Grenchen
«Es herrscht eine coole Atmosphäre»: Das erste Food-Truck-Festival war ein Erfolg

Am Wochenende fand zum ersten Mal ein Food Truck Festival in Grenchen statt. Und es war ein Erfolg. Für Initiant Patrick Kohler steht bereits fest: «Es wird eine nächste Ausgabe geben.»

André Weyermann
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Am ersten Food-Truck-Festival in Grenchen gab es elf Stände mit unterschiedlichen Köstlichkeiten.

Am ersten Food-Truck-Festival in Grenchen gab es elf Stände mit unterschiedlichen Köstlichkeiten.

Michel Lüthi

Sogenannte Food-Festivals sprossen im letzten Jahrzehnt wie Pilze aus dem Boden: Kaum eine grössere Gemeinde, in welcher nicht ein solch genussorientierter Anlass seine Aufwartung machte. Die Pandemie hat leider auch hier beinahe überall den sprichwörtlichen Stecker gezogen, vom World-Food-Festival hört man kaum mehr etwas, das Street-Food-Festival in Solothurn wurde bereits wieder abgesagt. Grenchen hingegen kam an diesem Wochenende auf dem Markt- und dem Zytplatz in den Genuss kulinarischer und musikalischer Freuden.

Auch musikalisch kam man am Food-Truck-Festival auf seine Kosten.
5 Bilder
Verschiedene Köstlichkeiten konnte man probieren.
11 Stände waren insgesamt vor Ort.
Gross und Klein genoss das Mahl.
Einer der elf Food-Stände am ersten Food-Truck-Festival in Grenchen.

Auch musikalisch kam man am Food-Truck-Festival auf seine Kosten.

Michel Lüthi

Verantwortlich dafür zeichnete der 32-jährige Bettlacher Patrick Kohler, der das erste Food-Truck-Festival im Zentrum der Stadt organisierte. Die Grenchnerinnen und Grenchner sowie Besucher aus der Region dankten es ihm mit einem regen Zuspruch, nahmen die Gelegenheit wahr, sich lukullisch verwöhnen zu lassen, oder sich einfach wieder einmal mit Freunden im «Ausgang» zu treffen, sich auszutauschen, unbeschwerte Momente gemeinsam zu geniessen.

Vom heimischen Zander bis zu ungarischen Langos

«Wenn schon einmal wieder etwas los ist in Grenchen, dann komme ich selbstverständlich auch», meinte zum Beispiel Esther Affolter. Und Urs Röthlisberger fügte bei: «Es herrscht einfach eine coole Atmosphäre, es ist wunderschön, miteinander etwas unternehmen zu können.» So oder ähnlich tönte es bei vielen, gelobt wurden auch die Vielfalt und die Qualität des Angebotes. Tatsächlich konnte sich die Auswahl sehen lassen: vom heimischen Zander über iberische Spezialitäten bis hin zu ungarischen Langos, diversen Curryspezialitäten, Hotdog-Eigenkreationen, Chili-Gerichten und vielem mehr. Es versteht sich beinahe von selbst, dass auch reichlich Veganes oder Vegetarisches angeboten wurde.

Die «Süsswarenabteilung» fehlte ebenfalls nicht. Man fand sie auf dem Zytplatz, etwa bei der «Rollenden Gelateria», einem wahren Hingucker, oder am Donuts-Stand. Die Portionen waren grosszügig, die Preise moderat. Wer einen ganzen kulinarischen Rundgang absolvieren wollte, konnte dies tun, ohne gleich ein kleines Vermögen dafür ausgeben zu müssen. Überall wurden Probierportionen für einen Fünfliber angeboten. Der Bewegungsdrang der jüngeren und jüngsten Besucherinnen und Besucher wurde durch eine Hüpfburg gestillt, Spielfreudige jeglichen Alters konnten sich bei einem Fussball-Dart-Gewinnspiel versuchen.

Canal 3 sorgte zudem für abwechslungsreichen Sound in moderater Lautstärke und die Liveacts waren von erlesener Qualität: Am Freitagabend erfreute der Musiker und «Balkonphilosoph» Bad Cat Kusi die Zuschauerinnen und Zuschauer. Blues Ballz zeigten am Samstag, wieso sie zu den angesagtesten Bands ihres Genres gehören. Am Sonntag schliesslich zeigten M&M/Mättu & Moos, die beiden Gitarristen von Lightfood ihr Können, zelebrierten die populäre Musik in all ihren Stilrichtungen und veredelten so die eh schon bekömmliche kulinarische Kost.

Standbetreiber zufrieden mit ihrem Umsatz

Die Verkaufsläden bestanden aus mittelgrossen Lieferwagen oder Trailern (Anhängern) und verwandelten den Marktplatz in eine Art «Wagenburg», in dessen Inneren man sich auf eine Abenteuerreise voller Gaumenfreude machen konnte. Aus Schutzgründen trug man beim Kauf dazu eine Maske. Selbstredend sorgte auch sonst ein Coronaschutzkonzept für grösstmögliche Sicherheit.

Bei unserem Augenschein am Samstag liessen kurz nach Mittag schwarze Wolken ein wenig Nass entweichen. Trotzdem tröpfelten immer mehr Personen zum Festplatz, schliesslich schütz-ten gedeckte Sitzplätze beim Schlemmen. Die Verkaufsleute zeigten sich jedenfalls zufrieden mit ihrem Umsatz. Der eine oder andere war am Abend gar «ausgeschossen» und bemühte sich um Nachschub für den kommenden Tag.

«Es wird eine nächste Ausgabe geben»

Er habe bereits im Januar mit der Planung begonnen und das Datum Anfang Juni stets im Auge gehabt, erklärte Organi- sator Patrick Kohler auf die entsprechende Frage: Ein Wagnis gewiss, aber es sollte sich auszahlen. Der Bettlacher ist noch zu 80 Prozent berufstätig und so im Food-Festival-Geschäft ein Quereinsteiger.

«Ich habe jedoch an vielen Anlässen als Standbetreiber selber teilgenommen und wollte etwas Eigenes kreieren.»

Wichtig war ihm die Zusammenarbeit mit lokalen Personen und Sponsoren: «Zudem schätzten wir die tolle Unterstützung durch die Stadt Grenchen.»

Patrick Kohler konnte auf die Mithilfe von 15 Helferinnen und Helfern zählen. Dank seiner Kontakte konnte er bei der Zusammenstellung der elf Stände auf Qualität setzen. Dies alles hat sich ausbezahlt: «Es wird eine nächste Ausgabe geben. Wir haben Lust darauf und die Rückmeldungen von Besuchenden und Ausstellenden verlangen geradezu danach.»