Freefly Festival

Die Fallschirmspringer warten auf besseres Wetter

Die Fallschirmspringer, die sich in Grenchen für ihr Freefly-Festival eine Basis eingerichtet haben, müssen wegen des schlechten Wetters vorerst am Boden bleiben.

Unbenutzt steht die Spezialmaschine vor der Avgas-Tankstelle am Grenchner Flughafen. Die Regentropfen «böpperlen» beständig auf das Zeltdach, das die Organisatoren des Freefly-Festivals vor der Fallschirmspringer-Basis aufgespannt haben. Auf dem Tarmac spiegelt sich grauer Himmel in grauen Pfützen, die immer grösser werden.

«So schlimm verregnet wurden wir bisher noch nie», meint Cornelia Scheurer, die sich am Boden um das Wohl der Fallschirmspringer kümmert, die man dieses Wochenende zum 16. Freefly-Festival auf dem Flughafen Grenchen erwartet.

Doch auf Scheurers Stimmung scheint das Wetter nicht zu drücken, auch nicht auf jene der anderen, die sich am morgen im Zelt einfinden und sich bei Kaffee und Gipfeli auf einen eher gemütlichen Tag einstimmen. Mit dem Wetter müssen sich die Fallschirmspringer dauernd beschäftigen. «Wir brauchen Sichtflug-Bedingungen. Bei geschlossener Wolkendecke wird nicht geflogen», erklärt Christian Klossner vom OK des Fallschirmspringer-Festes, das sich in den letzten Jahren steigender Beliebtheit erfreut. Es wird vom Verein Free-fly Festival in Zusammenarbeit mit Skydive Grenchen und dem Flughafen durchgeführt.

Geduld ist gefragt

Am Freitag ist also nichts mit springen. «Wenn Dir mit 200 km/h die Regentropfen ins Gesicht peitschen, dann kann das ziemlich schmerzhaft sein», erklärt Klossner einen weiteren Grund, warum er und seine Freunde bei diesem Wetter lieber am Boden bleiben. Doch das Festival dauert bis zum Sonntag, und vielleicht hat ja Petrus zwischendurch mal ein Einsehen.

Dann wäre auch das Spezialflugzeug rasch flottgemacht, ein Oldtimer vom Typ Skyvan des ehemaligen britischen Herstellers Short, das die Freeflyer dieses Jahr zum zweiten Mal für ihren Event von einem tschechischen Betreiber gemietet haben. Es kann je nach Ausführung und Zulassung bis zu 25 Fallschirmspringer mitnehmen, die dank der Heckrampe das Flugzeug im Pulk verlassen können, was natürlich speziell Spass macht.

Aus halb Europa

Auch aus diesem Grund fanden sich letztes Jahr rund 300 Fallschirmspringer zum Festival ein, bei dem es nicht nur um Sport, sondern auch um Geselligkeit und Unterhaltung geht. Aus halb Europa reisen die Leute an. Manche campieren mit ihrem Wohnmobil neben dem Gelände oder stellen ihr Zelt neben der Skydiver-Baracke auf.

Was machen die Skydiver also bei schlechtem Wetter? «Eine Pokerpartie oder ihre Videos von früheren Sprüngen schneiden», erklärt Cornelia Scheurer. Viele Fallschirmspringer machen von ihren Sprüngen Filme mit der Helmkamera. Für das Finish stellt man extra einen Schnittplatz zur Verfügung.

Die Video-Ausbeute der Sprünge ist attraktiv, wie ein Blick auf die Homepage zeigt. Eine Vorführung mit den Höhepunkten des Tages steht denn auch an jedem Abend auf dem Programm des Festivals. Zuvor gibts Barbetrieb, Konzerte oder Musik vom DJ. «Zuschauer und Gäste sind bei uns immer willkommen», sagt OK-Präsident Dominic Scheurer.

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