Tscheppach
Gerechterer Geldfluss für das Abwasser

Die Gemeindeversammlung erteilte dem Gemeinderat den Auftrag, ein neues Reglement betreffend Abwassergebühren auszuarbeiten. Dieses soll Wasseruhren auch für Agrarbetriebe zwingend machen.

Christoph Neuenschwander
Drucken
Teilen
Kläranlagen

Kläranlagen

Walter Schwager

Das Budget 2011 der Einwohnergemeinde Tscheppach wurde vergangenen Freitag von der Gemeindeversammlung diskussionslos genehmigt. Finanzverwalter Wolfgang Schwarz erntete für den Voranschlag gar Applaus. Nicht zuletzt deshalb, weil der Steuerfuss dank der Budgetierung vorerst bei 115 Prozent belassen werden kann. Und dies, so Gemeindepräsident Günter Fenten, obwohl man vorsichtig rechne: «Wir wollen nicht plötzlich die Steuern drastisch erhöhen müssen.» Daher passe man diese lieber frühzeitig an.

Ein grosser Teil des erwarteten Aufwandüberschusses von 146300 Franken sei auf die Mehrausgaben von 105700 Franken im Bereich Bildung zurückzuführen, betonte Fenten. «Auf diese Ausgaben hat die Gemeinde keinen Einfluss.» Kostenverursacher sei der von 16 Gemeinden getragene Schulverband Bucheggberg A3, der dieses Jahr den Betrieb aufgenommen hat. Fenten rechnet damit, dass die anfänglichen Zusatzkosten bald wieder sinken werden.

Die Schulhausreform, in deren Zug das Primarschulhaus in Lüterkofen neu gebaut und die Schulhäuser in Schnottwil und Messen renoviert wurden, war denn auch Gegenstand des Investitionskredits für 2011: Mit 90900 Franken bezahlt Tscheppach die dritte und letzte Rate ihres Beitrags zur Reform.

Verbrauchergerecht oder nicht?

Für weniger Harmonie sorgten indes die Reglemente betreffend die Grünabfuhr und die Abwassergebühren. 2009 verursachte die Grünabfuhr 40 Prozent der Kosten für die Abfallentsorgung. Ein beträchtlicher Anteil, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Entsorgung des Grünguts von der gesamten Bevölkerung gleichermassen finanziell getragen wird, also auch von denjenigen, die entweder ihre Grünabfälle selbst verwerten oder erst gar keine produzieren. Dennoch lehnte die Gemeindeversammlung die Idee, einen «Grüngutpass» einzuführen und so die Kosten verursachergerecht zu verteilen, mehrheitlich ab. Die Begründung: ein «Grüngutpass» berge die Gefahr illegaler Abfallentsorgung am Waldrand und verursache nur unnötige Verwaltungskosten, wo doch ohnehin 70 Prozent der Bevölkerung die Grünabfuhr beanspruchten.

Leitungen machen es teuer

Anders sah die Lage bei den Abwassergebühren aus. Auch hier stand eine verbrauchergerechtere Kostenverteilung zur Debatte. Eine Reglementänderung in diesem Sinne wurde mit 24 gegen 8 Stimmen entschieden, obwohl sie die obligatorische Einführung von Wasseruhren auch in Bauernhöfen vorsehen soll, was gemäss einigen Anwesenden aufgrund der komplizierten Leitungen als äusserst kostspielig eingeschätzt wurde. Das überarbeitete Reglement wird an der nächsten Gemeindeversammlung vorgestellt.

Im Weiteren wurde über die Ersetzung einer alten Strassenlaterne durch eine LED-Lampe informiert, was – bei hohen Kandelabern – in der Region eine Seltenheit ist.

Aktuelle Nachrichten