Nach der Auflösung der Genossenschaft Parktheater war zwar klar, dass der Theaterbetrieb weitergehen muss. Die bisherige Intendantin Corinne Maier war bereit, weiterhin für ein attraktives Tourneeprogramm zu sorgen. Die Frage nach der Trägerschaft für das Theaterprogramm blieb aber lange Zeit offen.

Jetzt ist klar: Der letztes Jahr neu gegründete Verein «friss! Kultur» von Schauspielerin Sandra Sieber und Kinobetreiber Angel Rodriguez hat die Verantwortung für die Theatersaison übernommen und mit der Stadt einen Leistungsauftrag für zunächst ein Jahr unterschrieben. Die Stadt übernimmt im Gegenzug die Defizitgarantie in der bisherigen Höhe von 80'000 Franken.

Ein begrenztes Wagnis

«Als wir gehört haben, dass sich die Parktheater-Genossenschaft auflöst, haben wir uns Gedanken gemacht, wie es mit dem Theater weitergehen könnte und wie weit wir mit unseren Möglichkeiten dazu beitragen könnten», berichtet Sandra Sieber.

Es sei zwar ein Wagnis für den jungen Verein mit bisher rund einem Dutzend Mitgliedern, doch mit der erfahrenen langjährigen Theaterorganisatorin Corinne Maier im Rücken werde man diese Herausforderung gerne annehmen. In der Theatersaison, die am kommenden 24. Oktober beginnt, sind zehn Veranstaltungen programmiert. Für weitere Anlässe auf der Parktheater-Bühne ist nach wie vor die Rodania Gastro AG zuständig.

Unkomplizierte Lösung

Mike Brotschi, Mitarbeiter von Standortmarketing, Kultur und Sport der Stadt, zeigt sich erfreut über die nun gefunden Lösung. «Es ist eine glückliche Fügung, dass sich alle Beteiligten so unkompliziert gefunden haben. Das macht uns optimistisch auch für den längerfristigen Theaterbetrieb.»

Beim Verein friss!Kultur sieht man das ähnlich. «Wir setzen uns dafür ein, dass die Kulturbedürfnisse in der Region Grenchen ernst genommen werden. Das Parktheater ist bei Umsetzen dieses Anliegens ein zentrales Herzstück», erklärt Sieber.

«Terror» in Grenchen

Das neue Theaterprogrammheft wird demnächst erscheinen. Zum Auftakt hat Corinne Maier ein schlagzeilenträchtiges Stück nach Grenchen geholt: «Terror» von Ferdinand von Schirach erlaubt dem Publikum, auf den Ausgang Einfluss zu nehmen. Schuldig oder nicht schuldig, lautet die Frage hinsichtlich eines Piloten, der den Befehl befolgt und ein terrorverdächtiges Passagierflugzeug abgeschossen hat. «Ich bin gespannt, wie das Publikum reagiert», meint sie. Es sei zwar ein Experiment, doch eines, welches das Publikum nicht ganz unvorbereitet treffe. Das Stück lief unter anderem bereits am Stadttheater Solothurn.