In letzter Zeit machte ein Gerücht die Runde: Im Restaurant «Le Soleil» im Sunnepark gehe wohl bald das Licht aus, man habe allen Fachpersonen gekündigt und behalte nur die Hilfskräfte. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Laut Jörg Mummenthey, Geschäftsführer ad interim, hat man tatsächlich drei Köchen eine ordentliche Kündigung per 30. Juni ausgesprochen und den Vertrag eines temporär angestellten Kochs nicht verlängert.

Das habe aber nicht mit einer bevorstehenden Schliessung des Restaurants zu tun, ganz im Gegenteil: «Wir haben Verträge mit den uns angeschlossenen Ausbildungszentren, die vermehrt bei uns das Mittagessen zu sich nehmen werden. Das werden dann insgesamt rund 60 Mittagessen sein, die zusätzlich zu denen für unsere Bewohnerinnen und Bewohner anfallen.»

Die Stiftung OdA Gesundheit und Soziales im Kanton Solothurn führt nämlich ihren Schulbetrieb für die überbetrieblichen Kurse in den Bildungsgängen Fachfrau/Fachmann Gesundheit, Fachfrau/Fachmann Betreuung und Assistentin/Assistenten Gesundheit & Soziales im Gesundheits- und Bildungszentrum Sunnepark durch.

Das Restaurant bleibt also offen, auch für eine Kundschaft, die über die schon ortsanwesenden Auszubildenden, Angehörige oder Arbeitenden hinausgeht. Diesen Kunden wolle man Gastronomie auf hohem Niveau anbieten und das Restaurant auch etwas umgestalten.

Ein versteckter Skandal?

Weshalb also die Entlassung eines ganzen Küchenteams? Und werden die Leute ersetzt? Wird etwas verborgen?
Da stecke kein Skandal dahinter, auch kein Hygieneproblem oder sonst etwas Spektakuläres, beruhigt Mummenthey. Das bisherige Team habe ganz einfach nicht mehr gepasst für die neuen Ideen und die gestiegenen Anforderungen.

Die Solviva-Gruppe, zu der der Sunnepark Grenchen gehört, besitzt noch drei weitere Heime im Berner Oberland. Es ist viel Bewegung im Markt und in der Gruppe. So hat Willi Gyger, Verwaltungsratpräsident und Initiant des Sunneparks, erst kürzlich bekanntgegeben, dass man am Thunersee das Parkhotel Oberhofen erworben hat und es in zwei Jahren als sogenanntes «Pflegehotel» in Betrieb nehmen will. Bis es soweit ist, soll es als Übergangslösung für das Pflegezentrum Berntor in Thun dienen, das komplett abgerissen und neu gebaut werden soll, doppelt so gross als bisher, mit 80 statt 40 Betten.

Gleichzeitig werden noch andere Projekte vorangetrieben, von denen eines eine zentrale Grossküche beinhaltet, in der die Mahlzeiten – turnusmässig durch die eigenen Küchenchefs der Häuser oder deren Sous-Chefs – für alle Häuser der Gruppe zubereitet werden, die dann schockgefroren verteilt werden. Die dadurch modernisierten Verfahrenstechniken wie professionelles Schockfrosten beeinflussten die Personal- und Mise-en-Place-Bewirtschaftung. Dahinter stehe also ein strategischer Firmenentscheid, heisst es.

Flexibilität bleibt gewährleistet

Dass nun Convenience Food angeliefert und in Grenchen nur noch bereitgestellt, also aufgefroren, gewärmt und angerichtet werden soll, stimme so aber nicht. Vielmehr verhelfe es dem Sunnepark zur notwendigen Flexibilität, was die Ernährung der Bewohnerinnen und Bewohner angehe. Es werde immer noch frisch gekocht, nur die grosse Menge an Standard-Menüs und -gerichten werde angeliefert, so Mummenthey.

Schon jetzt ist nur noch ein vergleichsweise kleiner Teil der Bewohnerinnen und Bewohner im Restaurant anzutreffen. Das habe seinen Grund, sagt Mummenthey: «Viele unserer in hohem Masse pflegebedürftigen Gäste sind gar nicht in der Lage, ins Restaurant hochzukommen. Oder sie geniessen ihre ‹eigenen vier Wände› auf ihren Stationen.» Schon jetzt werde an bestimmten Tagen in der Woche auf den Stationen gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gekocht.

Vertrag mit Spitälern

Dazu kämen eine ganze Reihe von zusätzlichen Anforderungen, die in den letzten Monaten und Jahren stetig gewachsen seien. Der Anteil der Langzeit-Pflegebedürftigen, zu denen auch eine ganze Reihe von jüngeren Menschen mit psychischen Krankheitsbildern gehörten, sei hier verglichen mit anderen Alters- und Pflegeheimen sehr hoch. Der Sunnepark hat einen Vertrag mit dem Spital Solothurn und arbeitet eng mit den Palliativ-Abteilungen der Spitäler Olten/Insel und dem Paraplegie-Zentrum Nottwil zusammen, die Patienten in einer Übergangslösung im Sunnepark unterbringen.

Das seien oft Patienten in einer eher schlechten Verfassung, die künstlich oder mit Sonden ernährt werden müssten. «Auch diese Patienten haben wahrscheinlich weniger Lust, tagein tagaus denselben gelbgrünen Brei mit demselben Geschmack verabreicht zu bekommen. Wir haben per Anfang Juli ein neues Team in der Küche, das sich bereits jetzt genau diesen Problemen annimmt», erklärt Mummenthey. «Wir brauchen hier Fachpersonal in der Küche, das sich mit solchen Dingen auseinandersetzt, bemüht ist, das Bestmögliche für unsere Bewohner zu entwickeln. Ein Team, das eigeninitiativ arbeitet und mitdenkt.»

Noch anspruchsvoller sei die Ernährung von Bewohnern in der Demenzabteilung, erklärt der Geschäftsführer. Auch dort würden die Nahrungsmittel zum Teil gemeinsam mit den Bewohnern bereitgestellt, oft sei das Fingerfood, der speziell zubereitet werden müsse. «Seien Sie versichert, das Wohl unserer Bewohnerinnen und Bewohner ist mir immer noch das Wichtigste, und da gibt es keinen Spielraum.»