Region Grenchen
An Silvester daheim auswärts essen: Was einzelne Gastrobetriebe trotz Gastro-Lockdown anbieten

Wer zum Jahreswechsel nicht selbst kochen will oder kann, hat trotz der Restaurantschliessung viele Verpflegungsmöglichkeiten. Einzelne Gastronomen haben sogar ein Silvestermenu zum Abholen im Angebot; selbstverständlich ist dabei das beliebte Rindsfilet Trumpf. Neben Take-away und Heimlieferung besteht sogar die Möglichkeit, daheim eine Restaurantküche in Aktion zu erleben und am eigenen Esstisch Gast zu sein.

Daniela Deck
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Auf Vorbestellung bekocht Robert Laski vom «Grenchner Hof» Gäste in deren Zuhause. (Archivbild)

Auf Vorbestellung bekocht Robert Laski vom «Grenchner Hof» Gäste in deren Zuhause. (Archivbild)

Solothurner Zeitung

Im Restaurant Chappeli werden nach dem Reservationsschluss am Montag am Mittwochmittag und -abend rund 60 Portionen des Silvestermenus von den Gästen abgeholt. So kann das Wirtepaar morgen das Jahr im Familienkreis ausklingen lassen – nach 25 betriebsamen Jahren in der Gastronomie ein kleiner Luxus.

Restaurantchef Christoph Köhli hätte angesichts der Situation keine derartige Nachfrage für sein 3-Gänge-Menu erwartet. «Es freut uns, dass die Leute uns Vertrauen schenken und wir so treue Stammkunden haben», sagt er.

Schmaus auch für Kurzentschlossene

Im Hotel St. Urs und Viktor in Bettlach ist das dreigängige Festtagsmenu sogar an Silvester und am Neujahrstag im Take-away zu haben. Daneben bietet das Restaurant einen breiten Ausschnitt seiner üblichen Karte zum Abholen an sowie täglich ein Mittagsmenu.

Grundsätzlich ist das Team froh um vorgängige telefonische Reservation. Das erleichtert die Planung für die Küche. Doch gerade beim Silvester- respektive Neujahrsmenu soll auch ein gewisser Spielraum für Kurzentschlossene bestehen, wie Pius Walker, Leiter Rezeption und Administration, sagt.

Neben der Vorbestellung des feierlichen Schmauses ist es also möglich, spontan zum Telefon zu greifen und gleich darauf das Essen an der Solothurnstrasse in Empfang zu nehmen. Wer eine kurze Wartezeit nicht scheut, darf unangemeldet kommen.

Auch ohne Hotelgäste – diese bevölkern derzeit Gasthäuser in den Bergen – gibt es für die Familie Walker einiges zu tun. Dazu gehört zum Beispiel der Mahlzeitendienst am Mittag in Bettlach, Selzach und Grenchen sieben Tage die Woche.

Mahlzeitendienst neu auch für Grenchen

Den Standort Grenchen habe man erst zu Beginn dieses Monats übernommen, erklärt der Rezeptionschef. Da sei noch vieles im Aufbau. Gesamthaft würden auf längerfristige Vereinbarung hin erst etwa zehn Mahlzeiten pro Woche ausgeliefert. «Wir hoffen, dass es mehr werden», so Walker.

Eine Woche Ferien gönnt sich Rolf Caviezel mit seinem Foodlab. An Weihnachten sei es mit dem Take-away sehr gut gelaufen, sagt er. Die Menus zum Mitnehmen sowie die Gourmet-Box zum Selbstkochen gibt es wieder ab dem 5. Januar. Freie Kapazitäten beim Take-away vermeldet Antonio Gonzales im Hotel Passage. An Weihnachten sei nur gerade eine Handvoll Menus bestellt worden.

Wer das Essen gern zu Hause in Empfang nimmt, ist nicht auf den traditionellen Pizzaservice beschränkt. Dafür sorgt zum Beispiel das «Baracoa» mit Hauslieferdienst.

Sich daheim bewirten lassen

Einen anderen Weg geht Robert Laski vom «Grenchner Hof». Auf Vorbestellung (mindestens zwei bis drei Tage im Voraus) bekocht er Gäste in deren Zuhause, mittags oder abends. Dabei rückt er mit seiner Restaurantküche an. Von der Bratpfanne bis zu Servietten samt Dessertgabeln packt er alles ins Auto, sogar das Salz. «Ich habe wirklich alles dabei und das gebrauchte Geschirr nehme ich zum Abwaschen wieder mit», erklärt er. Einzelne Termine in den nächsten paar Tagen seien noch frei.

Die Idee zum Restaurant daheim ist im Frühling geboren, als Stammgäste ihn anriefen und Sehnsucht nach Kulinarischem und Gemeinschaft äusserten, während ihm fast die Decke auf den Kopf fiel. Laski sagt: «Die Leute schätzen das Angebot. Es ist einmal etwas anderes neben Take-away und Hauslieferdienst.» Aufrechterhalten will er die Hausbesuche, bis er an der Bahnhofstrasse wieder wirten darf.

Im «Airport» bleibt es an Silvester still

Geradezu unheimlich still ist es beim «Airport». Mangels Hotelgäste ist der Betrieb momentan geschlossen und es gibt keinen Take-away. «Ein solcher Service», argumentiert Hotelinhaber John Traub, «bleibt besser Anbietern überlassen, die darauf spezialisiert und damit erfolgreich sind.»

Eigentlich ist die Silvesterparty am Flughafen eine Institution. So habe man noch im November mehrere Dutzend Anmeldungen dafür gehabt, sagt Traub. Er hofft auf das nächste Jahr.