Kurz vor Jahreswechsel sind in Bettlach die gröbsten Arbeiten bei einigen markanten Bauprojekten abgeschlossen: Zum einen wurden im Zuge der Erneuerung der SBB-Brücke über den Giglerbach beim Bahnübergang Bahnhofstrasse–Aareweg seitens der Einwohnergemeinde die Brücke vom Aareweg in den Bahnweg erneuert. Sie ist nun breiter als zuvor und bietet auch längeren Fahrzeugen eine bessere Ein- und Ausfahrt. Noch fehlen zwar die Geländer auf und vor der Brücke. Mobile Bauabschrankungen sorgen aber schon jetzt für die nötige Sicherheit.

Die Holzschalung unter der Betonbrücke hat man bewusst noch dringelassen, erklärt Bauverwalter Titus Moser. Denn die kalten Temperaturen lassen den Beton langsamer aushärten als gewöhnlich. Die Brücke kann jetzt schon befahren werden.

Gitterrost und Pferd darauf – ein klassisches «No-Go»

Ebenfalls fertiggestellt ist die Fussgängerbrücke nördlich der Bahnlinie. Manche mögen sich erinnern: Schon zu Amtszeiten von Gemeindepräsident Hans Kübli war die Zufahrt von der Bahnhofstrasse in die Lebernstrasse bei der Firma Hänggi ein immer wiederkehrender Zankapfel. Zuerst wurde die Einfahrt beschränkt, dann ganz gesperrt. Jetzt, im Zuge des Neubaus der SBB-Brücke über den Bach, konnte man endlich Nägel mit Köpfen machen. Man beschloss, statt einer Erneuerung des für den motorisierten Verkehr geeigneten Übergangs, eine schöne und wartungsarme Bogen-Stahl-Brücke mit einem Gitterrostboden zu erstellen – eine ähnliche Brücke hatten die Verantwortlichen in Grenchen gesehen, so der Bauverwalter. Das Projekt wurde aufgelegt, wochenlang.

Es gab keine Einwände, auch im Gemeinderat hatte offenbar niemand Bedenken oder Einwände. Doch kaum war das Teil fertiggestellt, gingen auf der Verwaltung böse Mails ein: Ob denn da niemand an die Rösseler gedacht habe? Ein Pferd gehe nie über eine Unterlage, durch die hindurch es nach unten sehen könne. Da er sich mit Pferden nicht auskenne, habe er das natürlich nicht wissen können, sagt Moser.

Als Zwischenlösung habe man nun Spanplatten auf die Brücke gelegt und mit einem dünnen Belag, einem sogenannten Walzasphalt versehen, damit nun auch Ross und Reiter den Bach ungehindert überqueren können. «Wir werden schauen, wie sich das in der nächsten Zeit entwickelt, ob sich das Provisorium hält und uns eine Lösung überlegen, die dann etwas dauerhafter ist», sagt Titus Moser.

Die nun Pferde-taugliche Brücke.

Die nun Pferde-taugliche Brücke.

Die Arbeiten rund um den Bahnübergang könne man wirklich als grosse Kiste bezeichnen: alles in allem kosteten die drei Brücken rund 1,5 Mio. Fr., wobei die SBB-Brücke – eigentlich handelt es sich ja um einen Bachdurchlass im Bahntrassee – natürlich den grössten Teil ausmacht.

Jetzt kann das Geröll kommen

Erfolgreich abgeschlossen werden konnten die Bauarbeiten beim neuen Geschiebesammler beim Werkhof: Zwei mächtige Holzbalken verhindern nun, dass gröberes Geschiebe weiter hinunter ins Dorf rollen kann, so wie das im verheerenden Hochwasser vor 11 Jahren geschah. Der Geschiebesammler ist für feineres Geschiebe, Sand, Kies und kleine Steine durchlässig, sodass der natürliche Austausch gewährleistet wird und der Bach im unteren Teil nicht ausgewaschen wird.

Temperaturen zu kalt

Im Zuge der Erneuerung wurde auch die Brücke an der Jurastrasse ersetzt und vor drei Monaten für den Verkehr freigegeben. Wie diese Zeitung berichtete, wurde über dem verbreiterten Bachbett eine Bodenplatte auf die verstärkten Seitenmauern gelegt, daran angehängt wurden sogenannte Schlepp-Platten, die ein Absenken des benachbarten Geländes ausnivellieren. Um die Brücke nicht zu lange sperren zu müssen, baute man den Deckbelag recht früh auch ein.

Der Deckbelag ragt einige Zentimeter über Abfluss und Seitenbegrenzung.

Der Deckbelag ragt einige Zentimeter über Abfluss und Seitenbegrenzung.

Dabei wurde man aber von der Witterung überrascht: «Die Temperatur für den Einbau des Deckbelags war schon ziemlich am Limit», erklärt Titus Moser. Denn zu kalte Temperaturen lassen den Belag zu rasch auskühlen und man erreicht nicht die gewünschte Verdichtung. Eine starke Bise sorgte dann für den Rest: Der Belag ist nun stellenweise – bedingt durch weitere technische Probleme – bis zu 4 Zentimeter zu hoch und ragt auf den Seitenbegrenzungen und bei Abflüssen um einige Zentimeter über das gewünschte Niveau – das könnte für Velofahrer eventuell gefährlich sein. Man will deshalb im Frühling oder Frühsommer rund zwei Drittel des Deckbelags wegfräsen und einen neuen Deckbelag einbauen. Dafür wird man die Brücke allerdings wieder für zwei bis drei Tage sperren müssen.