man nun wirklich mit gutem Gewissen sagen, dass es sich tatsächlich um einen sehr internationalen Wettbewerb handle, so Bigolin: «Wir hatten bei einer ersten Ausschreibung eigentlich erstaunlich wenig Rückmeldungen. Aber nach einer erneuten Ausschreibung, bei der der Wettbewerb auch über die sozialen Medien gepusht wurde, rannte man uns förmlich die Türe ein.»

96 Musikerinnen und Musiker aus aller Herren Länder meldeten sich für den Wettbewerb an – ausser aus Südamerika seien alle Kontinente der Erde vertreten gewesen. Zu viele, die Anzahl war auf 30 begrenzt. Die Auswahl erfolgte nach einer strengen Bewertung. «Jeder Kandidat hatte einen musikalischen Lebenslauf eingesandt. Wir überprüften deren Inhalt und nahmen nur die reifsten Kandidaten», erklärt Manfred Obrecht, dem die künstlerische Leitung des Musikfestivals obliegt. Unter den 30 Teilnehmenden gebe es Musiker, die bereits mehrere internationale Wettbewerbe gewonnen hätten oder in grossen Orchestern als erste Klarinette engagiert seien. «Musiker, die noch im Studium sind, die Ausbildung noch nicht abgeschlossen haben, hatten keine Chance. Wir haben an diesem Wettbewerb ein so hohes Niveau, wie man es nur selten zu hören bekommt».

Solothurner Komposition

Nun werden von Dienstag bis Donnerstag die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 19 Nationen, alles professionelle Musiker, eine dreistufige Qualifikation durchlaufen und von einer internationalen Jury unter der Leitung des wohl weltbesten Klarinettisten und Namensgeber des Wettbewerbes, Dimitri Ashkenazy, bewertet werden. Sie haben eine eigens für diesen Zweck in Auftrag gegebene Komposition des Solothurner Komponisten Urs Joseph Flury «Fantasie für Klarinette und Klavier» und eines von vier vorgegebenen Selbstwahlstücken zu spielen.

Diese Konzerte im Parktheater sind übrigens öffentlich und der Eintritt ist frei.
Zwei Finalisten werden dann am Freitag zusammen mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg um den Sieg musizieren. Der Sieger erhält nebst Ruhm und Ehre auch einen ansehnlichen Preis von 7000 Franken in bar und ein Konzertengagement für die Classical Gala Ende September im KKL Luzern.

Für den 12. Musikpreis Grenchen, einem Wettbewerb für Blasorchester der Höchstklasse, der 1. Klasse, haben sich sechs Orchester angemeldet: Die Feldmusik Bennau mit Dirigent Ernst May, die Feldmusik Jona unter Urs Bamert, La Concordia Fribourg mit Jean-Claude Kolly, die Stadtmusik Winterthur mit Dirigent Thomas Fischer, die Stadtmusik Winterthur unter Fredi Olbrecht und das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen unter der Leitung von Stefan Roth.

Alle Orchester spielen am Samstag ein Aufgabestück und ein Selbstwahlstück. Die Reihenfolge der Orchester und die der Musikstücke wird ausgelost. Die fünf Experten, welche die Beurteilung vornehmen, sehen die Orchester nicht, sondern hören sie nur. Untereinander haben die Jurymitglieder ebenfalls keinen Kontakt. Die Preise bestehen aus einem Barpreis und einem Preis in Form eines Instruments des Sponsors Buffet Crampon.

Am Sonntag beschliesst die Stadtmusik Grenchen unter der Leitung von Rainer Ackermann die Musikwoche mit einem Konzert im Parktheater. Armin Bachmann, international bekannter Posaunist und Kulturpreisträger des Kantons Solothurn, wird dabei als Solist auftreten. Der Eintritt ist frei.