Jugendprojekt

Bei Midnight Grenchen bestimmen die Jugendlichen, was getan wird

Midnight Grenchen feierte am Samstag seine 100. Austragung. Das Jugendprojekt für selbstbestimmten Ausgang im suchtfreien Raum lud zu einem «Abend der offenen Tür».

Das Jugendprojekt Midnight Grenchen ist erwachsen geworden, ohne seine Anziehungskraft verloren zu haben. Was 2010 als Pilot gestartet wurde, hat sich etabliert. Die Projektkoordination liegt seit über einem Jahr bei der ISG Lindenhaus.

Anlässlich der 100. Austragung luden die Verantwortlichen am Samstag zum «Abend der offenen Tür» ein.

Die einen versuchen sich am Basketballkorb, die anderen tragen einen Fussballmatch aus. Hier sieht man spektakuläre Sprünge mittels Trampolin, dort wird der Töggelikasten zum Fussballstadion. Und wieder andere sind zum Quatschen, Simsen und Musikhören gekommen. Was getan oder nicht getan wird, bestimmen die Jugendlichen zwischen 13 und 17 in der Doppelturnhalle selber. Hauptsache man ist im «Ausgang» und hat Spass. Aber natürlich werden sie nicht ganz allein gelassen. Die Betreuung erfolgt durch eine Projektleitung und Seniorcoachs (18 bis 25 Jahre) und Juniorcoachs (13 bis 17 Jahre).

Damit Junge ihren Spass haben

Ihre Feuertaufe als Leiterin erlebt Nicole Oderbolz. Die Praktikantin im Lindenhaus umschreibt ihre Aufgabe so: «Ich schaue für einen reibungslosen Ablauf und dafür, dass die Sicherheit gewährleistet ist. Wenn nötig gebe ich Inputs.» Sie teilt sich die Projektleitung mit Sarah Schwab. Der 21-jährige Lionel Porret ist an diesen Abend als Seniorcoach tätig.

Der angehende Musikpädagoge sorgt dafür, dass die Jugendlichen ihren Spass haben: «Natürlich versuche ich auch zu helfen, wenn es zu Problemen kommt.» Glücklicherweise entstünden aber kaum je ernsthafte Schwierigkeiten. Die Juniorcoaches Imad Rumy und Fabio Marruso ihrerseits schätzen es, dass sie neben dem eigenen Fun auch mithelfen können, den Anlass zu gestalten. Die 14-jährige Michelle Boutellier findet es einfach cool, dass es so einen Anlass gibt.

«Ich mache gerne Sport. Hier kann ich mich aber auch einfach mit Kollegen treffen.». Die um ein Jahr jüngere Jessica Henrique ist zum ersten Mal mit von der Partie. «Ich finde es spannend und chillig», zeigt sie sich begeistert. Flavio Kicanelo, Lores Tiralongo und Shpend Popaj freuen sich, dass sie sich in ungezwungener Umgebung bewegen können, und zeigen dies auch mit akrobatischen Sprüngen auf die Matten.

Vom Kanton finanziell unterstützt

Im Schnitt beteiligen sich rund 40 Jugendliche an den Anlässen. Diese werden auch von Gemeinde und Kanton finanziell unterstützt. Besondere Beachtung wird dem gesundheitlichen Aspekt geschenkt. Dies betont auch Michael Rohrer von der Fachstelle für Suchtprävention Blaues Kreuz: «Die Jugendlichen erleben, dass sie suchtfrei einen tollen Ausgang geniessen können, dessen Gestaltung dazu vor allem von ihnen selbst bestimmt wird.»

Ältere Erwachsene sind an diesem Abend nur ausnahmsweise zugegen, um die Gäste zu betreuen. So meint auch Projektkoordinatorin Regula Lüthi: «Es ist ein Programm von Jugendlichen für Jugendliche. Aber selbstverständlich sind wir auf Abruf bereit, sollte unsere Präsenz nötig sein. Das war allerdings bisher noch nie der Fall. Und das darf auch ruhig so bleiben.»

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