Wenn die literarische Gesellschaft Grenchen zur Lesung des neusten Streichs des erfolgreichen Solothurner Autors Christof Gasser ruft, dann kommt die Bevölkerung der Uhrenstadt in Scharen. Der «Rössli»-Saal an der Bielstrasse war bis auf den letzten Platz gefüllt, um der Eröffnung von Gassers Herbst-Lesetour beizuwohnen. «Grenchen geht noch aus», sagte Holger Greis, Vorstandsmitglied der literarischen Gesellschaft, darob sichtlich erfreut.

«Solothurn spielt mit dem Feuer» lautet das neue Werk des Zuchwiler Schriftstellers, und es ist dessen dritter Band in seiner Solothurn-Krimireihe rund um die beiden Akteure Dominik Dornach und Angela Casagrande. In seinen Krimis, so erklärt der Autor, sei das Verbrechen zwar der logische Aufhänger. «Aber eigentlich möchte ich Geschichten erzählen von Menschen, wie sie involviert sind, was das mit ihnen macht und was mit ihnen passiert», erzählt Gasser. Denn eine gute Geschichte lebe von der Kombination aus Menschen, der Handlung und dem Ort des Geschehens. Aus diesem Grund erzählt er seine Geschichten gerne aus der Perspektive von verschiedenen Personen. «Das macht die Handlung zwar manchmal etwas rasant, aber es hält die Spannung aufrecht», so Gasser.

Terror in der Barockstadt

Der Stil zeichne sich durch faszinierende Beschreibungen der Protagonisten sowie facettenreiche und detaillierte Schauplätze aus, welche die meisten kennen, wie Holger Greis erklärt. Der Bezug zu aktuellen Themengebieten bildet dabei ein weiteres Markenzeichen von Gasser. In «Solothurn trägt Schwarz» war es das organisierte Verbrechen aus dem Balkan, welches in der Ambassadorenstadt sein Unwesen trieb. «Solothurn streut Asche» war politisch gefärbt und behandelte mögliche Wahlmanipulationen sowie die Verquickung von Politik und Religion.

Der neuste Coup setzt sich nun mit der anonymen Bedrohung durch den internationalen Terrorismus auseinander. Damit trifft Gasser den Nerv der Zeit: Paris, Nizza und Berlin sind uns schmerzlich in Erinnerung geblieben. «Man empfindet dieses Buch als Verschmelzung von Fiktion und Realität», sagt Greis. Wie viel Wahres hinter dieser Aussage steckt, bestätigt der Autor gleich selbst. In einem Kapitel seines Buches fallen islamistischen Fanatikern in der Schweiz hergestellte Handgranaten in die Hände. «Ich habe lange überlegt, ob ich das wirklich schreiben soll», erklärt Gasser. Er tat es und brachte die Szenerie schliesslich im vergangenen Sommer zu Papier. Just vor zwei Wochen titelte der «Tages-Anzeiger»: «IS-Terroristen töten mit Schweizer Handgranaten».