Kein Stau mehr am Feierabend auf dem Autobahnzubringer. Kein Schlangestehen an der Tankstelle oder der Migroskasse. Kein Sitzplatzsuchen in überfüllten und bis zum Bersten vollgestopften Zügen und auch kein Rumgemotze wegen Taschen und Rucksäcken, die auf den Sitzen liegend den Platz besetzen, statt in der Gepäckablage verstaut zu sein. Die Sommerferien sind da.

In den Strassencafés – zwar in Grenchen nicht sehr häufig, aber immerhin – werden mehr Glacen und Coupes verkauft als auch schon. Der Absatz von Mineralwasser und kalten Getränken dürfte wohl auch angestiegen sein, und auch der Verkauf von Kühlgeräten hat seit der letzten Hitzeperiode zugenommen, ist zu vermuten. Glücklicherweise, jedenfalls sagt das der Stadtbummler, sind die Temperaturen nicht mehr so in die Höhe geklettert wie auch schon.

Apropos Höhe: Man sieht vermehrt Leute mit Rucksack und Wander- oder Walkingstöcken, die einen Bus in Richtung Grenchenberg besteigen. Schliesslich bedient der BGU die Linie seit dieser Woche täglich mit fünf Kursen, wie immer in den Sommerferien. Es sei zwar noch vergleichsweise ruhig, meint BGU-Chef Hans-Ruedi Zumstein. Aber das ziehe dann schon noch an, ist er überzeugt. Die Sommerferien haben schliesslich erst grade begonnen.

Zumstein bereiten wohl eher die vielen Baustellen in der Stadt Kopfschmerzen, denn schliesslich muss er immer wieder aufs Neue Umleitungen einplanen, auf denen die Busse um die Baustellen herum geleitet werden. Das hat dann oft zur Folge, dass die Passagiere nicht mehr wissen, wo sie einsteigen oder aussteigen müssen. Es cheibe Züüg! «Irgendwann müssen die Arbeiten halt gemachte werden», meint Zumstein lakonisch. «Es ist nun mal so, dass das im Sommer gemacht wird.» Bleibt zu hoffen, dass es nicht noch mehr Wasserleitungen «vertätscht», weswegen man dann noch mehr Strassen aufreissen muss. Das gibt nur Lärm und Ärger.

Apropos Lärm: Die Fussball-WM ist schon morgen vorbei. Am Samstag um 16 Uhr spielen Belgien und England um Platz 3. Und sicher geht dann am Sonntag um 17 Uhr vor dem Baracoa so richtig die Post ab, wenn die kroatische Mannschaft, die es erstmals so weit gebracht hat, im Finalspiel Frankreich herausfordert. Die Franzosen werden sich davor hüten, ihren heutigen Nationalfeiertag, den «quatorze juillet» ausgiebig zu feiern. Immerhin haben die Kroaten mit den drei Verlängerungen ein ganzes Spiel mehr in den Beinen – und sind doch so weit gekommen. Morgen Abend werden wir dann hören: «Allez les bleus» – Vorwärts, ihr Blauen – und «Ajmo Vatreni» – Los, ihr Feurigen!

Möge der Bessere siegen!