Marktplatz

Aus Telefonzellen werden in Grenchen Bücherschränke

Projektzeichnung von Architekt Remo Bill

Projektzeichnung von Architekt Remo Bill

Nun soll auch im Zentrum von Grenchen ein offener Bücherschrank entstehen. Und zwar im Pavillon beim SoBa-Parkplatz direkt am Marktplatz.

Es gibt sie schon in Solothurn und Biel und vielen weiteren Städten und auf privater Basis auch schon in Grenchen beim Parktheater. Jetzt soll aber auf dem Grenchner Marktplatz ein offener Bücherschrank eingerichtet werden. Gemeinderat und Architekt Remo Bill hat der GRK ein Projekt für den Umbau der ehemaligen Telefonkabinen auf dem Marktplatz unterbreitet und wartet nun auf die Umsetzung. «Ich hoffe, dass das Projekt diesen Frühling realisiert werden kann», meint Bill.

Eigentlich zwei Bücherschränke

Wie an verschiedenen anderen Orten auch, soll der Bücherschrank als offene Tauschbörse für Bücher funktionieren, erklärt Bill. Die Zeichnungen für den Umbau hat Bill gemacht und bei der Stadt eingereicht, er rechnet mit Umsetzungskosten von rund 10'000 Fr.

Eigentlich sind es zwei Bücherschränke, weil es auf dem Marktplatz ursprünglich auch zwei Sprechstationen gab. Diese waren im Holzverkleideten Pavillon vor dem SoBa-Parkplatz untergebracht und wurden von der Swisscom schon vor einiger Zeit entfernt. «So ist je ein Bücherschrank auf der Nordseite und auf der Südseite des Pavillons vorgesehen», erläutert der Vize-Stadtpräsident. Es sei notwendig, dass jemand zum Bücherschrank schaue, meint auch sie.

Damit sich nach einigen Wochen im Bücherschrank nicht nurmehr «Bücherschrott» ansammelt, müsse der offene Bücherschrank ein Minimum an Betreuung erfahren, ergänzt Bill. Zu diesem Zweck stehe er in Kontakt mit Gemeinderatskollegin Angela Kummer. Kummer, bzw. ihr Ehemann Adrian Wagner hat in ihrem privaten Garten unmittelbar neben dem Stadtpark vor einigen Monaten einen kleinen offenen Bücherschrank eröffnet.

Betreiberkonzept nötig

«Dieser ist mit einem Volumen von vielleicht 50 oder 60 Büchern nicht mit dem Projekt von Remo Bill vergleichbar», erklärt Angela Kummer auf Anfrage. Sie sei aber am Erarbeiten eines kleinen Betreiberkonzepts und habe zu diesem Zweck bereits mit Verantwortlichen der Bücherschränke in Solothurn Gespräche geführt.

In der Solothurner Weststadt wird der offene Bücherschrank vom dortigen Quartierverein betreut, derjenige am Kreuzackerplatz (und im Sommer in der Badi) hat einen eigenen Trägerverein. Kummer kann sich Vorstellen, dass in Grenchen ebenfalls ein Trägerverein gegründet wird. Denkbar sei auch eine Zusammenarbeit mit der Literarischen Vereinigung Grenchen der Bibliothek oder der Brockenstube.

Auch Angela Kummer wünscht sich, dass der offene Bücherschrank möglichst noch diesen Frühling realisiert werden kann. «Es wäre ein ideales Projekt, um zusammen mit den geplanten Stühlen den Marktplatz zu beleben», meint sie.

Dass zu wenig Bücher zusammenkommen, befürchtet sie nicht. «In der Regel hat es eher zu viel Bücher, als zu wenige», meint sie. Job der noch zustimmenden Kuratoren werde es sein, daraus einen Mix zusammenzustellen, der möglichst viele interessiert.

Stadtpräsident François Scheidegger findet das Projekt gut und unterstützt es, wie er auf Anfrage meint. Die Unterlagen seien bereits auf der Bauverwaltung zur Bearbeitung.

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