Nur dank grossen Anstrengungen der Organisatoren, der Stadt und dank Hilfe der Feuerwehr konnte die 25. Ausgabe des Hallen-Schülerturniers des FC Fulgor Ende Januar noch durchgeführt werden. Ein Turnierbesucher hatte bei der Solothurnischen Gebäudeversicherung (SGV) moniert, dass beim letztjährigen Turnier in der Doppelturnhalle die ebenerdige Notausgangstüre abgeschlossen war. Dies hat die SGV veranlasst, genau hinzuschauen.

Zwar ist Jahrzehnte lang nichts passiert. Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass im vergangenen Dezember seitens der SGV diverse Auflagen gemacht wurden, welche grosse Umdispositionen nach sich zogen. So wurde das Turnier mit 320 Schülerinnen und Schülern neu in die Nordbahnhof-Turnhallen verlegt, wo mehr Fluchtwege aus dem Halleninnern existieren.

1000 Kinder, plus Eltern

Das bedeutet auch für das grosse Fulgor/FCG 15-Juniorenturnier, das am 4. und 5. März am selben Ort über die Bühne gehen soll, nichts Gutes. Denn hier werden gar ein Mehrfaches an Kindern um Ruhm und Ehre und die begehrten Medaillen und Pokale kicken. «Wir verzeichnen heuer einen Teilnehmerrekord mit 100 Mannschaften à etwa 10 Spielern», sagt nämlich Organisatorin Susanne Saladin. 

1000 Kinder plus Anhang in drei Hallen, das ist eine Affiche, die auch Saladin nicht mehr ruhig schlafen liess. «Ich war drauf und dran das Turnier abzusagen denn die Auflagen sind wirklich anspruchsvoll», erklärt Saladin weiter. So dürfen sich neuerdings in den beiden Zentrumsturnhallen nicht mehr als 50 Personen aufs Mal in einer Halle aufhalten. Für mehr Publikum genügen die Fluchtwege laut Gebäudeversicherung nicht. In den Nordbahnhof-Turnhallen können es immerhin 200 Personen sein.

Alte Turnhalle als Sammelplatz

Die Veranstalter versuchen das Problem folgendermassen zu lösen: der ganze Verpflegungsbereich wird in der alten Turnhalle angesiedelt. Hier müssen sich Kinder und ihre Familien auch aufhalten, wenn gerade nicht gespielt wird. In der alten Turnhalle können sich nämlich bis zu 550 Personen gleichzeitig legal aufhalten. Zudem wird auch bei diesem Turnier die Feuerwehr direkt präsent sein und es soll überwacht werden, wie viele Leute die Hallen betreten.

«Das wird eine schwierige Aufgabe, aber wir versuchen unser Bestes», erklärt Saladin weiter. «Die kleinsten Kinder sind 4jährig, die Spielen nicht ohne Mama am Spielfeldrand», gibts sie zu bedenken. Sogar in der Garderobe müssten die Eltern präsent sein, wobei unklar sei, ob auch dort Restriktionen bestehen. Insgesamt sei sie zuversichtlich, dass mit dem nötigen Engagement und Augenmass die Ziele erreicht werden könnten.

Notfalls abbrechen

Anderseits behalte sie sich auch vor, das Turnier abzubrechen, sollten aus diesem Grund am Samstag Tränen fliessen oder wenn es sonst zu Gehässigkeiten komme. «Das wäre zwar schade aber ganz ausschliessen kann man das leider nicht.»

Saladin ist sich auch bewusst, dass dies die letzte Ausgabe des Turniers in den Zentrumsturnhallen ist, wofür sie auch Verständnis habe. «Die Sicherheit muss an erster Stelle stehen.» Allerdings gebe es nicht viele Alternativen. Bald wird voraussichtlich auch die alte Turnhalle nicht mehr zur Verfügung stehen, denn hier soll dereinst die Stadtbibliothek einziehen.

Velodrome zu teuer

Eigentlich gibt es für einen solchen Publikumsmagneten nur eine einzige Lösung: das Velodrome. Dieses können sich die Organisatoren aber nicht leisten. «Als wir vor zwei Jahren das Turnier im Velodrome durchführten, resultierte ein Defizit von 5000 Fr.»

Für eine dauerhafte Verlegung ins Velostadion braucht es zudem auch noch Investitionen in Banden zur Spielfeldbegrenzung. «Am einfachsten wäre es natürlich, ein Sponsor würde die Bedeutung dieses Grossanlasses erkennen», meint Saladin und verweist auf andere Hallenturniere, wo dies möglich wurde . «In Liestal hat sich ein Energieversorger gleich für mehrere Jahre verpflichtet.»

Künftig Teil des Uhrencups?

«Bei der Stadt Grenchen ist man sehr daran interessiert, dass das Juniorenturnier weiterbestehen kann», meint Mike Brotschi, Sport-Verantwortlicher bei der Abteilung SMKS, auf Anfrage. Organisatorische versuche man den Veranstaltern entgegenzukommen, wo dies möglich sei, anderseits müssten die Anlagen der Stadt gemäss den Vorgaben der Behörden genutzt werden. Auch könne sie nicht die Miete des Velodromes übernehmen. Die Veranstalter müssten sich allenfalls auch eine Redimensionierung des Anlasses hinsichtlich der Teilnehmerzahl überlegen, schlägt Brotschi vor.

Anders präsentiere sich die Ausgangslage, wenn beispielsweise das Hallenturnier in die Uhrencup-Organisation integriert werden könne. Hier habe die Stadt schon früher signalisiert, dass sie sich eine solche Lösung vorstellen könne. Da dieses Turnier dann im Velodrome stattfinden würde, sei auch ein finanzielles Engagement der Stadt nicht ausgeschlossen. Derzeit werde mit den Bieler Uhrencup-Organisatoren über die Durchführung des Uhrencups 2017 verhandelt.