Wahlen 2011/SO
Gerlafingen reagiert gelassen auf den Erfolg seiner Politiker

Roberto Zanetti (Ständerat) und Philipp Hadorn (Nationalrat); ein Dorf mit je einem Vertreter in einer Kammer - das haben nicht viele Gemeinden. Doch viel davon zu spüren ist ein Tag danach nicht mehr.

Rahel Meier
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Die Wahlplakate sind praktisch alle schon verschwunden, nur hier lacht Roberto Zanetti noch. rm

Die Wahlplakate sind praktisch alle schon verschwunden, nur hier lacht Roberto Zanetti noch. rm

Solothurner Zeitung

Gerlafingen am Tag nach der grossen Wahlfeier. Stand das Dorf am Sonntagabend noch kopf, weil Roberto Zanetti als Stände- und Philipp Hadorn als Nationalrat gewählt wurde, ist nicht mehr viel zu spüren von der politischen Euphorie vom Vortag.

Der Nebel drückt auf die Gemeinde im Wasseramt. Nur wenige Menschen sind unterwegs. Viele der Läden und Restaurants sind geschlossen – ein typischer Montagmorgen halt. Dabei haben die Gerlafingerinnen und Gerlafinger allen Grund, stolz zu sein. Nicht manches Dorf im Kanton Solothurn kann sich rühmen, gleichzeitig einen Stände- und einen Nationalrat stellen zu können. In der jüngeren Vergangenheit hat das nur gerade die Stadt Solothurn geschafft, die mit Rosemarie Simmen (CVP) eine Ständerätin stellte, während gleichzeitig auch Ernst Leuenberger (SP) und Urs Scheidegger (FDP) im Nationalrat sassen.

Wenigstens auf der Homepage wird jubiliert

Mindestens auf der Homepage der Gemeinde Gerlafingen wird jubiliert. «Erfolgstag für Gerlafinger Politiker», steht unter «Aktuelles» geschrieben. Und «Gerlafingens Standortmarketing-Slogan wurde einmal mehr bestätigt: Die Gemeinde der herausragenden Köpfe in Sport, Kultur ... und eben auch Politik!». Tatsächlich freut sich Gerlafingens Gemeindepräsident Peter Jordi sehr.

Nach den Negativschlagzeilen wegen des Gemeinderankings der «Weltwoche» (wir berichteten) kann er sich ein Lächeln auf den Stockzähnen nicht verkneifen. Und meint: «Ich habe einen Leserbrief für die ‹Weltwoche› parat.» Und Jordi wird nicht müde, die Vorteile seiner Wohngemeinde zu rühmen.

Auf der Strasse ist diese Euphorie allerdings kaum spürbar. Die wenigen Menschen, die unterwegs sind, haben entweder nicht mitbekommen, dass am Wochenende Wahlen stattfanden oder sie wollen sich nicht zu den beiden Gewählten äussern. Der Einkauf und das nahe Mittagsessen scheinen im Moment wichtiger zu sein.

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