BGU

Busbetrieb Grenchen und Umgebung hat mehr Fahrgäste aber weniger Ertrag

Kjell Kolden, neuer Leiter der Abteilung öV beim Kanton, stellte sich vor.

Insgesamt waren es 2'246'126 Fahrgäste. Verschiedene Faktoren führten aber dazu, dass Verwaltungsratspräsident Peter Vogt an der Generalversammlung angesichts eines Verlustes von etwas mehr als 87'000 Franken von einem mittelmässigen Geschäftsjahr sprach.

Auffallend ist, dass trotz gesteigerter Personenfrequenz der Ertrag aus dem Linienverkehr um knapp 260'000 Franken abnahm. Dies sei Ausdruck eines neuen Einnahmeverteilschlüssels seitens des Tarifverbundes Libero. Peter Vogt zeigte sich aber zuversichtlich, dass ab 2020 das Pendel wieder auf die andere Seite ausschlagen sollte.

Ein schöner Teil der höheren Anzahl Einsteiger geht auf die neue Linie Lengnau (Sportplatz) in Richtung Biel (Renferstrasse) und Orpund (Byfang) zurück, die auf Anhieb 74'000 Personen beförderte. Klarer Spitzenreiter bei der Personenfrequenz bleibt die Linie Lingeriz-Bahnhof Süd-Studen mit über einer halben Million beförderter Personen.

Zurück zur Rechnung: Dank höherer Beiträge der öffentlichen Hand bei budgetiertem Mehraufwand schien man auf dem Weg zu einer «roten Null». Ausserordentliche Abschreibungen auf Fahrzeugen im Betrag von 74'000 Franken trugen schliesslich wesentlich zum erwähnten Verlust bei.

Dabei macht die BGU ihren Job, was die Ausgabenseite anbetrifft, bemerkenswert gut. Der Aufwand pro Kilometer beträgt nämlich lediglich 4.85 Franken. Zum Vergleich: Bei der BSU (Solothurn und Umgebung) beträgt dieser Wert 6.23 Franken, ebenso bei der BOGG (Olten, Gösgen, Gäu). Die Versammlung genehmigte Jahresrechnung (Geschäftsvolumen rund 8,4 Millionen Franken) sowie den Bericht des Verwaltungsrates einstimmig.

Die BGU ist als Aktiengesellschaft konzipiert. Grösster Aktionär ist die Stadt Grenchen mit 1224 Aktien (zu 500 Franken), was einem Viertel der Gesamtaktien entspricht. Bettlach hält 204 und Lengnau deren 196. Insgesamt sind die Einwohnergemeinden mit 2111 Aktien vertreten, der Kanton mit 800. Für eine breite Abstützung sorgen weitere Aktionäre wie Transportunternehmungen, Banken, Industrie, Gewerbe, Handel und auch Private. Das Aktienkapital beträgt 2,448 Mio Franken.

Autofahrer zahlen mit

Seinen «Antrittsbesuch» bei der BGU machte der neue Leiter Abteilung ÖV des Kantons, Kjell Kolden, mit einem kurzen Referat. Er verwies auf die grosse Vielfalt im öffentlichen Verkehr im Kanton Solothurn. Dieser sei angesichts des zerklüfteten Gebietes häufig grenzüberschreitend, was eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen erfordere. Zwar dominiere auch bei uns der motorisierte Individualverkehr, der ÖV sei aber das Rückgrat und ein wichtiger Standortfaktor. Die Politik sei trotz angespannter Finanzen dem Anliegen des ÖV durchaus wohl gesinnt, wie er bei der Behandlung des Globalbudgets habe erfahren dürfen: «Wir müssen uns aber auch bewusst sein, dass der Deckungsgrad bei 50 Prozent liegt. Ein grosser Teil des Geldes komm also von Personen, die nur selten öffentliche Verkehrsmittel benutzen.» Für die Zukunft gelte es, den öV kundengerecht weiterzuentwickeln (wie etwa den Tarifverbund Libero) und zukunftsgerichtet zu investieren.

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