Allerheiligen

Der Verwandlung des «Chappeli» zur Erlebnis-Herberge hat begonnen

Beeindruckende Bilder: Das Chappeli von einst wird nie mehr sein, es wird dem Erdboden gleichgemacht.

Beeindruckende Bilder: Das Chappeli von einst wird nie mehr sein, es wird dem Erdboden gleichgemacht.

Die neue Erlebnis-Herberge ist einen Schritt weiter - der Abbruch macht Platz für einen Teilneubau. Seit rund einer Woche ist man dabei, einen Teil der östlichen Liegenschaftsteile abzureissen. Das neue «Chappeli» soll im nächsten Jahr eröffnen.

Zu Zeiten Alexander des Grossen erzählte man sich die Geschichte vom unsterblichen Göttervogel Phönix. Nach 300 bis 500 Lebensjahren verbrennt er, nur um kurz danach aus der eigenen Asche wieder aufzuerstehen. Auch das Chappeli - das einstige Wallfahrtsgasthaus in den Grenchner Höhen - ist mehr als 300 Jahre alt und soll nun nach seinem Blitztod vor vier Jahren wieder zu neuem Leben erweckt werden.

Zu Zeiten Thomke des Grossen geschieht dies aber nicht durch Zauber, sondern mittels Maschinengewalt: Seit rund einer Woche ist die Robert Kopp AG aus Studen dabei, einen Teil der beiden östlichen Liegenschaftsteile mit einem 60 Tonnen schweren Hydraulik-Bagger, der über einen Langarm mit 24 Metern Reichweite verfügt, abzureissen.

Ein Teil des Chappeli wird abgerissen, um darauf eine neue Herberge zu errichten

Ein Teil des Chappeli wird abgerissen, um darauf eine neue Herberge zu errichten

Massive Mängel an Bausubstanz

Damit wird Platz geschaffen für die interessanten Pläne des Investors, des bekannten Grenchner Unternehmers und Uhrenmagnaten Ernst Thomke (siehe Box rechts). Dass der mittlere Teil des dreiteiligen Gebäudekomplexes abgerissen und neu aufgebaut wird, war seit der Planauflage im August 2011 bekannt (wir berichteten). Das Haus war baulich aber in weitaus schlechterem Zustand, als es der Investor beim Kauf erwartet hatte; das zeigen alleine die morschen, wurmzerfressenen Querbalken, die nun auf dem Schutthaufen vor der Liegenschaft ihrer Entsorgung harren. Aber auch frühere Besitzer sollen stark in die Bausubstanz eingegriffen haben. Deshalb wird zusätzlich das Obergeschoss des Ostteils abgerissen, damit der Teil, in dem Küche und Beiz einquartiert waren, ebenfalls erneuert werden kann. Die Asbestsanierung ist eine weitere Aufgabe, um die sich die Baufachleute noch kümmern müssen.

Arbeiten enden Mitte November

Obwohl die massiven Mängel an der Bausubstanz erst spät entdeckt wurden, war für die nun angepassten Pläne Thomkes keine weitere Planauflage nötig, erklärt Claude Barbey, Stadtbaumeister von Grenchen. Alle Bewilligungen lägen vor und seien weiterhin gültig, auch die des Kantons, die die Juraschutz- und Landwirtschaftszone betreffen. Aufgrund der Vorgaben des bäuerlichen Bodenrechtes ist Thomke gezwungen, auch einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb zu führen. Claude Barbey jedenfalls ist Feuer und Flamme. Seiner Meinung nach wird der Einsatz des ehemaligen ETA-Chefs noch zu wenig gewürdigt. «Es ist ein Glücksfall, dass ein Unternehmer wie Ernst Thomke sich entschieden hat, das Kappeli aus seinem Dornröschenschlaf zu retten. Das hat viel mit Idealismus zu tun», so der Stadtbaumeister.

Ernst Thomke will das neue «Chappeli» im nächsten Jahr eröffnen. Die Rückbauarbeiten der Firma Kopp dauern noch mindestens drei Wochen, wie Geschäftsleiter Daniel Kopp gestern auf Nachfrage erklärte.

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