Der 34-jährige Österreicher startet am Samstag um 13 Uhr im Tissot-Velodrome zu seiner Rekordfahrt über 24 Stunden mit Ansage. Der Rekord aus dem Jahr 2010 liegt bei 903 km. 3615 Bahnrunden à 250 Meter wären somit für eine neue Bestmarke nötig.

Die Fachwelt traut ihm dies durchaus zu, denn Strasser ist bereits Weltrekordhalter auf der Strasse über 24 Stunden und hat zahlreiche Streckenrekorde, Siege und Podestplätze an Extremrennen erreicht. Zuletzt hat er zum vierten Mal das «Race across America» gewonnen, bei dem die Radfahrer acht Tage fast pausenlos am Stück unterwegs sind. Als 20-Jähriger war Strasser der bisher jüngste Sieger dieses Extremrennens.

Um ein Jahr verschoben

Bereits vor einem Jahr wollte Strasser in Grenchen den Weltrekord verbessern, damals musste er aber wegen Krankheit absagen. Diesmal fühlt er sich aber bereit für die Parforce-Leistung, wie er dem Velodrome mitteilte. «Ich fühle mich fit und bin topmotiviert» – zitierte diese Woche der Newsletter des Velodromes den Ultra-Velofahrer, der mit Michèle Tanner, der stv. Geschäftsführerin des Velodromes, die letzten organisatorischen Details per E-
Mail regelte.

«Wir freuen uns, dass Christoph für diesen Weltrekord-Versuch nach Grenchen kommt und wünschen ihm viel Glück dazu», meint Tanner. Die Formalitäten der Rekordfahrt werden vom Weltverband der Ultra-Radsportler geregelt, das Velodrome stellt die Infrastruktur und die Zeitmessung zur Verfügung.

«Wir haben von Christoph auch eine Marschtabelle erhalten, wie er sich das Rennen aufteilen will. Die wird dann laufend mit der aktuellen Zeitmessung verglichen», erklärt Tanner. Strasser, der einen aerodynamischen Helm tragen wird, steht in Funkverbindung zu seinen Betreuern.

Pinkelpause muss sein

Natürlich wird auch Strasser nicht 24 Stunden ohne Pause auf dem Velo sitzen können. Zumindest Verpflegungs- und Pinkelpausen müssen einberechnet werden. Dabei kommt ihm das Velodrome noch speziell entgegen. «Strasser hat festgestellt, dass der Weg zu den Toiletten zu lang wäre für die Rekordfahrt. Wir werden dafür in Bahnnähe ein kleines Zelt aufstellen.»

Immerhin müsse Strasser eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,625 km/h inkl. Pausen fahren. «Das ist ein hartes Stück Arbeit», findet Tanner. Das Velodrome will für den Weltrekordversuch auch die richtige Stimmung aufkommen lassen. Das Radstadion wird durchgehend offen sein, der Eintritt zum Event ist frei.

In der Halle erwartet die Besucher ein Kids-Veloparcours sowie eine Festwirtschaft, auf dem Vorplatz des Velodromes eine Hüpfburg für die Kinder. Das Restaurant ist am Samstag von 7–12 Uhr sowie am Sonntag von 7–17 Uhr geöffnet. Der Velo-Ausrüster von Christoph Strasser bietet zudem Testfahrten mit seinen Rädern an.