Büren

Das letzte Teilstück der Begegnungszone ist eingeweiht

Die Begegnungszone im Bürner Stedtli wurde heute offiziell um das Mittelstück erweitert.

Vor ziemlich genau fünf Jahren wurde in Büren die Umfahrung eingeweiht. «Nach rund 40 Jahren Diskussionen und Planung ist das eine gute Sache gewesen. Ein Meilenstein», erklärte Gemeindepräsidentin Claudia Witschi anlässlich der gestrigen Einweihung des letzten Teilstücks der Begegnungszone im Stedtli. Denn erst durch diese Umfahrung und die damit verbundenen flankierenden Massnahmen war es möglich, zum jetzigen Zustand zu kommen.

Gemeindepräsidentin Claudia Witschi eröffnet die Begegnungszone in Büren: «Es ist ein Meilenstein»

Gemeindepräsidentin Claudia Witschi eröffnet die Begegnungszone in Büren: «Es ist ein Meilenstein»

Sowohl der westliche Teil, vom Kreisel beim Coop, wo der Verkehr nach Süden auf die Umfahrung gelenkt wird, bis zum Abzweiger in Richtung Holzbrücke und auf allen Gemeindestrassen im Stedtli wurde in den Jahren 2012 bis 2014 eine Begegnungszone eingerichtet. Grosse Pflanzenkübel im Bereich der Altstadt und versetzte Parkplätze ausserhalb des historischen Kerns verlangsamen den Verkehr, die Geschwindigkeit ist auf 20 km/h beschränkt und Fussgänger haben Vortritt.

Im Projekt wurde aber auch das Verkehrsregime geändert: Von der Brücke her kommend wurde das Linksabbiegen verboten, und von Osten, von der Kirche her, durfte man nicht mehr rechts zur Brücke abbiegen. Aber für den Verkehr hiess das auch, dass innerhalb einer kurzen Strecke drei verschiedene Höchstgeschwindigkeiten galten: 50 km/h, 30 km/h und 20 km/h.
Die Kosten für diesen Teil, also Umfahrung und flankierende Massnahmen bis hin zu Bänklein und Pflanzenrabatten, betrugen laut Bauverwalter Kurt Eggenschwiler 1,58 Millionen Franken. 2015 wurde die entsprechende Abrechnung der Gemeindeversammlung vorgelegt.

Kantonsstrasse wird zur Begegnungszone

Um auch den letzten Teil, die untere Hauptgasse, in eine Begegnungszone umzuwandeln, bedurfte es einer Zusammenarbeit mit dem Kanton. Denn hier handelt es sich um eine Kantonsstrasse. «Es ist übrigens erst die dritte Kantonsstrasse, die in eine Begegnungszone umgewandelt wurde, wir haben quasi Bronze gewonnen», so die Gemeindepräsidentin. Der Strassenabschnitt Untere Hauptgasse bis nach der Holzbrücke habe zuerst vom Kanton durch das Astra aus der Durchgangsstrassenverordnung entlassen werden müssen. Eine Begegnungszone müsse offen und durchlässig sein, erklärte Claudia Witschi. Deshalb, und weil der Kanton nicht erlaube, dass rückwärts auf eine Kantonsstrasse gefahren wird, wurden die sieben schräg angeordneten Parkplätze auf der Nordseite vor den Lauben aufgehoben und durch parallel liegende ersetzt. An der Anzahl der Parkplätze insgesamt habe sich nichts geändert, so Witschi, denn im westlichen Teil gab es einige neue Parkfelder.

Ob die Anordnung der Parkfelder nun den Bedürfnissen entspricht, soll eine zweijährige Testphase zeigen. Man will Videokameras installieren, mit welchen die Verkehrsbewegungen von Fussgängern und Autofahrern aufgezeichnet und später ausgewertet werden sollen. Dafür und für Tempomessungen stehen laut Eggenschwiler gerademal 60'000 Franken zur Verfügung. Der Kanton, der nur die Pflästerung sowie die Auffahrt zur Holzbrücke saniert hat, beteiligt sich nicht an diesen Kosten. Denkbar seien zu einem späteren Zeitpunkt auch bauliche Massnahmen, so Eggenschwiler. Beispielsweise eine Absenkung des jetzt noch vorhandenen Trottoirrandes oder ähnliche Pflanzenkübel, versetzte Parkplätze oder ähnlich wie im oberen Teil.

Um zu verhindern, dass der Schwerverkehr und Sattelschlepper auch weiterhin mitten durchs Stedtli fahren, hat man auf der Holzbrücke eine Längenbeschränkung von 12 Metern eingeführt. Einheimisches Gewerbe und örtliche Landwirte erhalten auf Wunsch Sonderbewilligungen.

Nach dem Durchschneiden eines Bandes bei der Holzbrücke wurde ein Plakat des Bürener Plakatgestalters Jean Marmier enthüllt. Nun brauche es Zeit, meinte die Gemeindepräsidentin. «Einwohner und Autofahrer müssen sich erst einmal an das neue Regime gewöhnen.» Für das Gewerbe und die Beizen werde das eine gute Sache, aber man müsse sich als Fussgänger zuerst daran gewöhnen, hier Vortritt zu geniessen.

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