Edelkastanie
In Grenchen sind nur wenige Standorte bekannt, wo Marroni wachsen

Die typischen Herbstgewächse, aus dem Tessin bekannt, existieren in Grenchen auf privaten Grundstücken. Im Grenchner Wald war die Ansiedlung bisher kein Erfolg.

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In Grenchen ein seltener Anblick: Marronibaum (Edelkastanie) an der Moosstrasse.

In Grenchen ein seltener Anblick: Marronibaum (Edelkastanie) an der Moosstrasse.

Andreas Toggweiler

Es ist wieder die Zeit angebrochen, wo die Marroniverkäufer ihre Stände aufschlagen. In Grenchen ist im Winter jeweils unter dem Stadtdach eine mobile Verkaufsstelle, wo es heisse Marroni gibt.

Man kann die schmackhaften Nüsse auch im Laden kaufen, doch gibt es laut Forstdienstleiter Patrik Mosimann sogar in Grenchen drei Edelkastanien auf privaten Grundstücken. An der Moosstrasse, an der Waldeggstrasse und an der Kirchstrasse/Dammstrasse.

Unübersehbar ist der Kastanienbaum bei der Liegenschaft von Albert und Elsbeth Frei an der Moosstrasse. «Mein Vater hat den Baum gesetzt», erklärt Elsbeth Frei (80). Somit dürfte er mindestens 50–60 Jahre alt sein.

Edelkastanien-Bäume können mühelos 200-jährig und älter werden, blühen aber erst etwa ab einem Alter von 20 Jahren.

Der Ertrag schwankt stark

Über genussreife Marroni könne man sich längst nicht jedes Jahr freuen. Dieses Jahr etwa waren die meisten Früchte taub, berichtet Elsbeth Frei. Es habe aber auch Jahre gegeben, in denen man einige Harassli Marroni habe ernten können. Mit einer eigenen Marronipfanne oder im Ofen werden diese dann zubereitet oder Verwandtschaft und Freunde bedient.

Der Baum mache im Übrigen recht viel Arbeit, indem es viel Blätter und weitere Biomasse aufzuwischen gebe. Insbesondere zur Blütezeit könne aus den üppigen Mengen Blütenstaub bei Regen eine rutschige Pampe unter dem Baum entstehen.

Als Erinnerung an ihren Vater lasse sie den Baum aber gerne weiterwachsen, solange er gut gedeihe. «Kommt dazu, dass er im Sommer schön Schatten gibt und das Haus etwas von der Strasse abschirmt.»

Edelkastanie beim Durchgang Dammstrasse/Kirchstrasse.

Edelkastanie beim Durchgang Dammstrasse/Kirchstrasse.

at.

Im Grenchner Wald wachsen sie nicht so gut

Die Ansiedlung von Edelkastanien im Grenchner Wald war bis jetzt weniger erfolgreich. «Im Jahr 2017 haben wir im Wald in Lücken, wo der Borkenkäfer gewütet hat, 20 Edelkastanien gepflanzt», erinnert sich Patrik Mosimann.

Die Bäume wuchsen aber nicht so gut.

«Edelkastanie hat nicht gerne Kalkboden»,

meint Mosimann. «Es wäre aber sonst eine tolle Baumart, sie hat gerne Wärme und vermag auch Trockenheit gut zu überstehen.» Eigentlich wäre der Baum damit perfekt gerüstet für den Klimawandel.

«Auf geeigneten Standorten hat die Edelkastanie auch eine tolle Wuchsleistung, kann schöne Stämme bilden und ergibt auch schönes Holz für Möbel oder für Aussenbereiche», erklärt der Fachmann weiter. Das Edelkastanienholz sei sehr witterungsbeständig.

Zurzeit sind aber im Grenchner Wald keine weiteren Pflanzungen vorgesehen. Und da es in den Privatgärten nur an den drei erwähnten Standorten Edelkastanien zu pflücken gibt, sind wir wohl weiter auf dem Marronistand beim Stadtdach angewiesen. (at./dd)

Nach Erscheinen dieses Artikels gab es Reaktionen aus unserer gut informierten Leserschaft. Demnach stehen in Grenchen zwei weitere Edelkastanienbäume: Einerseits an der Bachtelenstrasse beim Bauernhaus, westlich des Bachtelen an der Südseite der Liegenschaft. Und auch an der Girardstrasse 40 / 42 findet sich ein solcher Kastanienbaum. Demnach sind nunmehr fünf Standorte bekannt, an denen in Grenchen Edelkastanien wachsen.

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