Wenn alle Strassen und Wege in Richtung Zwinglihaus und Zwinglikirche mit Autos zuparkiert sind, vor dem Zwinglihaus etliche Kinder spielen und immer wieder schwer beladene Mütter mit Plastiktüten und Taschen voller Kleider und Spielsachen aus dem Zwinglihaus kommen, kann es nur sein, weil die weitherum beliebte Kinderkleiderbörse stattfindet. Hunderte von Frauen – und einige wenige Männer – durchwühlen an langen Tischen die fein säuberlich aufgestapelten und nach Grösse geordneten Kinderkleider, die zum Verkauf angeboten werden. Auch Kinderwagen, Körbe voller gebrauchter Spielsachen, Velohelme und vieles mehr ist im Angebot. Manche der Kundinnen kommen von weit her, denn die Kinderkleiderbörse im Zwinglihaus hat Tradition und einen guten Ruf.

«Es steckt auch viel Arbeit dahinter», erklärt Aurelia Tschui, Präsidentin des Vereins Kinderkleiderbörse Grenchen. Der Verein führt jährlich zwei Börsen durch, je eine im Frühling und im Herbst. Am Mittwoch wurde mit der 90. Ausgabe ein kleines Jubiläum gefeiert. «Wir hatten sehr viel Material und der Bruttoumsatz betrug rund 15 000 Fr.», freut sich Tschui. Nach Abzug der Unkosten kann jeweils etwa 10 Prozent davon für gute Zwecke gespendet werden. Die Helferinnen arbeiten ehrenamtlich. Die Preise der Artikel werden von den Verkaufenden festgelegt.

«Wir haben ein grosses Team von 73 Personen und doch sind wir fast zu wenig», meint Tschui weiter. Der Andrang zum Verkauf werde immer grösser, der zur freiwilligen Mithilfe aber nicht. Denn der Anlass zieht sich jeweils über mehrere Tage hin: Am Montag wird die Ware angeliefert und sortiert, am Dienstag ist der Verkauf für die Helfer. «Es ist ihre einzige Belohnung, wenn sie noch aus dem kompletten Sortiment auswählen können», meint Tschui. Am Mittwoch ist der Verkauf für die Öffentlichkeit und danach muss alle nichtverkaufte Ware wieder für die Rückgabe zusammengepackt werden. (at./om)