Neue Führung

Bergrestaurant wird neu eröffnet: «Hausgemacht» heisst die Devise auf dem «Bettlebärg»

Markus Lerch, neuer Pächter im Bergrestaurant Bettlachberg.

Markus Lerch, neuer Pächter im Bergrestaurant Bettlachberg.

Markus Lerch und Sandra Stettler übernehmen den «Bettlachberg» – am 1.11 ist Eröffnung.

Im Bergrestaurant Bettlachberg beginnt heute ein neues Kapitel. Pächter Markus Lerch feiert die Eröffnung mit Risotto, morgen spielt die Alphornbläsergruppe «Echo vom Jura». Der gelernte Koch und ambitionierte Hobbysportler hat in seiner gut 30-jährigen Karriere die Gastronomie aus fast jedem Blickwinkel kennen gelernt, vom schwedischen Königshof als Berufseinsteiger über ein Viersternehotel bis zur langjährigen Tätigkeit bei der Migros Aare im Shoppyland. Hier war er unter anderem für das Catering zuständig gewesen.

Ein ausgebildeter SAC-Hüttenwart

Eine Bergbeiz war schon immer sein Traum. Deshalb hat er beim SAC die Ausbildung zum Hüttenwart gemacht. Statt in einer Berghütte verwöhnt er künftig die Gäste im «Bettlebärg», mit saisonaler währschafter Kost aus lokalen Produkten.

«Hausgemacht», heisst Markus Lerchs Devise. Das gilt für den Suppenfonds und die Spätzli ebenso wie für Kuchen und Nussgipfel. Auf den Berg gezügelt ist er nicht etwa allein. Seine Partnerin, Sandra Stettler, die vor zwei Jahren das Wirtepatent gemacht hat, unterstützt ihn tatkräftig. Weil sie als Geschäftsführerin einer Bijouterie in Biel arbeitet, haben die Gäste vor allem am Wochenende die Gelegenheit, sie kennen zu lernen.

Unterstützung hat Markus Lerch im Service überdies von Elke Nüssli aus Lommiswil. Die Bettlachberg-Website – sie wurde neu gestaltet – betreut sein Bruder Thomas Lerch.

Technische und andere Herausforderungen

In den betriebsamen Tagen vor der Eröffnung und für das Wochenende zum Auftakt darf der neue Bettlachberg-Pächter in der Küche zudem auf die Hilfe des Gourmetkochs Fritz Habegger zählen. «Die Menukarte haben wir gemeinsam zusammengestellt. Ich schätze mich glücklich einen solchen Freund zu haben», erzählt Markus Lerch beim Lokaltermin am Stammtisch, als Habegger den Kopf aus der Küchentür steckt, bescheiden abwinkt und sich nach dem Verbleib der Zitronenzesten erkundigt. Auf dem Herd kocht eine erste grosse Portion Rotkraut.

«Ich verstehe mich sehr gut mit Erich und Christian Walker, die hier oben die Landwirtschaft führen. Auch meine Vorgänger im Restaurant, Beat und Ellen Walker, stehen mir zur Seite. Besonders bei der Technik von Heizung, Kläranlage, Hausquelle und Schaltwärterhäuschen bin ich froh um ihren Rat und ihre Erfahrung», sagt Markus Lerch. Der gebürtige Emmentaler packt den neuen Lebensabschnitt fröhlich und zuversichtlich an. Zwölf Jahre bleiben ihm bis zum Pensionsalter, reichlich Zeit, um zuoberst in Bettlach seine Kreativität zu entfalten.

Schnee ist willkommen, aber keine Bedingung

«Die Herausforderung des abgelegenen Berghofs in dieser wunderschönen Umgebung bringt neben der Küche ganz unterschiedliche Aufgaben mit sich. Zum Beispiel die Beschaffung des Heizmaterials. Dazu der Kontakt mit den Gästen, der eine andere Qualität haben kann als im Tal. Das reizt mich ganz besonders.» Markus Lerch, der in jungen Jahren als Skirennfahrer mit der Lieblingsdisziplin «Abfahrt» unterwegs war, mit Vorliebe nördliche Länder bereist und regelmässig mit dem Rennvelo ausgedehnte Bergtouren absolviert, kann es kaum erwarten, seine Kräfte beim Holzhacken unter Beweis zu stellen.

Am Konzept des Berghofs will Markus Lerch grundsätzlich festhalten. Im Fall von Schnee dürfen die Berggänger weiterhin auf die Schlitten für eine vergnügte Talfahrt zählen. Doch als Realist geht Lerch davon aus, dass Schnee und Eis weniger werden. Deshalb will er sich mit einer guten Küche einen Namen machen und im nächsten Jahr zusätzlich zur Karte ein Sonntagsmenu (Dreigänger) sowie einen monatlichen Sonntagsbrunch anbieten. Im Sommer soll es Grilladen geben.

Die Lage sorgt für das Sportpensum

Wenn es doch schneien sollte, plant er selbst zum Berggänger zu werden, und zwar in aller Herrgottsfrühe. Dann will Lerch seine Lebenspartnerin zum Schiessstand chauffieren, wo das zweite Vierradantrieb-Auto des Paares stationiert ist. Statt den grossen 4×4 wieder hochzufahren, kehrt er zu Fuss heim und überlässt ihr das Auto für die Rückkehr am Abend. «Das gibt dann mein Sportpensum für den jeweiligen Tag», sagt er schmunzelnd.

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