Bettlach

Aufgerüstet wegen Corona: Alle Schülerinnen und Schüler ab der dritten Klasse erhalten ein iPad

Für Schüler soll es nun ein iPad geben. (Archiv)

Für Schüler soll es nun ein iPad geben. (Archiv)

Die Coronakrise befeuert die elektronische Aufrüstung der Bettlacher Schulen. 315 iPads für Schüler von der 3. bis in die 9.Klasse sollen beschafft werden.

Dem Bettlacher Gemeinderat wurde das neue ICT-Konzept 2021–2024 vorgelegt mit Kosten von 783'700 Franken. Die kontroverseste Neuerung betrifft die One-to-one-Lösung für alle Schülerinnen und Schüler von der 3. bis zur 9. Klasse. Das bedeutet, jedes Kind ab der 3. Klasse bekommt für die Schule ein eigenes iPad. 315 Stück für umgerechnet 157'500 Franken müssen dadurch angeschafft werden. «Dass der digitale Unterricht immer wichtiger wird, haben die letzten Monate gezeigt», erläuterte Gesamtschulleiter Didi Schoch.

Das ursprüngliche ICT-Konzept sah zunächst eine One-to-one-Lösung ab der 5. Klasse vor. Das war allerdings vor dem Lockdown und dieser habe nun dazu geführt, dass die Arbeitsgruppe nochmals über die Bücher ging, erklärte Anna Nardini Rüegsegger (FDP), Leiterin des Bildungsausschusses.

Walker: Finanzielle Bedenken

SVP-Gemeinderat Leonz Walker vertrat die Auffassung, dass sich Bettlach ein solch teures Konzept aktuell nicht leisten könne. Denn die Gemeinde werde in absehbarer Zeit die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise zu spüren bekommen. Parteikollege Patrik Gfeller störte sich insbesondere an der frühen Einführung der One-to-one-Lösung. Diese sei ab der 5. Klasse ausreichend. Für die niedrigeren Stufen schlägt er stattdessen die Anschaffung eines iPad-Pools, sprich ein paar iPads für die gesamte Klasse, vor.

Die Gegenseite wiederum argumentierte, dass die digitale Bildung gerade jetzt möglichst stark gefördert werden müsse. So befinde sich Bettlach im kantonalen Vergleich zwar momentan im vorderen Viertel. Doch die anderen Gemeinden würden infolge der Krise aufrüsten. Mache man nichts, dann befinde sich Bettlach in ein bis zwei Jahren am Ende der Kette, so Mathias Stricker (SP).

Elektronische Wandtafeln kommen

Aber nicht nur die iPads, sondern auch die geplanten interaktiven Wandtafeln im Schulhaus Büelen für die Sekundarschüler stiessen zum jetzigen Zeitpunkt auf Widerstand. Gfeller warb dafür, auf die Anschaffung zu verzichten, bis auch die Sanierung des Schulhauses Einschlag abgeschlossen sei und somit beide Anlagen gleichzeitig ausgerüstet werden können, damit sie auf demselben technischen Stand sind. Beide Anträge der SVP – Verzicht auf die interaktiven Wandtafeln sowie One-to-one-Lösung erst ab der 5. Klasse verbunden mit einem iPad-Pool für die 3. und 4. Klasse – fanden keine Mehrheiten im Rat.

«Das Geschäftsjahr 2019 war wiederum ein spannendes und arbeitsreiches Jahr», erklärte Franz Koch, VR-Präsident des Alterszentrums (AZ) Baumgarten. Koch verwies auf seinen letztjährigen Bericht, in dem damals viele offene Baustellen aufgedeckt wurden. Die meisten davon hätten inzwischen angegangen werden können. So konnte etwa das «Abenteuer» Aussenstation Selzach endlich abgeschlossen werden. Die Liegenschaft konnte verkauft werden und die Käufer haben ebenfalls ein Kaufrecht für das Bauland in Selzach erworben. «Wir kommen mit einem blauen Auge davon», sagt Koch. Unter dem Strich werde die ganze Geschichte das AZ rund 70 000 bis 80 000 Franken kosten. 2015 investierte die Institution rund 1,2 Mio. Franken, um in Selzach eine Wohngruppe für demente Menschen zu betreiben. Das neuartige Konzept entsprach zwar einem Bedürfnis, der Betrieb konnte aber nicht kostendeckend geführt werden. Somit war Ende 2017 bereits wieder Schluss.

Alterszentrum war bisher coronafrei

Die vielen Projekte im vergangenen Jahr und der damit verbundene hohe Aufwand schlagen sich auch in den Zahlen nieder. Das Betriebsergebnis belief sich vor den Abschreibungen auf
minus 83 300 Franken. Dank Rückstellungen aufgrund einer Auflösung resultierte am Ende doch noch ein Gewinn von rund 63 000 Franken. In Sachen Öffnung fährt das AZ eine defensive Strategie, wie Geschäftsführerin Monika Eichelberger erläuterte.

Mit Erfolg: Weder unter den Bewohnern noch unter den Mitarbeitenden gab es bisher Coronafälle. Eine Ausbreitung im Alterszentrum hätte verheerende Folgen. Die fehlende soziale Nähe mache sich jedoch auch bei den Bewohnern bemerkbar. Aus diesem Grund sei man froh, habe man früh reagiert und die Besucherboxen installiert. Diese würden zu einer regen Nachfrage und vielen emotionalen Momenten führen.

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