Grenchen

«Absolut unverständlich»: Petition gegen Fällung der fünf Robinien gestartet

«Dieser Schatten ist am falschen Ort», meint Stadtbaumeister Aquil Briggen.

Die geplante Fällung der fünf Robinien auf der Solothurnstrasse löst in Grenchen erwartungsgemäss Diskussionen aus. Bereits wurde im Internet eine Petition dagegen gestartet.

So sammelt Gemeinderätin Nicole Hirt auf petitio.ch, dem Portal dieser Zeitung für Unterschriftensammlungen, weitere Verbündete für den Widerstand gegen die Baumfällaktion. 48 Personen hatten bis Dienstag 17 Uhr  unterschrieben.

Laut Einschätzung der Stadtgärtnerei sind die Bäume zu gross und passen nicht zum Standort. Zudem hatte die Autogarage an der Ecke zur Kapellstrasse moniert, die Bäume bzw. das, was sie fallen lassen, würden seine Ausstellungsfahrzeuge verunstalten. Laut Angaben der Stadtgärtnerei ist die Baumfällung in der ersten Septemberwoche vorgesehen.

«Absolut unverständlich»

«Es kann nicht sein, dass aus wirtschaftlichen Interessen Bäume in einer Stadt gefällt werden müssen, was in der Zeit des Klimawandels und der damit verbundenen Hitze in den Stadtzentren absolut unverständlich und nicht nachvollziehbar ist», schreibt Petitionärin Nicole Hirt auf der Plattform. Sie schlägt vor, der Garagist solle seine Autos auf dem Marktplatz ausstellen. «Dem Garagisten sei empfohlen, sein Anliegen bei der Stadt zurückzuziehen und stattdessen ein Gesuch zu stellen, dass er seine Autos auf dem Marktplatz ausstellen darf. Dort läuft er nicht Gefahr, dass auch nur ein Blatt auf seine Karossen fällt.»

Mit der Lancierung der Petition wurde auf Facebook eine breite Diskussion mit Dutzenden Wortmeldungen ausgelöst. Während manche der Petitionärin recht geben, unterstützen andere den Befund der Stadt, diese Bäume gehörten nicht dorthin. Was sagt Stadtbaumeister Aquil Briggen zur Diskussion?

Ist es wirklich nötig, die einzigen Schattenspender und grösseren Bäume im engeren Stadtzentrum zu fällen, wo doch die Leute immer wieder klagen es gebe dort keinen Schatten?


Das Problem des mangelnden Schattens ist uns bekannt. Dies ist ein wenig der Architektur des Marktplatzes geschuldet, welcher nur zwei Orte mit Schatten vorsieht. Als Schattenspender stehen diese Bäume aber am falschen Ort. Zusätzliche Schattenspender sind in Planung.

Gibt es keine andere Lösung für die Autos des Garagisten?

Die Autos des Garagisten sind nur ein Teil des Problems. Es geht vielmehr auch darum, dass die Bäume zu gross und dadurch eine Gefahr für die Gebäude werden. Weiter geht es auch um eine Vereinheitlichung der Strassenzüge. Auf allen anderen Strassenzügen (Bettlachstrasse, Kirchstrasse) sind Efeutürme, und die wollen wir dort nun auch.

Warum hat man dort solche Bäume überhaupt gepflanzt?

Aufgrund von Personalwechseln in den dafür zuständigen Bereichen, lässt sich hier keine Begründung mehr eruieren. Es handelt sich bei den Robinien übrigens um Neophyten. Damals war man sich vielleicht der Problematik noch nicht so bewusst. Vor 20 Jahren wurde auch überall noch munter Kirschlorbeer gepflanzt.

Könnte man nicht nur die beiden Bäume vor der Garage fällen?

Nur diese zwei Bäume zu fällen oder auch nur jeder zweite oder eine andere Zwischenlösung würde ein noch uneinheitlicheres Strassen- und Stadtbild bedeuten, was wir nicht wollen.

Werden für die gefällten Bäume irgendwo Ersatzbäume gepflanzt?

Jeder Baum, für den die Stadt Grenchen verantwortlich ist und der gefällt wird, wird ersetzt. Wenn nicht am selben Ort, dann woanders. Dabei wird auch überprüft, welche Baumart neu gepflanzt wird. Normalerweise werden einheimische Bäume gepflanzt.

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