Grenchen

Betreiber des Badi-Restaurants: «Nach 10 Jahren hören wir schweren Herzens auf»

Jürg Jaeggi vomBack-Caffee gibt die Badi-Beiz nach dieser Saison nach 10 Jahren auf

Grenchner Badi-Beizli

Jürg Jaeggi vomBack-Caffee gibt die Badi-Beiz nach dieser Saison nach 10 Jahren auf

Jürg Jaeggi und seine Frau Denise hören nach zehn Jahren Ende Saison als Betreiber des Badi-Restaurants auf. Die Stadt sucht einen Nachfolger.

Es sei ihm und seiner Frau Denise nicht leicht gefallen, diesen Entscheid zu fällen, sagt Jürg Jaeggi gegenüber dieser Zeitung. Aber die Pächter wollen den Vertrag mit der Stadt für die Bewirtschaftung des Grenchner Gartenbads nicht verlängern. Das heisst, für die nächste Saison wird man einen neuen Badibeizer suchen müssen.

2010 suchte die Stadt einen Nachfolger für das langjährige Wirtepaar Kiechl, das die Badibeiz in Grenchen während 38 Jahren geführt hatte. Jürg Jaeggi, der im Jahr zuvor das Back-Caffee an der Archstrasse eröffnet hatte, bewarb sich und erhielt den Zuschlag. «2011 im ersten Jahr stellte ich gleich zwei Köche und zwei Service-Angestellte an und wir nahmen die Saison in Angriff. Nur fünf Wochen später waren meine Frau und ich alleine, die Leute waren uns davongelaufen.»

Er habe das Ganze am Anfang wirklich etwas unterschätzt, sagt Jaeggi rückblickend. Der Betrieb eines Badi-Restaurants während vier Monaten im Jahr sei eine grosse Herausforderung. In erster Linie, weil man total vom Wetter abhängig sei: «Pfingsten 2015 beispielsweise. Da hatten wir an vier Tagen jeden Tag gegen 5000 Gäste, wir konnten den Ansturm kaum bewältigen. Ein paar Tage später begann der Regen und wir drehten Däumchen.»

Die Familie kam einfach zu kurz

Der Versuch, einen Geranten anzustellen, scheiterte. «Ich habe folglich praktisch jeden Sommer hier in der Badi verbracht, ebenso meine Frau», sagt Jaeggi. Und das sei zunehmend zur Belastung geworden. Jaeggis haben drei Kinder: zwei im Teenageralter und ein dreijähriges Nachzüglerli. «Wir waren beispielsweise noch nie gemeinsam in den Sommerferien. Im Sommer waren wir die letzten neun Jahre praktisch jeden Tag bis spät am Abend in der Badi engagiert.» Die Kinder und die Familie seien einfach zu kurz gekommen.

Im Back-Caffee, da wisse man relativ genau, dass man jeden Tag mit 500 – 600 Kundinnen und Kunden rechnen könne, sagt Jaeggi. «Egal ob es regnet oder nicht: Es bleibt immer etwa gleich. In der Badi variiert das sehr stark. Und das macht auch die Personalfrage recht anspruchsvoll.» Nebst dem Ehepaar Jaeggi arbeiteten in der Regel in den letzten Jahren noch ein festangestellter Koch plus etwa vier Studentinnen oder Studenten, die Teilzeit angestellt waren, im Badirestaurant.

Die Stadt, mit der Jaeggis stets ein gutes Einvernehmen hatten, habe immer Wert darauf gelegt, dass man den Fokus im Gartenbad auf die Kinder lege. Aus diesem Grund habe er unter anderem zwei Glace-Maschinen für die Produktion von Softice angeschafft. «Das kam sehr gut an bei den Leuten. Viele kamen hierher, weil es das weder in Solothurn, Büren noch in Biel gab.» Immerhin eine Investition von etwa 50000 Franken. Bei der Betreuung des Glace-Häuschens kamen auch Schülerinnen und Schüler zum Zug, die jeweils den Sommer hindurch ausgeholfen haben. Oder dann Lernende aus der Backstube, falls deren Eltern einverstanden waren, hier auszuhelfen. «Rund sieben Personen waren jeweils für die Betreuung der Gäste im Badi-Beizli zuständig.»

Den Lockdown habe man einigermassen gut überstanden, sagt Jaeggi, der nebst der Hauptfiliale an der Archstrasse noch zwei Läden in der Stadt und deren zwei in Biel betreibt. «Wir haben beispielsweise noch nie an Ostern so viele Osterhasen verkauft. Und auch sonst haben uns die Kundinnen und Kunden die Treue gehalten.» Jetzt freut sich Jürg Jaeggi darauf, in dieser Saison nochmals für seine Gäste da zu sein im Badibeizli.

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