Partnerstadt

Blick hinter die Kulissen der Audi-Werke: Grenchner Delegation besucht Neckarsulm

Eine Grenchner Delegation konnte anlässlich eines Freundschaftsbesuchs die Audi-Fabrik in der Partnerstadt Neckarsulm besichtigen.

Neckarsulm lud am vergangenen Wochenende alle seine Partnerstädte zu einer gemeinsamen Feier ein. Auch aus Grenchen war eine Delegation mit 14 Personen, angeführt von Stadtpräsident François Scheidegger, vor Ort. Dieser zeigte sich insbesondere beeindruckt von einem Besuch bei den Audi-Werken.

Wenn Grenchen eine Industriestadt mit «Klumpenrisiko» Uhren ist, dann gilt das in weit höherem Ausmass für die Partnerstadt Neckarsulm. Die Kleinstadt mit 26'000 Einwohnern in Baden-Württemberg ist zwar seit 1985 nicht mehr Hauptsitz von Audi, doch nimmt die Fabrik mit 17'000 Beschäftigten einen Grossteil des Stadtgebiets ein. Anlässlich des Festwochenendes mit den Partnerstädten waren deren Vertreter erstmals auch zu einer Besichtigung der Audi-Werke eingeladen.

«Für mich war das einer der Höhepunkte dieses Tages», meint der Grenchner Stadtpräsident zum Freitag, als der Werkbesuch auf dem Programm stand. Von der angelieferten Stahlblechrolle bis zum fertigen Auto konnte der ganze Produktionsprozess verfolgt werden. In Neckarsulm werden mehrere Audi-Modelle vom «kleinen» A4 bis zur Grosslimousine A8 gefertigt. Karosserieteile aus den Stanz- bzw. Verformungspressen werden ohne menschliches Zutun von Robotern zu fertigen Karosserien zusammengeschweisst.

Der Chip behält die Übersicht

Die Produktion erfolgt «Just in Time», also auf Bestellung. «So sieht man Fliessbänder mit ganz unterschiedlichen Autos. Diese erhalten zu Beginn einen Mikrochip, der jeder Produktionsstation mitteilt, welche Teile jetzt eingebaut werden müssen», erklärt Scheidegger nicht ohne Staunen.

Lieferanten müssen Teile und Baugruppen zur Richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstellen. Dabei unterscheiden sich die Autos nicht nur nach Modell, sondern auch nach Absatzmarkt teilweise beträchtlich. Modelle für heisse Länder erhalten beispielsweise einen grösser dimensionierten Kühler und so weiter.

Eindrücklich sei auch der Schritt der sogenannten «Verheiratung», wo Facharbeiter Karosserie und Antriebsstrang nach genauen (auch zeitlichen) Vorgaben und Arbeitsabläufen verbinden.

Partnerschaft bekräftigt

Zum weiteren Programm gehörte auch der Besuch des NSU-Museums, Weinproben und der Austausch mit Vertretern der anderen vier Partnerstädte. Dieser habe sich allerdings aufgrund der Sprachbarrieren und der hohen Zahl der Gäste als nicht so einfach erwiesen, berichtet Scheidegger. Insgesamt waren 80 Gäste der Einladung von Oberbürgermeister Steffen Hertwig gefolgt. Am Samstag wurde in der Festhalle Ballei ein offizieller Festakt für die Partnerstädte ausgerichtet, an dem Geschenke ausgetauscht und die Partnerschaft bekräftigt wurden.

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