Grenchen

Die Erwartungen wurden übertroffen: Neue Aktion für die Kunst

GVG-Präsident und OK-Mitglied der 5. Kulturnacht Heinz Westreicher zieht eine positive Bilanz der Aktion und zieht auch eine Wiederholung in Betracht.

GVG-Präsident und OK-Mitglied der 5. Kulturnacht Heinz Westreicher zieht eine positive Bilanz der Aktion und zieht auch eine Wiederholung in Betracht.

Die Aktion «Grenchner Kunstfenster» löste sowohl bei Gewerblern als auch bei den Künstlern und beim Publikum positives Echo aus.

Seit Jahren, Jahrzehnten gibt es in Grenchen keine Galerie, keinen Künstlertreff mehr, in dem sich die regionalen Künstlerinnen und Künstler und Kunstinteressierte austauschen können, wie das einst in der Galerie des Kunstsammlers Toni Brechbühl der Fall war. Das sei einer der Hauptgründe, weswegen Heinz Westreicher, Präsident des Grenchner Gewerbeverbands GVG und OK-Mitglied der 5. Grenchner Kulturnacht, die Aktion «Grenchner Kunstfenster» ins Leben rief. «Mit der Idee im Kopf, den lokalen Künstlerinnen und Künstlern beim Grenchner Gewerbe ein Podium zu schaffen, an dem Begegnungen mit ihrem Publikum und weiteren Interessierten in einem ungezwungenen und auch etwas aussergewöhnlichen Rahmen möglich sind, startete ich eine Umfrage, sowohl beim Grenchner Gewerbe als auch bei den Kunstschaffenden.» Das Echo auf beiden Seiten sei sehr positiv gewesen. «Neun Künstler und eine Künstlerin sagten zu, ihre Werke in den Räumlichkeiten von Gewerblern oder Firmen auszustellen und an einer Künstlerbegegnung teilzunehmen.» Eigentlich wären laut Westreicher sogar noch mehr Firmen und Gewerbebetriebe interessiert gewesen, bei der Aktion mitzumachen – ein gutes Zeichen für ein nächstes Mal.

Einfaches Konzept mit grosser Wirkung

Die Künstler konnten sich selber aussuchen, in welchem Lokal sie ausstellen wollten. Per Doodle wurden die Termine zwischen dem 16. September und dem 4. Oktober festgelegt. Die Gewerbler luden ihre Kundschaft für das jeweilige Datum ein und offerierten ein Apéro, die Kunstschaffenden luden ihre Fans ein.

«Die Anlässe übertrafen all unsere Erwartungen», sagt Heinz Westreicher. Schon bei der ersten Künstlerbegegnung in der Dropa Drogerie Arnold mit der Künstlerin Debora Rickli seien rund 50 Personen erschienen. Diese habe auch einige ihrer ausgestellten Werke verkaufen können. «Die Zahl der Besucherinnen und Besucher lag immer zwischen 20 und 50 Personen. Fast jeden Abend gab es irgendwo ein Apéro, das war mit der Zeit sogar etwas anstrengend», sagt Westreicher schmunzelnd. Die Künstler seien dabei sehr präsent gewesen und hätten sich auch gegenseitig «besucht». Auch im Publikum habe sich schnell ein «harter Kern» gebildet, Leute, die fast an jedem Apéro erschienen seien.

Von den Künstlern gab es durchs Band weg positives Feedback. «Alle, die mitgemacht haben, waren begeistert. In diesen Lokalitäten entstehe nicht die Schwellenangst beim Publikum, die vielleicht den Besuch eines Museums oder Kunsthauses schwierig mache.

Die Werke konnten während der ganzen Dauer der Aktion in den jeweiligen Lokalitäten besichtigt werden. Wo sie – ausser an den jeweiligen Künstlerbegegnungen – nicht öffentlich zugänglich waren, wie etwa die Werke von Max Obrecht in der Raiffeisenbank, wurden private Führungen ermöglicht.

Auch das Gewerbe zieht positive Bilanz

Carmen Leimer hatte den Künstler Heini Bürkli in ihrer Boutique Olivia zu Gast. «Ein interessanter Künstler mit einem aussergewöhnlichen Leben. Es war ein sehr angenehmer Abend mit interessanten Gesprächen.» Leimer fand die Aktion innovativ und gelungen. Sie würde es begrüssen, wenn sie wiederholt würde.

Auch Markus Arnold von der Dropa Drogerie Arnold findet positive Worte: «Die Werke der Künstlerin passten auch sehr gut in unsere Räumlichkeiten und zu unserem Sortiment. Wenn das ‹Päckli stimmt›, kann ich mir durchaus eine Wiederholung vorstellen.»

Ob es zu einer Wiederaufnahme kommt, kann Westreicher jetzt noch nicht sagen. Die Künstlerbegegnungen müssten seiner Meinung nach im Rahmen und Umfeld einer Kulturnacht stattfinden, also in zwei oder drei Jahren. Und ob überhaupt wieder eine Kulturnacht stattfindet, ist noch offen.

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