Gesamthaft hat Toni Bieli über 1000 Bilder gemalt, 48 davon sind bis September in der Schalterhalle der Regiobank ausgestellt. Diese 48 Bilder sind für Bieli signifikant, denn sie zeigen deutlich die vier Epochen, in die sich sein vierzigjähriges künstlerisches Schaffen einteilen lässt, so ist die Ausstellung auch nach den einzelnen Epochen geordnet. Es ist die zehnte Kunstausstellung in der Regiobank, die sich für regionale Kulturförderung einsetzt. Vor fünf Jahren wurde die Erste durchgeführt.

«Für Bieli heisst leben kreieren, erschaffen und neues erfahren. Seine Kunstwerke sollen uns inspirieren, zum Nachdenken anregen, uns dazu führen, Neues zu entdecken», beschrieb Roland Hofmann in seiner Ansprache bei der Vernissage. Er ist ein guter Freund und Kenner Bielis und brachte dem zahlreich erschienenen Publikum in der Schalterhalle dessen Schaffen näher.

Immer in Bewegung

Bieli sei immer in Bewegung und ruhe sich kaum aus, er würde immer nach Neuem streben, auch sei er kein Einzelgänger, sondern möchte sein Schaffen mit den Menschen teilen, führte Hofmann weiter aus. Praktisch alle seine Bilder sind Unikate.

Bieli malt mit einer Rakel, einem spachtelförmigen Instrument, er erstellt seine Bilder im Siebdruckverfahren: Die Druckerfarbe wird dabei mit der Rakel durch feinmaschiges Gewebe auf Papier gebracht. Der Grenchner hat den Siebdruck in seinem Beruf als Gestalter kennen gelernt, dieses Verfahren mit seiner Malkunst verbunden und zur Perfektion gebracht.

In der ersten Epoche (1976 bis 1994) ist die Geometrie das Zentrale, eine Exaktheit, der gleichzeitig etwas Freies und etwas Verspieltes innewohnt. Charakteristisch und wichtig ist das Quadrat, später kommen noch Pyramiden und Kreisformen dazu. Ein immer gleiches Sujet wird in allen möglichen Variationen dargestellt, räumliche Tiefe wird durch Schattierungen und unterschiedlichen Farbtönen geschaffen.

Die zweite Ebene

Danach, in der zweiten Epoche, entfernt sich Bieli von der Technik. Seine Bilder bestehen aus gelösten Formen. Inspiration schöpft Bieli immer wieder aus der Natur und der Musik und so lässt sich die Natur in diesen Bildern auf einer zweiten Ebene erahnen. Anschliessend kommt es zur Synthese: Der Grenchner findet zur Technik zurück, die verschiedenen Elemente, mit denen er arbeitete, werden mit dem Monolith von Jean Nouvel verbunden. Eine Message, die sich aus vielen seiner Bilder herauslesen lässt, ist das im Einklang sein miteinander.

Im Einklang

Dieses Leitmotiv sieht man bereits am Anfang seines Schaffens in den miteinander harmonierenden Gegensätzen in seinen Bildern – und es ist noch heute in seiner vierten Schaffensphase zu sehen: Von 2006 bis heute widmet er sich der freien Mischtechnik und der Collage, diverse Maltechniken werden jeweils vielfältig in einem einzigen Kunstwerk vereint.